18.11.05

Pennys Wochenrückblick Folge 22: Deutschland sucht die Superfrucht...und die Banane ist es nicht!





Die Woche begann gar nicht mal so gut, denn mein PC zog es vor, kaputt zu gehen.
Das ruft bei allen Lesern vermutlich nur ein müdes Lächeln ins Gesicht, denn ein PC, der sein ganzes PC-Leben lang fehler- und virenfrei vor sich hinsummt, der muss erst noch ausgestanzt werden auf dem Backblech fabelhafter Technik-Utopien.
Aber ich hatte nicht nur einen kleinen Baby-Mini-Virus auf meinem Rechner, nein, mein Rechner hatte noch nicht mal mehr Lust, hochzufahren. Und das ist schlimm, auch wenn man es kaum glaubt.
Zum Vergleich sag ich, dass es nicht schlimm ist, wenn in der Küche einer Wohnung im Herd etwas anbrennt. Explodiert hingegen die Wohnung, dann ist das doch ein wenig schrecklich.

Nun, wie auch immer, so ein PC ist ja schon veraltet, wenn der Kassierer an der Kasse den Preis eintippt und das ist ja auch in Ordnung so, denn ein Computer bzw. sein Innenleben unterliegt einer ständigen Veränderung.

Ganz im Gegensatz zu Birgit Schrowange.

Die moderiert seit ungefähr zweitausend Jahren das RTL Magazin Extra und natürlich kann ich mich nicht an die erste Folge entsinnen, ich bin mir sicher, dass ich erst ab der dritten mal reingeschaut habe und ich muss auch fürs Protokoll festhalten, dass ich nicht alle „Extra“-Sendungen gesehen habe, doch eines steht fest:
Birgit Schrowange sieht in jeder Sendung gleich aus und scheint nicht altern zu wollen.

Das wäre ja nichts schlimmes, wenn es dafür eine vernünftige Erklärung geben würde, aber ich glaube ja, dass die Birgit direkt nach der Sendungsaufzeichnung nach Hause huscht (das denke ich wirklich, eine Frau, die sich äußerlich kaum verändert, die huscht), ihrem jugendlichem Lebenspartner Marcus Lanz einen Kuss auf die Wange haucht und sich danach zu den kleinen Hähnchen in die Tiefkühltruhe legt.
Zwei Tage vor der nächsten Aufzeichnung wird sie dann auf der Spüle wieder aufgetaut.
Auch die Themen sind leider zu jeder Jahreszeit die selbigen.
So fliegt das gesamte RTL Extra Team Sommer für Sommer nach Mallorca, um nach Touristen mit weißen Socken Ausschau zu halten und das wird dann immer mit zynischen Kommentaren hinterlegt. Keine Planung, warum man diesen Unfug jedes Jahr senden muss, vermutlich ist es auch immer derselbe Bericht, aber da ja immer 365 Tage dazwischen liegen und man das ja auch nicht jedes Jahr sieht, fällt das eben kaum auf und spart ne Menge Geld (Pauschalreisen mögen billig sein, aber für eine ganze Filmcrew ist das dann doch zu teuer).

Jetzt um den 11.11. herum gibt es einen zweiten Bericht, der immer und immer und immer wieder aufs Neue heruntergeleiert wird, nämlich den, in dem in Köln die Männer zu Wildstrullern werden.

Genau, Karneval kommt aus den Startlöchern, die Domstadt ist voll wie ein Eimer Erbrochenes und all die Männer benutzen nicht die Dixie-Klo`s, sondern drücken den Strahl an Hauswände und unschuldige Bäume, deren Äste zu dünn sind, um sich erfolgreich zu wehren.
Damit wir uns hier nicht falsch verstehen, die Pinkelei in freier Wildbahn ohne Trennwand ist auch meine Sache nicht, zu groß wäre die Angst, eine RTL Kamera im Nacken zu haben und mir voller Schreck auf den Schuh zu urinieren.
Es ist ja auch nicht schön, denn so eine nasse Wand fängt ja spätestens nach dem dritten Durchlauf ein bisschen zu müffeln an und das ist kein Geruch, den man in ein Parfumflakon abfüllt.

Nun, der RTL-Reporter holte sich zwei verkleidete Vollzeit-Emanzen, die die Männer während ihrer Strullerei munter anbrüllten und das Wort „Schwein“ fiel dabei recht oft, das störte die Männer aber scheinbar nicht, da sie diesen Begriff offenbar schon von zu Hause kannten.
Frauen haben auch in Ecken gepinkelt, was freilich nicht so machomässig aussah, wegen der Hockstellung.
Faszinierend, dass da kein emanzipierter Mann vor dem RTL Mikro herumgehüpft ist und die Damen angebrüllt hat….vermutlich wären sie umgekippt mit dem nackten Po ins nasse Laub und das wäre etwas, was wohl noch nicht mal Birgit Schrowange hätte zeigen dürfen, Tiefkühlfach hin oder her.

