Pennys Wochenrückblick Folge 76: Den Bohlen hat man bestohlen! Zeig Dich, Stefan...
Natürlich ist aus Überfällen nur selten etwas lustiges herauszufiltern, ein Pistölchen am Kopf, Geschrei in der Bude oder das hektische Gefriemel am Tresor, das alles steht nicht gerade als heitere Aktivität auf der Tagesplanung.
Trotzdem passiert es immer wieder, es macht Ding Dong, die Tür öffnet sich und der Unhold poltert herein oder aber – wenn dem Sittenstrolch nach sozialer Interaktion nicht so recht ist – er wartet, bis das Opfer häuslich abkömmlich ist und knackt das Fenster auf.
Dann wird meist erstmal Unordnung geschaffen, Einbrecher haben nur selten einen Sinn fürs Ordentliche, was an ihrem subtilen Sinn fürs Zeitgefühl liegen könnte und an der aufkeimenden Hektik bei der Suche nach versteckten Tresoren und verborgenen Reichtümern.
Man kennt das ja aus Filmen. Die großen und schweren Geldaufbewahrer werden mit Vorliebe hinter Wandteppichen und preisgünstigen Dali-Kopien ins Mauerwerk gekloppt.
Aber warum?
Warum immer hinter Bildern? Warum nicht hinter den Fliesen in der Dusche? Oder man stopft all seine Wertsachen zwischen Grafikkarte und Motherboard in den PC und hofft, dass der Lüfter keinen Mist baut?
Ich sag’s Euch.
Noch-mehr-Unordnung.
Das soll ja keine Geldschrank-Schnitzeljagd werden, wenn die Diebe im Haus herumirren.
So ein gepeinigter Hauseigentümer wünscht sich nämlich die „Aha, die Aktien und des Großmutters Schmuck sind im Safe da hinter dem Geschmiere an der Wand, schnell hin und schnell weg!“ – Aussage mehr als ein in der Eingangshalle von den Unholden ausgesprochenes „Nun, jetzt stehen wir an diesem Tor und sind so dumm wie nie zuvor, hauen wir die Hütte kurz und klein, irgendwo muss die Knete sein!“
Aber wie es abläuft, ist letztlich egal. Am Ende der Das-Heim-wurd-leergeräumt-Kette steht keine Party. Niemand lädt seine Freunde ein zu einer kleinen Entweihungsfeier, zu der man selbst zusammengeschraubte Salate mit aromahaltender Alufolie mitbringt.
Es wird aufgeräumt und getrauert um den Verlust der Dinge und der Sicherheit. Nur ganz wenige setzen sich hin und geben erstmal einer Zeitung ein ausführliches Interview.
Zum Beispiel Dieter Bohlen.
Da prominente Menschen seltener überfallen werden als der gemeine Willi aus dem einfachen Volke, sah man sich scheinbar darum bemüht, dieses Ereignis nachrichtentechnisch ganz groß aufzudröseln. Gut, einen Bericht ist das ganze natürlich schon wert, unerwähnt soll es nicht bleiben und weiße Flecken in den Tageszeitungen finden auch niemand kaufenswert.
Auch soll hier nicht der Eindruck entstehen, dass man im Sinne und der Anwendung des Antidiskriminierungsgesetzes nun jeder Überfallene namentlich in der Presse erwähnt werden soll.
Sonst muss man ganz neue Rubriken einführen, die dann den nicht schön klingenden Namen „Heute wurden ausgeraubt:“ tragen, gefolgt von einer Liste der Personen und Kurzbeschreibung ihrer Schicksale. Wollen vermutlich auch die wenigsten. Weil solche Spartenvorschläge in den Redaktionssitzungen nicht auf der Tagesordnung zu finden sind, bleibt eben mehr Platz für den Überfall auf den Didda.
Nun, genau stehts eh nicht im Protokoll, wer nun zuerst da war: die BILD-Zeitung mit einer bestimmt schwer besorgten Katja Kessler oder aber die einhundert Polizisten, die ausschwärmten, um die Unholde zu fassen.
100 Polizisten?
Genau, 100 Polizisten. Sogar mit Hub-schrapp-schrapp. Ein ganz schöner Aufwand, wenn man bedenkt, dass kein Personenschaden entstanden ist.
