Penny Wochenrückblick Folge 40: Herr Richter, Herr Richter, den Galgen für den Dichter!
„Und dass mir ja keine Klagen kommen!“
Diese Worte sind es, die Erziehungsberechtigte (die nicht mit Erziehungsbefähigten zu verwechseln sind) häufig ihren Sprösslingen mit auf den Weg geben, bevor diese auf eine Drogenparty oder in die Jungfräulichkeit gefährdende Jugendfreizeiten abdüsen.
Genauso gut könnten die Eltern aber auch gar nichts sagen oder etwas tiefsinnig triefendes wie „hinfort mit dir, Frucht meiner Lenden, möge deine Abenddämmerung von nüchterner Fröhlichkeit begleitet sein und sollst du dich auch stets an deinen Vornamen erinnern.“
Es läuft auf das gleiche hinaus: die Kids interessiert`s nicht!
In Amerika kennt man den oben genannten Satz allerdings nicht. Da wird gern und oft geklagt und zwar gegen alles, was bei drei nicht weggucken kann.
Das kann mitunter recht seltsame Blüten auf dem Beet der Justiz treiben.
Schließlich ist es recht einfach, sich ein gewisses Maß an Schusseligkeit anzueignen und sich nen Kaffeebecher in den Schritt zu schütten, ist die Coffeinsuppe auch nur einen Tacken zu heiß, kann das schon ein paar Millionen wert sein.
Auch freiwillig gerauchte Zigaretten können einen schnell zu Vermögen helfen, wenn man die Tatsache ignoriert, einen Tumor in der Lunge zu haben.
Die Erkenntnis, dass Glimmstängel einen Schaden verursachen, ist natürlich erst mal abwegig, man kann mit seinem Husten ganze Autobahnabschnitte teeren, zur Besinnung kommt man erst, wenn man die dunklen Flecken auf dem Röntgenbild erspäht.
Dann meldet sich die Hirnanhangdrüse und schüttet Gerechtigkeits-Endorphine aus und schon hockt man zusammen mit Phillip Morris im Gerichtssaal und hustet besonders kröckselnd im Zeugenstand.
Meldungen, dass ein vor eine Hauswand gelaufener und dadurch schwerst Verletzter die Herstellerfirma der in der Mauer verbauten Ziegelsteine vor den Richter zerrt, existieren zwar noch nicht, würden uns aber wohl nur ein müdes Schulterzucken entlocken.
Bisher konnte man davon ausgehen, dass es sich bei all der Klagerei um ein rein amerikanisches Problem handelt. Aber das dachte man von George W. Bush auch.
Klagen gegen Großbäckereien, dass sich auf den Brötchen nicht die gewünschte Menge Sesam befindet und man sich dadurch in einer instabilen Gemütslage sieht, kommen hierzulande über keine Gerichtstürschwelle.
Lediglich ein mutiger Anwalt – der es eigentlich hätte besser wissen müssen – wagte es, als Diabetiker gegen die Hersteller von Snickers und Coca-Cola aufzubegehren.
Auch hier hätte man mit einem Mindestmaß an Intelligenz wissen können, dass schokocremige Erdnussriegel nicht in der Gemüseabteilung feilgeboten werden und Coca-Brause keiner französischen Mineralwasserquelle entspringt, doch ist’s ein leichtes für Kluge Menschen, sich dumm zu stellen als das umgekehrt der Fall ist.
Die Snickers-Klage fand auf jeden Fall keinen Richter, der sich mit einem solchen Schnickschnack befassen wollte, also wurde der kleine Hammer geschwungen und die Sitzung für beendet erklopft.
Warum man ordentlichen Richtern in jedem Land dieser Welt so einen kleinen lächerlichen Holzhammer in die Hände der Rechtsloyalität drückt, bleibt wohl ein ewig gehütetes Staatsgeheimnis.
Man sollte doch meinen, wenn so ein ehrenwerter Herr seinen Worten Nachdruck verleihen möchte, sollte er die Möglichkeit haben, dies mit einem recht großen Hammer aus Titanstahl zu tun, der auch richtig doll Lärm macht und Funken sprüht, wenn man damit auf den Tisch kloppt.
Flammeneffekte wären auch nicht schlecht.
Aber mit so nem Hämmerchen halbenergisch auf den Tisch zu klackern, das löst doch bei labilen Menschen höchstens den Wunsch aus, eine Walnuss darunter zu legen.
Vielleicht ist es aber auch schade, dass eine derartige Klage-Kultur in Deutschland nicht existiert. Wäre doch toll, lauter Leute die Vögelverkäufer aus Zoohandlungen vor den Kadi zerren, weil sie Panikanfälle bei jeder Erkältung bekommen.
Da hätten selbst die Schöffen endlich mal wieder nen Grund zum Lachen.
