Pennys Wochenrückblick Folge 77: Von Vollbärten und anderen Arbeitshindernissen!
Ist es nicht ein unermessliches Glück, wenn man von etwas Zeuge wird?
Kommt drauf an.
Diese Woche konnten wir alle Zeuge werden von einer medial verordneten Heuchelei, die auf uns losgelassen wurde.
Zunächst begann ja alles recht harmlos, aber auch ein bisschen aufbauschend.
Kurt Beck, der als Entdecker der Unterschicht in den Jahresrückblicks-Schwarten ein lauschiges Plätzchen einnehmen wird, prallte mit eben dieser Schicht zusammen.
Beziehungsweise prallte sie auf ihn und zwar in Gestalt des Arbeitslosen Henrico Frank.
Das Szenario war ein gar dramatisches, so las man es in den Zeitungen. Der arbeitslose Mensch kämpfte sich vor bis zu Herrn Beck und beschwerte sich laut bei ihm über die Ungerechtigkeit im Allgemeinen und Hartz 4 im Speziellen. Wie das nun so ist in solchen Situationen, in denen nicht genug Zeit bleibt, sich eine wohl überlegte verbal formulierte Reaktion zusammenzuschustern: man sagt, was man denkt!
Natürlich hätte Kurt Beck dem Pöbelnden – bei angemessener Reaktionszeit – sofort einen Job zur Verfügung gestellt.
"Sei mein dreizehnter Bodyguard!“, hätte er gerufen, wäre er nicht so verdammt überrascht gewesen.
Stattdessen dies:
„Rasieren und waschen sie sich erstmal, dann bekommen sie auch einen Job!“
Aha!
Das rummste.
Ohne nun das genaue Gesicht des Menschen zu kennen, war sofort reflexhaftes Beleidigtsein angesagt bei allen, die nun nicht gerade „Politiker“ als berufliche Laufbahn gewählt haben:
„Wie kann der so was denn…? Was fällt ihm denn…? Wieso sagt der denn…? Hätte man das nicht anders…?“
Ein Bärtiger beleidigt einen anderen Bärtigen wegen seines Bartes.
So was gab es schon lange nicht mehr in unserem Land. Und schon hier muss man mit der Argumentationsfeile anrücken und herumschrubben an den Aussagen derer, die sich da auf den Bart getreten fühlen. Denn unabhängig von der Tatsache, dass Äußerlichkeiten in unserer ach so tiefgründigen Welt keine Rolle spielen dürften, steht fest:
Fratzenflaum ist nicht gleich Fratzenflaum.
Denn der wohl strukturierte 8-Tage-Bart von Herrn Beck vermittelt Nichtblinden einen gänzlich anderen Eindruck als der Wildwuchs im Gesicht des Gehartzten:
Der Bart von Herrn Beck ist gepflegt. Macht einen geplanten Eindruck. Krabbelnde Mikroorganismen mit einem ausgeprägten Hang zum Eierlegen sind nicht zu erwarten.
Nie würde einer auf die Idee kommen und sagen:
„Herr Beck, verdammtnocheins! Rasieren sie sich doch mal, dann werden sie auch ein guter Politiker!“
Anders der Gesichtsteppich von Henrico Frank. Da wildert und wuchert es in sämtliche Richtungen. Ein System ist nicht erkennbar. Über Mikroorganismen will niemand Auskunft geben.
So einfach und doch so schwer ist das hier in unserem Land. Man muss da bärtetechnisch feinfühlig differenzieren. Einer, der seiner Antlitzperrücke reichlich Pflege angedeihen lässt, der kann es in diesem Land zum Politiker bringen während einer, der es nicht so genau nimmt, nur dazu kommt, Politiker zu beschimpfen.
So weit, so polemisch.
Wie nun Herr Beck zu der Teilaussage kommt, dass der Henrico sich waschen soll, bleibt indes im Nebel der Mysterien verborgen. Wir wollen hoffen, dass Herr Beck nicht nahe genug dran war, um das zu beurteilen. Positiv betrachtet könnte man das als Volksnähe betrachten, aber auch als Politmensch einer Arbeiterpartei hat man sich selbst hoffentlich innere Zäune aufgebaut, die man sich zu übersteigen nie trauen wollte.