Man kann nur froh sein, dass einer der Ganoven so strunzdumm war, sich die Maske vor der Haustürkamera vom Gesicht zu reißen, die Spekulationen wären vermutlich in alle Richtungen gegangen, wer denn da den Dieter überfällt, vermutlich sogar bis hin zu der hinter vorgehaltener Hand gestellte Frage: „Wo hielt sich eigentlich Thomas Anders zur Tatzeit auf?“
Aber auch so gab es noch genug zu lachen, denn als dem Didda seine Erinnerung von ihrem Kurzurlaub zurückkehrte ins heimische Hirn, fiel es ihm ein:
„Einer der Täter heißt Stefan!“
Sapperlott.
Da wir Menschen mit dem Vornamen Stefan in Deutschland bequem an einer Hand abzählen können, wurde der Täterkreis ad hoc eingeengt und der Fall kann eigentlich schon als gelöst betrachtet werden.
Nur eben mal schnell alle Stefan’s nach Tötensen zur Gegenüberstellung, Speicheltest, Fingerabdruck da lassen und dann wird die Akte geschlossen.
Währenddessen melden sich Menschen zu Wort, die – so tief uns das alle betrübt – sonst nicht viel zu sagen haben. So zum Beispiel Nadja Abdel Farrag. Statt den armen Dieter aufs tiefste zu bemitleiden, behauptet sie dagegen lieber, dass er ja „ganz schön blöd sei“, dass er sein neues Tonstudio ins Haus installieren ließ, denn „so was ziehe Verbrecher nun mal an.“ Schön, dass die Nadja da jetzt so aufrichtig und ehrlich mit dem Ex umgeht, eine Rückkehr nach in Bohlens Arme schließt ein derartiges Verhalten aber aus.
Auch ein „Sicherheitsexperte“ hatte eine Meinung, denn so ein Prominenter wie Herr Bohlen müsste möglichst nicht überwindbare Zäune im Garten installieren und auch ansonsten sich unauffällig verhalten und schon gar nicht mit seinem Reichtum herumprotzen. Wenn man noch ein paar derart schlaue Leute befragt, kann man schon den Eindruck bekommen, dass es ein Verhaltensmuster gibt, bei dem den Ganoven einfach nichts mehr übrig bleibt, als einen zu überfallen. Der Psychologe spricht da von Einbruchs-Zwang, wenn Prominente mit Scheinen wedeln und in Castingshows dumme Sprüche reißen. So was wirkt sich vor Gericht auch gleich strafmildernd aus.
Man kann sich jetzt schon die Frage stellen, was einem ein schicker Zaun und hochauflösende Kameras so nutzen, wenn das Hirn der Haushälterin auf Durchzug steht und diese einfach Hinz und Kunz und Stefan’s die Tür bereitwillig öffnet!
Aber hundertprozentige Sicherheit gibt’s da vermutlich sind.
Sind ja auch alles nur Menschen.
Und was muss, das muss.
Was aber echt nicht muss (abgesehen von der Tatsache, dass ich hier mit dem Phrasenhattrick um die Ecke komm), ist der BILD – Zeichner.
Weil nämlich mittlerweile selbst die aussagekräftigsten Fotos schon nicht mehr ausreichen, um die Dramen der Menschheit adäquat darzustellen, hat man in der Klatschzeitung einen Pinselschwinger engagiert. Nen Namen hat der nicht und auch wie alt der Zeichner ist, weiß man nicht.
Ich tippe: Er heißt Jan Frederik und wird nächsten Sommer Acht. So sehen nämlich seine Bilder aus.
Situationen in denen sich einfach kein glitschiger Fotograf installieren ließ, malt Jan Frederik auf mit dem Wasserfarbkasten vom letzten Weihnachtsfest.
So war zum Beispiel kein Knipser anwesend, als der Dieter mit seiner Lebensgefährtin und seinen Bediensteten gefesselt auf dem Küchenboden lag. So ein Bild wäre auch verwerflich gewesen, hätte der Fotograf doch die Pflicht gehabt, die geknebelten zu befreien aus ihrer unsäglichen Situation. Stattdessen wird so was dann also gemalt. Jan Frederik ist aber ein ganz talentiertes Bürschchen, schafft er es doch, den Dieter lüstern und seine Freundin ein wenig desorientiert schauen zu lassen, wogegen die Haushälterin ein bisschen betrübt ausschaut und das zu Recht, darf sie doch aufgrund ihrer unvorsichtigen Pfortenöffnung mit Gehaltsabzug rechnen.
Nun, der Fall ist noch nicht gelöst. Aber Erkenntnisse haben wir schon gewonnen. Dass wir wohl nicht die Zeitung anrufen, wenn wir mal überfallen werden. Dass wir Kaffee höchsten für 5 – 6 Polizisten kochen müssen und nicht für hundert. Und dass wir unseren Kindern keine Pinsel in die Hand drücken, auf dass sie unser Martyrium gestalterisch zu Papier bringen.
