Pennys Wochenrückblick Folge 24: wenn vergammeltes Fleisch zu singen beginnt und anderes Schimmelgetöse!
Jetzt haben wir also den Salat. Den Fleischsalat. Noch genauer? Aber gerne: jetzt haben wir ihn also, den verschimmelten Fleischsalat.
Fleisch an sich ist ja eh schon länger nicht mehr in Glanz und Gloria getaucht, bekloppte Rinder und supergesunde – weil mit Antibiotika vollgepumpte – Schweinchen haben einen kleinen Teil dazu beigetragen.
Aber gut, da kann man nicht viel machen.
Die Möglichkeiten der Verbraucher sind ja eigentlich sowieso begrenzt, da Keime die unangenehme Eigenschaft haben, recht klein zu sein für die menschliche Pupille.
Und wenn sich der Schimmel doch bemerkbar macht auf dem Steak, dann denken bestimmt wieder einige:
„Och, das ist doch nur noch ein bisschen Fell!“
Überhaupt, der Verbraucher ist auch ein bisschen Schuld, sagt der Horst, der Seehofer.
Wir mit unserer „Geiz ist Geil“ Mentalität sorgen ja für einen schier ungeheuren Preisdruck unter den konkurrierenden Fleischanbietern auf dem Markt.
Das leuchtet ein und ein billiges Auto muss auch nur drei Räder haben.
Die Vegetarier werden sagen: „Wir haben es doch schon immer gewusst!“
Sie und noch ein paar andere werden einwerfen, dass Fleisch ja eh keinen Eigengeschmack habe und sich nur durch so manche würzige Sauce in ein gar köstliches Mal verwandle.
Natürlich stimme ich dem zu, allerdings finde ich die Vorstellung keineswegs interessant, lediglich Gewürzsoße zu schlabbern.
Man war sich auf jeden Fall recht schnell einig, dass Schimmel auf den Käse und in durchnässte Wände gehört, aber nicht auf ein Schnitzel.
Tipps für den mündigen Bürger gab es ja diese Woche zuhauf, frischer Rehrücken lässt sich am besten daran erkennen, dass irgendwo noch ein bisschen Geweih aus der Packung stößt, noch warmes Schweinefleisch erkenne man an frisch gekämmten Borsten und das Steak an sich ist eigentlich zum Verzehr geeignet, wenn es noch nicht paprikagrün ist.
Da haben dann nur die Farbenblinden ein Problem, aber wir können uns auch hier nicht mit jeder Minorität beschäftigen.
Natürlich meldet sich die korksandalentragende Front lauthals zu Wort, jetzt muss auch mal Schluss sein mit der Fleischesserei, ein Umdenken sei doch von Nöten, wir lassen die Kuh jetzt mal Kuh sein und widmen uns dem Gemüse.
Doch auch da finden sich nur Enttäuschungen, sind doch die Paprikas aus dem Supermarkt laut Greenpeace zu kleinen Pestizid-Handgranaten verkommen.
Man merkt es schon, es wird Zeit für eine trendige Brigitte-Diät, vielleicht: „Diese Woche essen wir mal gar nichts und nehmen drei Pfund ab!“
Ob sich das durchsetzt?
Nun, auf jeden Fall wird verottetes Fleisch vielfach untersucht und danach vernichtet, was ja auch richtig ist, wer will schon wissen, wie vergammeltes Mett noch ein bisschen weiter vergammelt und plötzlich Füße bekommt.
Irgendwo in dieser Republik hat man das aber dann doch gemacht, mit 5 großen Mettklumpen sogar, monatelang hat man das Zeug in die Sauna gelegt und wissenschaftlich untersucht und am Ende des Experiments durften die 5 Mettklumpen auf die Bühne gehen und „Durch den Monsun“ singen!
Jawoll ja, es ist Tokio Hotel Zeit und man verzeihe mir das Thema an sich, weil es ja keine Herausforderung darstellt, über 5 Gören zu schreiben, die nur beim Singen drei gerade Sätze auf einmal rausbringen.
Selbstredend hat eine solche Band ja eine Existenzberechtigung, schließlich weiss so manch neunjähriger heutzutage nicht, was er hören soll, wenn Benjamin Blümchen uncool wird. Endlich weiss ich, was in meiner Kindheit fehlte, fünf Knaben, die böse gucken können und irgendwas über Regen berichten. Juli und Silbermond für Grenzdebile.
Auch faszinierend, dass solche Bands heutzutage schon nach einer Single berühmt wie Hulle sind und kleine Mädchen an chronisch obstruktiver Bronchitis leiden.
Früher, zu meiner Zeit, da musste man sich als Musikus erstmal ein bisschen beweisen, da gab es Sätze wie:“Hmmmm, die erste Single war okay, eigentlich war sie sogar super, wollen doch mal schauen, ob mit der zweiten nicht schon der Absturz folgt.“
Man war skeptischer und noch nicht so abgestumpft, scheint mir fast.