Nun ging es vielen gar nicht darum, ob Herr Beck Recht hatte oder nicht. Ob Herr Frank mit mehr Hygiene seine Jobchancen würde steigern können. Wenn man es genau überlegt:
Es gibt ja auch Jobs, wo ein Kontakt zur Außenwelt nicht nötig ist. Gruftputze zum Beispiel. Da kann man mit ausgekugelter Schulter und Maden im Haar herumrennen und niemand fühlt sich gestört, wenn dieser arme Mensch nur gewissenhaft seine Arbeit erledigt. Jeder halt nach seinen Möglichkeiten.
Da die öffentliche Meinung, dezent gelenkt von den Medien, aber nicht zu unterschätzen ist und man ja nun immer noch in einer Arbeiterpartei an Gesetzestexten werkelt, musste reagiert werden. Kurt Beck erklärte den Hencrico kurzerhand zur Chefsache und kümmerte sich höchstpersönlich um den netten Herrn. Termine wurden beiseite gefegt, der Radiergummi wuselte durch den Beck’schen Terminplaner wie ein gefräßiger Käfer:
Mittagessen und Wackelpudding mit Angie – GESTRICHEN!
Boxkampf mit Edmund zum Thema Gesundheitsreform – WEG!
Lanparty mit counterstrikebegeisterten Kabinettskollegen - NIX DA!
Ab da zählte nur noch Henrico Frank. Scheitert Henrico, scheitert Deutschland. So kam Herr Frank über Nacht zu seiner ganz privaten Arbeitsagentur. Ohne Schlange stehen in der Kälte. Keine Marke ziehen. Herr Beck wollte höchstpersönlich dafür sorgen, dass Herr Frank einen Job bekommt.
Soviel politisches Engagement sind wir Deutschen aber nicht gewohnt, da bekommen einige Ausschlag. Gewohnt ist man es, dass Parteien Gesetze erlassen, über die wir dann fröhlich schimpfen können wie wild gewordene Rohrspatzen. Aber ein einzelner Politiker, der sich einem einzelnen Schicksal annimmt, das verdaut sich ähnlich federleicht wie zwei Kilo Sauerkraut mit Eierpunsch.
Um dem „Good Will“ – Gedanken Rechnung zu tragen, schwang der Arbeitslose den Rasierer. Es machte Schnipp, es machte Schnapp und vermutlich auch RRRrrrrrssssrrrr. Dann kam noch ein Kamm zum Einsatz. Und – wenn Herr Beck nun Recht hatte – vermutlich auch Kernseife. Gut, die sieben Ohrringe blieben und auch das an sich vielleicht eher jobfeindliche Tattoo auf dem Handrücken ließ sich übers Wochenende nicht spontan und gesellschaftskompatibel weglasern.
Doch die Tendenz stimmte, Henrico war bereit, auf das engagierte Angebot von Herrn Beck einzugehen. Es hätte eine der schönsten Geschichten eines an schönen Geschichten nicht armen Jahres werden können, so richtig mit Taschentuch-Happy-End. Kurt und Henrico, zusammen abgelichtet, der eine den Daumen nach oben, der andere sanft lächelnd. Die SPD hätte ein prima Motiv für den nächsten Wahlkampf gehabt und irgendein furchtbar kreativer Parteigenosse hätte einen furchtbar grausamen Satz unter das Motiv geklöppelt:
„Wir kümmern uns um jeden Arbeitslosen…wenn es sein muss, auch persönlich!“
Zusammen mit den Grünen hätte man die Gengesetze geändert und 4 Millionen Beck-Klone auf die schreiend flüchtenden Arbeitslosen losgelassen.
So hätte es laufen können.
Aber es kam ganz anders.