So wird’s laufen.
Trotzdem passiert es immer wieder, es macht Ding Dong, die Tür öffnet sich und der Unhold poltert herein oder aber – wenn dem Sittenstrolch nach sozialer Interaktion nicht so recht ist – er wartet, bis das Opfer häuslich abkömmlich ist und knackt das Fenster auf.
Dann wird meist erstmal Unordnung geschaffen, Einbrecher haben nur selten einen Sinn fürs Ordentliche, was an ihrem subtilen Sinn fürs Zeitgefühl liegen könnte und an der aufkeimenden Hektik bei der Suche nach versteckten Tresoren und verborgenen Reichtümern.
Man kennt das ja aus Filmen. Die großen und schweren Geldaufbewahrer werden mit Vorliebe hinter Wandteppichen und preisgünstigen Dali-Kopien ins Mauerwerk gekloppt.
Aber warum?
Warum immer hinter Bildern? Warum nicht hinter den Fliesen in der Dusche? Oder man stopft all seine Wertsachen zwischen Grafikkarte und Motherboard in den PC und hofft, dass der Lüfter keinen Mist baut?
Ich sag’s Euch.
Noch-mehr-Unordnung.
Das soll ja keine Geldschrank-Schnitzeljagd werden, wenn die Diebe im Haus herumirren.
So ein gepeinigter Hauseigentümer wünscht sich nämlich die „Aha, die Aktien und des Großmutters Schmuck sind im Safe da hinter dem Geschmiere an der Wand, schnell hin und schnell weg!“ – Aussage mehr als ein in der Eingangshalle von den Unholden ausgesprochenes „Nun, jetzt stehen wir an diesem Tor und sind so dumm wie nie zuvor, hauen wir die Hütte kurz und klein, irgendwo muss die Knete sein!“
Aber wie es abläuft, ist letztlich egal. Am Ende der Das-Heim-wurd-leergeräumt-Kette steht keine Party. Niemand lädt seine Freunde ein zu einer kleinen Entweihungsfeier, zu der man selbst zusammengeschraubte Salate mit aromahaltender Alufolie mitbringt.
Es wird aufgeräumt und getrauert um den Verlust der Dinge und der Sicherheit. Nur ganz wenige setzen sich hin und geben erstmal einer Zeitung ein ausführliches Interview.
Zum Beispiel Dieter Bohlen.
Da prominente Menschen seltener überfallen werden als der gemeine Willi aus dem einfachen Volke, sah man sich scheinbar darum bemüht, dieses Ereignis nachrichtentechnisch ganz groß aufzudröseln. Gut, einen Bericht ist das ganze natürlich schon wert, unerwähnt soll es nicht bleiben und weiße Flecken in den Tageszeitungen finden auch niemand kaufenswert.
Auch soll hier nicht der Eindruck entstehen, dass man im Sinne und der Anwendung des Antidiskriminierungsgesetzes nun jeder Überfallene namentlich in der Presse erwähnt werden soll.
Sonst muss man ganz neue Rubriken einführen, die dann den nicht schön klingenden Namen „Heute wurden ausgeraubt:“ tragen, gefolgt von einer Liste der Personen und Kurzbeschreibung ihrer Schicksale. Wollen vermutlich auch die wenigsten. Weil solche Spartenvorschläge in den Redaktionssitzungen nicht auf der Tagesordnung zu finden sind, bleibt eben mehr Platz für den Überfall auf den Didda.
Nun, genau stehts eh nicht im Protokoll, wer nun zuerst da war: die BILD-Zeitung mit einer bestimmt schwer besorgten Katja Kessler oder aber die einhundert Polizisten, die ausschwärmten, um die Unholde zu fassen.
100 Polizisten?
Genau, 100 Polizisten. Sogar mit Hub-schrapp-schrapp. Ein ganz schöner Aufwand, wenn man bedenkt, dass kein Personenschaden entstanden ist.
Man kann nur froh sein, dass einer der Ganoven so strunzdumm war, sich die Maske vor der Haustürkamera vom Gesicht zu reißen, die Spekulationen wären vermutlich in alle Richtungen gegangen, wer denn da den Dieter überfällt, vermutlich sogar bis hin zu der hinter vorgehaltener Hand gestellte Frage: „Wo hielt sich eigentlich Thomas Anders zur Tatzeit auf?“
Aber auch so gab es noch genug zu lachen, denn als dem Didda seine Erinnerung von ihrem Kurzurlaub zurückkehrte ins heimische Hirn, fiel es ihm ein:
„Einer der Täter heißt Stefan!“
Sapperlott.