Doch heutzutage kaufen ja auch nur noch die ganz kleinen Menschen CDs.
er Rest zieht sich die Musik ja aus dem Netz, wobei ich schwer verwundert bin, dass es noch „aus dem Netz ziehen“ und nicht „ausm Net pullen, Alder“ heißt.
Fans der Band US 5 mögen Tokio Hotel übrigens gar nicht.
Das ist witzig, denn nach „USA vs. IRAK“ gibt es nun endlich wieder einen kleinen Krieg in den Medien zu bestaunen, toll.
Warum die Fans von US 5 die Asien-Pension nicht mögen weiß ich leider nicht. Ist vielleicht zuviel krasse Gitarrenmusik oder so.
Die sind vielleicht zu krass drauf, schließlich wurden die beim Saufen erwischt und das ist gar nicht lustig, weil die 5 singenden Metthaufen noch minderjährig sind.
Aber einer hatte gleich eine passende Ausrede parat, nämlich „eine Frau hat mir so ein buntes Getränk in die Hand gedrückt und ich hab gar nicht gemerkt, dass da Alkohol drin ist.“
Jetzt kann man sich genüsslich der Frage zuwenden, welcher Metthaufen denn dümmer ist, der Tokio Hotel-Haufen oder der Manager-Haufen, der dem Tokio-Hotel-Haufen instruiert hat, einen derartigen Schwachsinn von sich zu geben.
Was soll das noch für Ausmaße nehmen mit der Jugend von heute?
Wenn die kleine Sängerin von Schnappi mit der Kokserei anfängt, wird sie dann auch behaupten, dass sie dachte, es sei nur Schnee?
Ach ich weiss es auch nicht.
Heute ist übrigens Freitag und ich habe Verona Feldbuschs Brustwarze gesehen. Herrlich. Mein Leben hatte also wieder einen Sinn. Diese alte Schnepfe, nie wollte sie sich ausziehen, aber haha, ganz Deutschland weiss jetzt, wie die poothsche Brust nun ausschaut und dank Bild.de wissen wir sogar, wie sie unter ner Lupe aussieht. Wahnsinn. Echt jetzt. Was mich irgendwie zu der Überzeugung bringt, dass in der BILD Kantine auch kein frisches Fleisch mehr feilgeboten wird.
Es ist immer wieder herrlich zu beobachten, über was man so alles berichten kann und deswegen berichte ich noch über das hier:
Heute, kurz vor elf, eine Hals-Nasen-Ohren Praxis mitten in Deutschland.
In der Mitte des Wartezimmers auf Kniehöhe ein roter Holztisch mit lauter komischen weissen Flecken.
„Huch“, denk ich so auf die Entfernung betrachtend „hat der Fleischskandal jetzt auch schon die Herren in weiss erreicht?“
Und plötzlich kommt sie rein, eine Mutter mit ihren drei Rutschepetern (das ist österreichisch, ich habs nachgeschlagen) und zack, hocken die drei am Tisch, nehmen die stabilen Bauklötze in die Fingerchen und schon weiss man, woher die weissen Macken im roten Holztisch kommen.
Und ich war doch nur wegen meinem Hals hier, denk ich so vor mich hin.
Klötze sollten aus Schaumstoff gemacht sein. Da spricht doch wohl überhaupt nichts gegen, auch Schaumstoffklötze kann man zu Türmen auftürmen und wenn diese dann holterdipolter umkippen, dann ist dieses holterdipolter doch wohl ein Andre Rieu Streichkonzert gegen das holterdipolter von normalen Bauklötzen, welches ja eher an eine polnische Baustelle erinnert.
Aber es sind nicht nur die Klötze. Kleine Kinder rennen andauernd in Arztpraxen mit ihrem Kopf gegen Stuhllehnen (wenn die Stühle leer sind) oder gegen die arthritischen Knie älterer Menschen (wenn die Stühle besetzt sind).
So oder so, finde ich es bewundernswert, mit welch stoischer Gelassenheit Kleinkinder derartige Aufprallereignisse verarbeiten, nur die wenigsten weinen und somit haben sie viel mit Betrunkenen gemeinsam, wenn diese im Flachflug die Strasse mit ihrem Gesicht tätowieren.
Vielleicht sollten sich mal Wissenschaftler über dieses Schmerzfrei - Phänomen wundern und sich damit beschäftigen, ich war auf jeden Fall froh (wie alle anderen Patienten auch), endlich dranzukommen.
Gut, dass keiner der drei Kleinen auch noch ne Windel vollgemacht hat, sonst hätte mein HNO-Arzt viel zu tun gehabt.