Eine Kölsche Anwohnerin wurde auch befragt zu all dieser Pinkelei und sie stellte fest, dass „es jedes Jahr schlimmer werde.“
Soso.
Hat sie eine Strichliste geführt? Geruchstests gemacht? Urinproben gesammelt? Konnte ein Anstieg in Litern gemessen werden? Fanden Natursektpartys vor dem eigenen Briefkasten statt?
Ich glaube nicht. Die Leute sagen ständig, dass alles immer schlimmer wird. Das Ozonloch, die Hähnchen, die Jugend von heute. Das ist so eine schicke deutsche Floskel, die ein bisschen von fehlendem Optimismus zeugt.

Ein bisschen anarchistisch wäre es doch gewesen, wenn die Anwohnerin folgendes gesagt hätte:
„Ach wissen sie, sie gelbes Mikrofon, die Leute mögen hier an meine Hauswand pullern, doch aufgrund der schlechten Wirtschaftslage in diesem Land bin ich fest davon überzeugt, dass es dieses Jahr nicht ganz so gruselig werden wird. Kein Geld, kein Alkohol, keine volle Blase und damit eine saubere Wand! Und der Sommer war dieses Jahr zwar schlecht, doch der schöne Herbst hat uns für so manch dunkle Wolke entschädigt!“

Ich bin übrigens noch mal meine Schrowangsche Tiefkühltheorie im Kopfe durchgegangen und verwerfe sie hiermit hochoffiziell. Strom ist schließlich teuer und der Marcus Lanz ist bestimmt auch nicht damit einverstanden, mit einer unterkühlten Frau zusammenzuleben, die immerzu auf den Kichererbsen liegt.
Aber was macht Birgit Schrowange so….unveränderlich?
Vielleicht Pampelmusen.

Den Duft der Frucht hinters Frauenohr geschmiert, mutmaßen Wissenschaftler, bringt die Männerwelt nämlich dazu, eine nicht allzu attraktive Dame plötzlich rattenscharf zu finden.
Das klappt selbstredend nicht bei allen, die ganz extremen Fälle müssten natürlich weiterhin eine Wassermelone aushöhlen und sie sich über den Kopf stülpen (aber nicht die Gucklöcher vergessen).
Grundsätzlich ist eine solche Entdeckung aber zu begrüßen, sie schont die Männerleber. Denn will eine Frau nun schick sein, müssen die Männer sie sich nicht mehr schön saufen, nein ein Pampelmusenbad, das ist bereits der Bringer, man kann Furchen haben wie Dieter Bohlen und einen Buckel, dass es für den Glockenturm reicht, aber der Duft der Superfrucht prügelt einen in eine Schönheitsmetamorphose, dass die Herren nur so Schlange stehen.

Weitere Früchte werden folgen und auf die Titelseiten der kleinen Frauenzeitschriften ihren Weg finden (Titel: Blasse und müde Augen? Mit einem Spritzer Zitronensaft werden sie wieder farbig und frisch!)
Wenn ein Mann trotz Pampelmuse einfach nicht begreifen will, wie schön man als Frau ist, reicht ein komatöser Schlag mit der Ananas zur Entscheidungshilfe.
Redet der Kerl Schwachsinn, könnte man sich zwei entkernte Weintrauben in die Lauscher schrauben und wer dem Beischlaf entfliehen will, weil der pampelmusierte Phallusträger vielleicht doch nicht so der Brüller-Knüller ist, benötigt lediglich eine Schachtel abgelaufener Erdbeeren.

So werden Früchte zur Allzweckwaffe unterjochter Frauen und Orangenhaut wird plötzlich salonfähig.
Aber es gibt auch ein paar Männer, die nicht hübsch sind. Bevor die auf die Idee kommen, sich am 11.11. ein bisschen Pipi in die Ohrläppchen einzumassieren, sollten nicht allzu von der Natur bevorzugte Herren sich in der Wüste hinter einem Kaktus verstecken und auf die Mädels warten.

Doch auch Früchte stossen an ihre Grenzen, wenn es um Attributsveränderungen geht.
Gegen die würgenden Laute, die einer Kehle bei einem Musik- Casting entweichen können, hilft die härteste Kiwi nix.
An dieser kleinen Einführung merkt man es schon, der Höllenschlund hat sich aufgetan und die dritte Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ ausgespuckt.
Das ist absolut berechtigt, wenn wir uns an die zweite Staffel zurückerinnern, denn dessen Siegerin Ellie war mit ihrem ersten Hit ganze anderthalb Tage in den Charts und stand sogar in dieser Woche auf der letzten Seite des "Stern" unter der Rubrik "Was macht eigentlich" und das ist eigentlich der Todesstoss für jeden Künstler, der noch was reissen möchte.
Auch Alexander, Vorzeige-Schumi-Klon und Gewinner der ersten Staffel hat heute eine weitreichende Karriere hinter sich, in der er in Baumärkten die Motorsägen zu überröhren versuchte.