Da wir Menschen mit dem Vornamen Stefan in Deutschland bequem an einer Hand abzählen können, wurde der Täterkreis ad hoc eingeengt und der Fall kann eigentlich schon als gelöst betrachtet werden.
Nur eben mal schnell alle Stefan’s nach Tötensen zur Gegenüberstellung, Speicheltest, Fingerabdruck da lassen und dann wird die Akte geschlossen.
Währenddessen melden sich Menschen zu Wort, die – so tief uns das alle betrübt – sonst nicht viel zu sagen haben. So zum Beispiel Nadja Abdel Farrag. Statt den armen Dieter aufs tiefste zu bemitleiden, behauptet sie dagegen lieber, dass er ja „ganz schön blöd sei“, dass er sein neues Tonstudio ins Haus installieren ließ, denn „so was ziehe Verbrecher nun mal an.“ Schön, dass die Nadja da jetzt so aufrichtig und ehrlich mit dem Ex umgeht, eine Rückkehr nach in Bohlens Arme schließt ein derartiges Verhalten aber aus.
Auch ein „Sicherheitsexperte“ hatte eine Meinung, denn so ein Prominenter wie Herr Bohlen müsste möglichst nicht überwindbare Zäune im Garten installieren und auch ansonsten sich unauffällig verhalten und schon gar nicht mit seinem Reichtum herumprotzen. Wenn man noch ein paar derart schlaue Leute befragt, kann man schon den Eindruck bekommen, dass es ein Verhaltensmuster gibt, bei dem den Ganoven einfach nichts mehr übrig bleibt, als einen zu überfallen. Der Psychologe spricht da von Einbruchs-Zwang, wenn Prominente mit Scheinen wedeln und in Castingshows dumme Sprüche reißen. So was wirkt sich vor Gericht auch gleich strafmildernd aus.
Man kann sich jetzt schon die Frage stellen, was einem ein schicker Zaun und hochauflösende Kameras so nutzen, wenn das Hirn der Haushälterin auf Durchzug steht und diese einfach Hinz und Kunz und Stefan’s die Tür bereitwillig öffnet!
Aber hundertprozentige Sicherheit gibt’s da vermutlich sind.
Sind ja auch alles nur Menschen.
Und was muss, das muss.
Was aber echt nicht muss (abgesehen von der Tatsache, dass ich hier mit dem Phrasenhattrick um die Ecke komm), ist der BILD – Zeichner.
Weil nämlich mittlerweile selbst die aussagekräftigsten Fotos schon nicht mehr ausreichen, um die Dramen der Menschheit adäquat darzustellen, hat man in der Klatschzeitung einen Pinselschwinger engagiert. Nen Namen hat der nicht und auch wie alt der Zeichner ist, weiß man nicht.
Ich tippe: Er heißt Jan Frederik und wird nächsten Sommer Acht. So sehen nämlich seine Bilder aus.
Situationen in denen sich einfach kein glitschiger Fotograf installieren ließ, malt Jan Frederik auf mit dem Wasserfarbkasten vom letzten Weihnachtsfest.
So war zum Beispiel kein Knipser anwesend, als der Dieter mit seiner Lebensgefährtin und seinen Bediensteten gefesselt auf dem Küchenboden lag. So ein Bild wäre auch verwerflich gewesen, hätte der Fotograf doch die Pflicht gehabt, die geknebelten zu befreien aus ihrer unsäglichen Situation. Stattdessen wird so was dann also gemalt. Jan Frederik ist aber ein ganz talentiertes Bürschchen, schafft er es doch, den Dieter lüstern und seine Freundin ein wenig desorientiert schauen zu lassen, wogegen die Haushälterin ein bisschen betrübt ausschaut und das zu Recht, darf sie doch aufgrund ihrer unvorsichtigen Pfortenöffnung mit Gehaltsabzug rechnen.
Nun, der Fall ist noch nicht gelöst. Aber Erkenntnisse haben wir schon gewonnen. Dass wir wohl nicht die Zeitung anrufen, wenn wir mal überfallen werden. Dass wir Kaffee höchsten für 5 – 6 Polizisten kochen müssen und nicht für hundert. Und dass wir unseren Kindern keine Pinsel in die Hand drücken, auf dass sie unser Martyrium gestalterisch zu Papier bringen.
So wird’s laufen.


1 Comments:
hehe, dank Dir Peter :) Wünsche Dir schöne und ruhige Feiertage ;)
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