Die Stimmung kippte, weil man nun ein bisschen genauer hinschaute. Plötzlich erinnerte man sich, denn Frank trug an seiner Lederjacke einen Button:
„Arbeit ist Scheiße!“
Ja, hätte man das vorher gewusst, manches wäre uns erspart geblieben. Denn Henrico hatte offenkundig nicht vor, zu arbeiten. Acht Stellen, die Herr Beck ihm besorgte, wurden abgelehnt. Von seiner Pressesprecherin. Auch hier, landesweit Reflexe:
„Wieso hat so einer denn eine…? Wieso bekomm ich keine acht…? Was fällt dem eigentlich…?“
Tatsächlich ist die Frage nicht unberechtigt, warum ein Hartz 4 Bezieher eine Presseprecherin sein Eigen nennt. Die hat Herr Frank schließlich auch nicht beim Bepöbeln des Herrn Beck benötigt. Aber wenn die Zeitung kommt, dann muss man schon ein bisschen organisierter sein. Henrico Frank bekam von nun an keine Jobs mehr um die Ohren gekloppt, sondern nur noch fiese Nachrichten auf Seite 1. Vom bärtig Beleidigten fiel er herab auf den Thron, auf dem Deutschlands „frechster Arbeitsloser“ sein Zepter schwingt und die Stütze sollte man ihm auch kürzen. Nen guten Grund für die plötzlich aufkeimende Arbeitsunlust gab es dann aber doch: Eine Schulterprellung, die sich Herr Frank zuzog, als er aus seiner Hollywoodschaukel fiel. Wer sich nun an den Kopf packt und sich immer wieder fragt, warum so einer – ja so einer – ne Hollywoodschaukel sein Eigen nennen darf, der stellt die falschen Fragen.
Es gibt interessantere:
Muss die Welt in solchen Momenten in Gut (Beck als Arbeitsagentur, Frank vor der Rasur) und Böse (Beck beim Beleidigen, Frank beim Arbeit ablehnen) eingeteilt werden? Wo da die Grenzen doch eh recht schwammig sind? Kann man nicht dazu übergehen, Menschen danach zu beurteilen, ob sie sich einfach nur seltsam benehmen? Frank, der acht Arbeitsangebote nicht annimmt? Beck, der sich den Hintern für einen hoffnungslosen Fall aufreißt, während andere händeringend nach Arbeit suchen? Die BILD, sie Menschen auf Sockel stellt, nur um danach wieder runterzustürzen? Wir, die wir dieses Treiben betrachten und uns in unserer Meinung derart lenken lassen und hoffentlich nicht glauben, dass alle Arbeitslosen sich so benehmen?
Das nehmen wir uns für das neue Jahr ganz doll vor, versprochen.
Kommt drauf an.
Diese Woche konnten wir alle Zeuge werden von einer medial verordneten Heuchelei, die auf uns losgelassen wurde.
Zunächst begann ja alles recht harmlos, aber auch ein bisschen aufbauschend.
Kurt Beck, der als Entdecker der Unterschicht in den Jahresrückblicks-Schwarten ein lauschiges Plätzchen einnehmen wird, prallte mit eben dieser Schicht zusammen.
Beziehungsweise prallte sie auf ihn und zwar in Gestalt des Arbeitslosen Henrico Frank.
Das Szenario war ein gar dramatisches, so las man es in den Zeitungen. Der arbeitslose Mensch kämpfte sich vor bis zu Herrn Beck und beschwerte sich laut bei ihm über die Ungerechtigkeit im Allgemeinen und Hartz 4 im Speziellen. Wie das nun so ist in solchen Situationen, in denen nicht genug Zeit bleibt, sich eine wohl überlegte verbal formulierte Reaktion zusammenzuschustern: man sagt, was man denkt!
Natürlich hätte Kurt Beck dem Pöbelnden – bei angemessener Reaktionszeit – sofort einen Job zur Verfügung gestellt.
"Sei mein dreizehnter Bodyguard!“, hätte er gerufen, wäre er nicht so verdammt überrascht gewesen.
Stattdessen dies:
„Rasieren und waschen sie sich erstmal, dann bekommen sie auch einen Job!“
Aha!
Das rummste.
Ohne nun das genaue Gesicht des Menschen zu kennen, war sofort reflexhaftes Beleidigtsein angesagt bei allen, die nun nicht gerade „Politiker“ als berufliche Laufbahn gewählt haben:
„Wie kann der so was denn…? Was fällt ihm denn…? Wieso sagt der denn…? Hätte man das nicht anders…?“
Ein Bärtiger beleidigt einen anderen Bärtigen wegen seines Bartes.
So was gab es schon lange nicht mehr in unserem Land. Und schon hier muss man mit der Argumentationsfeile anrücken und herumschrubben an den Aussagen derer, die sich da auf den Bart getreten fühlen. Denn unabhängig von der Tatsache, dass Äußerlichkeiten in unserer ach so tiefgründigen Welt keine Rolle spielen dürften, steht fest:
Fratzenflaum ist nicht gleich Fratzenflaum.