„Neid!NEID!“, schreien sie aus den hinteren Wochenrückblicksreihen und ich entgegne: natürlich, neidisch bin ich, denn ich habe die Erfahrung noch nicht gemacht, segelohrig in einen Gurkenlaster zu fliegen, verzichte aber wohl auch weiterhin darauf.
Viel gibt es allerdings nicht zu berichten. Wieder gab es einige, die eine gute Stimme haben und wieder gab es massige, die bei der Verteilung der guten Stimmen gerade auf der Toilette oder sonst wo waren.
Die schlechten werden von Dieter und seiner Jury jedes Mal gefragt, ob sie denn keine Freunde hätten, die sie von solchen Castings abhalten und ich sage nix da, diese Menschen haben ein paar Feinde, die sie zu solchen sogar ermutigen und das ist keine schöne Sache, denn ein Zugticket kostet massig Knete in Zeiten von Mehdorns Alleinherrschaft über die deutsche Bundesbahn.

Aber interessant sind die, die nicht weiterkommen und hinterher behaupten, die Jury hätte keinerlei Ahnung im Köpfchen. Also hätten diese singenden Subjekte sich wohl im Falle eines Weiterkommens freiwillig mit musikalischen Jury-Dilettanten abgegeben?
Der letzte Casting-Wahnsinnige am Mittwoch hatte übrigens eine recht nette Stimme, zuletzt hab ich derart gelacht, als ein sehr kleines Kind eine sehr große Menge Helium eingeatmet hat.
Der Musik-Probant klang genauso, war aber trotzdem der Meinung weiterkommen zu müssen und hat derart gebeten und gebettelt, dass ich beschämt weggeschaut habe.
Vielleicht sollte er es beim nächsten Städte-Casting noch einmal probieren. Und diesmal sollte er eine reife Ananas dabei haben, nur für alle Fälle.

Ein Fazit? Na gut.

Pipi, Pohlen, Pampelmusen, dieser Alliterationshaiku verdeutlicht, dass das alles vielleicht irgendwie zusammenhängt, aber wie genau, wurde mir noch nicht klar.
Lassen wir Birgit Schrowange weiter grinsen, Dieters Superstars weiter schräpen, Männer weiter an Hauswände pinkeln und die Pampelmusen, die lassen wir bitte im Obstregal, wenn wir sie nicht essen wollen.

Manchmal ist es wohl wirklich besser, wenn alles so bleibt wie es ist.

Eine schöne Woche noch!

Ich hab noch ein P.S.: Meine Rechtschreibprüfung aktzeptiert das Wort „Urinprobe“ nicht. Stattdessen wird mir „Urhinprobe“ vorgeschlagen. Wer herausfindet, was das bitteschön ist, möge es mir in den „Comment“ – Bereich hineinschreiben, auf das mein Horizont ein kleines bisschen Erweiterung findet.





5 Comments:

Anonymous Anonymous said...

Überschrift und Fotos haben schon für den ersten Lacher gesorgt.
Ansonsten kann ich zu Birgit Schrowange nur sagen, dass man sie ungeschminkt wohl gar nicht erkennen würde. Sie sitzt vor der Sendung wahrscheinlich zwei Stunden in der Maske, lässt sich gesichtsmäßig betätscheln und von Markus Lanz einflößen, daß sie die Schönste unter der Sonne ist. So etwas macht halt jung. Wenn sie in der Adler-Werbung allerdings Altweiberkleidung vorstellt, dann sieht man doch, dass auch sie in die Jahre gekommen ist. Bei DSDS hat sich mal wieder herausgestellt, daß besonders die Untalentierten zum Vorsingen eingeladen werden, um das Fernsehpublikum bei Laune zu halten. Der schlechteste Sänger des Abends schafft es dann auch noch, einen Auftritt bei "Guten Abend RTL" oder wie die Sendung heißt, zu erhaschen. Auf Kölns Straßen hatte er immerhin einen Bewunderer, der ihm bestätigte, daß er doch großes Talent besitze. Oh oh, armes Deutschland. Da schmiere ich mir wohl doch lieber ein Leberwurstbrot.
Wie immer, freue ich mich auf nächste Woche.
Deine M.

18/11/05 09:41  
Anonymous Anonymous said...

Mal wieder ein herrlicher WoRü - weiter so :)

18/11/05 10:11  
Blogger MrPennywise said...

@M. hehe, ja jetzt wo Du es sagst....die Adler-Werbung zeigt eine ganz andere BiSchro.
Also doch nix mit Pampelmuse.
Und zu den Superstars: ist ja klar, die wirklich talentierten würden ja überall hingehen, nur nicht zum Bohlen, das gemeine Fernsehvolk will ausserdem lieber Menschen scheitern sehen, denk ich mal. ANsonsten danke für Deine liebe Kritik, ich weiss sie wie immer sehr zu schätzen.

18/11/05 12:44  
Anonymous Anonymous said...

Diesmal spar ich mir die Rede:

Geil :D

20/11/05 02:36  
Anonymous Anonymous said...

auch nüchtern betrachtet: diesmal wieder ein absoluter spitzenwochenrückblick ! ist leben nicht herrlich!? jawoll, gib`s ihnen und gerbe ihnen das leder ! ich freue mich schon auf´s nächste mal. gruß, peter

20/11/05 15:52  

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