Eine schöne Woche noch.


9 Comments:
Einfach köstlich ! Und sieht alles so lecker aus. Aber wo ist denn der weihnachtliche Wochenrückblick ? Jetzt wird es aber endlich Zeit für Besinnlichkeit und Harmonie und nicht immer diese Negativschlagzeilen. Jetzt ist die Zeit für Lebkuchenherzen und die Frage, wie Dieter Bohlen wohl den Weihnachtsbaum schmückt. Ich stelle mir das so vor: Estephania, hol doch mal die Kugeln, ach und vergiss die elektrische Lichterkette nicht, na ja und ein wenig Lametta wäre auch nett. Außerdem was gibt es heute zu essen ? Mein Gott, die Ärmste. Zwischendurch noch Windeln wechseln etc. etc. Aber wahrscheinlich wird es so sein, daß es gar keinen Baum gibt, ist doch viel zu teuer und überhaupt, wer braucht denn heute noch einen Christbaum. Machen wir uns doch lieber ein Leberwurstbrot (siehe letztes Foto). Da weiß man, was man hat. Ich hab's doch gesagt: Einfach köstlich ! In diesem Sinne. Bis nächste Woche. Deine M.
hehe, danke für die köstliche Kritik....und der Weihnachtsworü folgt ;)
Ahhhhh wie köstlich ich deinen Wochenrückblick doch immer wieder finde (eindeutig zweideutig).
Ich liebe es, dadurch sieht ein auch sonst so düsterer Tag doch gleich wieder viel fröhlicher aus.
Das war mal wieder der Perfekte start ins wochende.
Seit mein lieblings Kolumnist (richtig geschrieben??) aus dem Hamburger Abendblatt gestorben ist fehlte etwas am Ende der Woche, doch der Wochenrückblick ist ein würdiger Ersatz, wenn er nicht sogar besser ist.
Naja lange Rede kurzer Sinn: Mach weiter so mich freuts!!!^^
hui...so eine Kritik ehrt aber auch :D
Danke
Hallo,
die Wochenrückblicke, lassen wir es vier oder fünf gewesen sein, die ich gelesen habe, empfand ich alle als mehr oder minder langweilig. Eher mehr langweilig als minder, aber das tut ja nichts zur Sache.
Im Grunde ist es natürlich löblich, wenn ein junger Mensch seiner Kreativität freien Lauf lässt, aber mit einem Blog!? Mit einem unter hunderttausenden Wochenrückblicken? Zur Selbstverwirklichung ist dein Blog sicher brauchbar, aber zur Unterhaltung einfach zu fad und in die Länge gezogen. Komm doch mal auf den Punkt und versuche nicht dir eine Klasse geben zu wollen, die du einfach nicht besitzt, in dem Alter auch nicht besitzen kannst. Ist ja nicht böse gemeint, aber da fehlt jegliche Spritzigkeit und das Feingefühl Pointen zu setzen.
Es scheint als versuchst du krampfhaft sämtliche, dir lustig erscheinenden Gedanken zu einem Thema in den Rückblick quetschen zu wollen. Dabei verlierst du aber klar den Focus und noch wichtiger, den Leser aus den Augen.
Nochmal: Manchmal ist weniger einfach mehr! Aber versuch es einfach weiter, würde mich freuen eine gewisse Entwicklung beobachten zu können.
wie alt muss man denn werden, um Klasse zu besitzen?
Ansonsten stimme ich natürlich auch einer schlechten Kritik zu, ich versuche auch ständig an mir zu arbeiten, würde mich freuen, Dich als Leser nicht zu verlieren ;)
hallo, mr.pennywise! wieder ein gelungener wochenrückblick! auch wenn es leser gibt, die deiner themenvielfalt mit genialen übergängen skeptisch gegenüberstehen: bleibe bitte dabei. das ist ja gerade das so erfrischend gute und andere! in diesem sinne, ein 55jähriger fan
Hallo... Leider dieses Mal etwas kürzer mein Kommentar (hab im Moment so wenig Zeit:( )... Ich fands mal wieder super und auch total witzig (wie jedes Mal eigentlich). Lass Dich nicht verunsichern und mach einfach weiter so :-)
Hallo Penny,
Kritik (wie vom Zeitungsmenschen (?)) kann auch positiv sein. Ganz so unrecht hat er wohl nicht, aber wem viele Ideen durch den Kopf gehen, mit dem gehts schon mal durch. Ich fand den Übergang von Mettklumpen zu Tokio Hotel einfach Klasse und gelungen und ließ meine Mundwinkel sich nach oben bewegen, wo sie auch bis zum Ende blieben. Die Kurve muss man erst mal kriegen "Herr Zeitungsmensch" !
Also, weiter so ! Freue mich auf Freitag.
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