Denn der wohl strukturierte 8-Tage-Bart von Herrn Beck vermittelt Nichtblinden einen gänzlich anderen Eindruck als der Wildwuchs im Gesicht des Gehartzten:
Der Bart von Herrn Beck ist gepflegt. Macht einen geplanten Eindruck. Krabbelnde Mikroorganismen mit einem ausgeprägten Hang zum Eierlegen sind nicht zu erwarten.
Nie würde einer auf die Idee kommen und sagen:
„Herr Beck, verdammtnocheins! Rasieren sie sich doch mal, dann werden sie auch ein guter Politiker!“
Anders der Gesichtsteppich von Henrico Frank. Da wildert und wuchert es in sämtliche Richtungen. Ein System ist nicht erkennbar. Über Mikroorganismen will niemand Auskunft geben.
So einfach und doch so schwer ist das hier in unserem Land. Man muss da bärtetechnisch feinfühlig differenzieren. Einer, der seiner Antlitzperrücke reichlich Pflege angedeihen lässt, der kann es in diesem Land zum Politiker bringen während einer, der es nicht so genau nimmt, nur dazu kommt, Politiker zu beschimpfen.
So weit, so polemisch.
Wie nun Herr Beck zu der Teilaussage kommt, dass der Henrico sich waschen soll, bleibt indes im Nebel der Mysterien verborgen. Wir wollen hoffen, dass Herr Beck nicht nahe genug dran war, um das zu beurteilen. Positiv betrachtet könnte man das als Volksnähe betrachten, aber auch als Politmensch einer Arbeiterpartei hat man sich selbst hoffentlich innere Zäune aufgebaut, die man sich zu übersteigen nie trauen wollte.
Nun ging es vielen gar nicht darum, ob Herr Beck Recht hatte oder nicht. Ob Herr Frank mit mehr Hygiene seine Jobchancen würde steigern können. Wenn man es genau überlegt:
Es gibt ja auch Jobs, wo ein Kontakt zur Außenwelt nicht nötig ist. Gruftputze zum Beispiel. Da kann man mit ausgekugelter Schulter und Maden im Haar herumrennen und niemand fühlt sich gestört, wenn dieser arme Mensch nur gewissenhaft seine Arbeit erledigt. Jeder halt nach seinen Möglichkeiten.
Da die öffentliche Meinung, dezent gelenkt von den Medien, aber nicht zu unterschätzen ist und man ja nun immer noch in einer Arbeiterpartei an Gesetzestexten werkelt, musste reagiert werden. Kurt Beck erklärte den Hencrico kurzerhand zur Chefsache und kümmerte sich höchstpersönlich um den netten Herrn. Termine wurden beiseite gefegt, der Radiergummi wuselte durch den Beck’schen Terminplaner wie ein gefräßiger Käfer:
Mittagessen und Wackelpudding mit Angie – GESTRICHEN!
Boxkampf mit Edmund zum Thema Gesundheitsreform – WEG!
Lanparty mit counterstrikebegeisterten Kabinettskollegen - NIX DA!
Ab da zählte nur noch Henrico Frank. Scheitert Henrico, scheitert Deutschland. So kam Herr Frank über Nacht zu seiner ganz privaten Arbeitsagentur. Ohne Schlange stehen in der Kälte. Keine Marke ziehen. Herr Beck wollte höchstpersönlich dafür sorgen, dass Herr Frank einen Job bekommt.
Soviel politisches Engagement sind wir Deutschen aber nicht gewohnt, da bekommen einige Ausschlag. Gewohnt ist man es, dass Parteien Gesetze erlassen, über die wir dann fröhlich schimpfen können wie wild gewordene Rohrspatzen. Aber ein einzelner Politiker, der sich einem einzelnen Schicksal annimmt, das verdaut sich ähnlich federleicht wie zwei Kilo Sauerkraut mit Eierpunsch.
Um dem „Good Will“ – Gedanken Rechnung zu tragen, schwang der Arbeitslose den Rasierer. Es machte Schnipp, es machte Schnapp und vermutlich auch RRRrrrrrssssrrrr. Dann kam noch ein Kamm zum Einsatz. Und – wenn Herr Beck nun Recht hatte – vermutlich auch Kernseife. Gut, die sieben Ohrringe blieben und auch das an sich vielleicht eher jobfeindliche Tattoo auf dem Handrücken ließ sich übers Wochenende nicht spontan und gesellschaftskompatibel weglasern.
Doch die Tendenz stimmte, Henrico war bereit, auf das engagierte Angebot von Herrn Beck einzugehen. Es hätte eine der schönsten Geschichten eines an schönen Geschichten nicht armen Jahres werden können, so richtig mit Taschentuch-Happy-End. Kurt und Henrico, zusammen abgelichtet, der eine den Daumen nach oben, der andere sanft lächelnd. Die SPD hätte ein prima Motiv für den nächsten Wahlkampf gehabt und irgendein furchtbar kreativer Parteigenosse hätte einen furchtbar grausamen Satz unter das Motiv geklöppelt:
„Wir kümmern uns um jeden Arbeitslosen…wenn es sein muss, auch persönlich!“
Zusammen mit den Grünen hätte man die Gengesetze geändert und 4 Millionen Beck-Klone auf die schreiend flüchtenden Arbeitslosen losgelassen.
So hätte es laufen können.
Aber es kam ganz anders.
Die Stimmung kippte, weil man nun ein bisschen genauer hinschaute. Plötzlich erinnerte man sich, denn Frank trug an seiner Lederjacke einen Button:
„Arbeit ist Scheiße!“
Ja, hätte man das vorher gewusst, manches wäre uns erspart geblieben. Denn Henrico hatte offenkundig nicht vor, zu arbeiten. Acht Stellen, die Herr Beck ihm besorgte, wurden abgelehnt. Von seiner Pressesprecherin. Auch hier, landesweit Reflexe:
„Wieso hat so einer denn eine…? Wieso bekomm ich keine acht…? Was fällt dem eigentlich…?“
Tatsächlich ist die Frage nicht unberechtigt, warum ein Hartz 4 Bezieher eine Presseprecherin sein Eigen nennt. Die hat Herr Frank schließlich auch nicht beim Bepöbeln des Herrn Beck benötigt. Aber wenn die Zeitung kommt, dann muss man schon ein bisschen organisierter sein. Henrico Frank bekam von nun an keine Jobs mehr um die Ohren gekloppt, sondern nur noch fiese Nachrichten auf Seite 1. Vom bärtig Beleidigten fiel er herab auf den Thron, auf dem Deutschlands „frechster Arbeitsloser“ sein Zepter schwingt und die Stütze sollte man ihm auch kürzen. Nen guten Grund für die plötzlich aufkeimende Arbeitsunlust gab es dann aber doch: Eine Schulterprellung, die sich Herr Frank zuzog, als er aus seiner Hollywoodschaukel fiel. Wer sich nun an den Kopf packt und sich immer wieder fragt, warum so einer – ja so einer – ne Hollywoodschaukel sein Eigen nennen darf, der stellt die falschen Fragen.
Es gibt interessantere:
Muss die Welt in solchen Momenten in Gut (Beck als Arbeitsagentur, Frank vor der Rasur) und Böse (Beck beim Beleidigen, Frank beim Arbeit ablehnen) eingeteilt werden? Wo da die Grenzen doch eh recht schwammig sind? Kann man nicht dazu übergehen, Menschen danach zu beurteilen, ob sie sich einfach nur seltsam benehmen? Frank, der acht Arbeitsangebote nicht annimmt? Beck, der sich den Hintern für einen hoffnungslosen Fall aufreißt, während andere händeringend nach Arbeit suchen? Die BILD, sie Menschen auf Sockel stellt, nur um danach wieder runterzustürzen? Wir, die wir dieses Treiben betrachten und uns in unserer Meinung derart lenken lassen und hoffentlich nicht glauben, dass alle Arbeitslosen sich so benehmen?
Das nehmen wir uns für das neue Jahr ganz doll vor, versprochen.


10 Comments:
ich les den blog immer wieder gern... penny, du hast sowas von recht ^^
geile rampensau ;)
Danke...aber wer genau ist jetzt die geile Rampensau? :D
Dem habe ich nichts, aber auch gar nichts, hinzuzufügen. Super !!!
M.
Immer wieder interessant, wie genau du dich in der BILD auszukennen scheinst :)
Trotzdem mal wieder sehr amüsant zu lesen.
Grüßle, Red
Great article! Thanks.
Nice Blog!
Thanks for interesting article.
Thank You! Very interesting article. Do you can write anything else about it?
Very interesting site. Blog is very good. I am happy that I think the same!
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