Auch Verteidiger und Staatsanwälte könnten wieder originelle Plädoyers halten, ich sehe sie vor mir, Männer in schicken schwarzen Roben, die eine Hand zum Himmel geneigt (der natürlich wegen der Gerichtsdecke nicht sichtbar ist, aber die Absicht zählt) und dann hauen sie es raus, voller Elan:
„Hier, meine sehr verehrten Damen und Herren, sehen sie ein Opfer, ja ein Opfer nicht nur der Gesellschaft im allgemeinen sondern auch der digitalen Welt im Besonderen, nur langsam wird die Hörfähigkeit meines Mandanten wiederkehren und von bleibenden Schäden will ich hier gar nicht erst anfangen, Euer Ehren und deswegen verklagen wir den Möchtegern-Superstar Tobias Regner auf dreihundert Trilliarden….“
Naja…man kann nicht alles haben.
Aber eventuell besteht noch Hoffnung auf derartige Prozesse in unserem Land.
In Großbritannien ist man schon ein Stück weit offener für derartige Sachverhalte.
Dort musste eine Lehrerin jahrelang – und jetzt kommt’s – auf einem Bürostuhl sitzen, der Flatulenzgeräusche von sich gibt.
Umtausch ausgeschlossen.
Das hat die gute so dermaßen fertig gemacht, dass sie wegen Mobbing vor Gericht zog und nun die für durch Furz-Sessel verursachte psychische Defekte angemessene Entschädigungssumme von 1,45 Millionen Pfund verlangt.
Nicht, dass wir uns jetzt falsch verstehen, es geht hier nicht um sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz durch den Cordjackentragenden Schuldirektor und nein, es hat auch niemand den vollgesogenen Tafelschwamm in Miss Storers Handtasche versteckt, es geht wirklich nur um einen Sessel, der Pffffrb macht, wenn man sich darauf setzt.
Nun sollte man den erschwerenden Umstand nicht außer acht lassen, dass Miss Storer mehrmals einen neuen Sessel verlangt, leider aber im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen keinen neuen bekommen hat.
Also mal abgesehen davon, dass so manch einer GELD für eine pupende Sitzgelegenheit ausgeben würde, einfach, weil’s n netter Partygag ist und nicht mal stinkt:
Warum um alles in der Welt hat Miss Store sich nicht einfach einen Sessel mit Manieren gekauft? Und war die seelische Belastung wirklich so unerhört?
Selbst Schüler, die an der Trantütenklippe entlang stolpern und jeden Moment Gefahr laufen in einen Ozean aus purer Stupidität hinabzustürzen, müssten eigentlich nach dem achten geruchslosen Pups von Miss Storer begreifen, dass der Stuhl die Schuld hat.
Also wozu die ganze Aufregung.
Was also, wenn sie damit durchkommt und all das Geld auf ihr Konto überwiesen wird?
Richtet sie dann ihr Haus mit Möbelstücken ein, die garantiert und unter keinen Umständen auch nur irgendein Geräusch von sich geben?
Was würde ich nicht für ein rülpsendes Nachttischchen an Euros hinblättern und die gute Dame will komplett darauf verzichten?
Mensch, wir haben uns früher die Yps Hefte zu hunderten gekauft, nur wegen dem schicken Furzkissen und wir haben es doch alle eingesetzt, ohne dass hinterher einer der Veräppelten sofort zum Psychiater musste (nur die, bei denen wir noch Marmelade ins Kissen gefüllt haben, waren nah daran, auszuflippen).
Pure Geldgeilheit möchte man der Dame ja jetzt nicht unterstellen, man ist sich da ganz sicher und hat ein gutes Gespür, wenn die Herren Rektoren ihr Toupet in Demut senken und der Dame einen Holzstuhl in roter Schleife daherstellen, dann wird sie jauchzend zurückkommen, die Klageschrift zerfetzend wird sie sich in die Arme ihrer Schüler schmeißen und mit dem Kollegium Wodka trinken, bis alle glücklich unter dem Tisch liegen.
Prost!
Diese Worte sind es, die Erziehungsberechtigte (die nicht mit Erziehungsbefähigten zu verwechseln sind) häufig ihren Sprösslingen mit auf den Weg geben, bevor diese auf eine Drogenparty oder in die Jungfräulichkeit gefährdende Jugendfreizeiten abdüsen.
Genauso gut könnten die Eltern aber auch gar nichts sagen oder etwas tiefsinnig triefendes wie „hinfort mit dir, Frucht meiner Lenden, möge deine Abenddämmerung von nüchterner Fröhlichkeit begleitet sein und sollst du dich auch stets an deinen Vornamen erinnern.“
Es läuft auf das gleiche hinaus: die Kids interessiert`s nicht!
In Amerika kennt man den oben genannten Satz allerdings nicht. Da wird gern und oft geklagt und zwar gegen alles, was bei drei nicht weggucken kann.
Das kann mitunter recht seltsame Blüten auf dem Beet der Justiz treiben.
Schließlich ist es recht einfach, sich ein gewisses Maß an Schusseligkeit anzueignen und sich nen Kaffeebecher in den Schritt zu schütten, ist die Coffeinsuppe auch nur einen Tacken zu heiß, kann das schon ein paar Millionen wert sein.
Auch freiwillig gerauchte Zigaretten können einen schnell zu Vermögen helfen, wenn man die Tatsache ignoriert, einen Tumor in der Lunge zu haben.
Die Erkenntnis, dass Glimmstängel einen Schaden verursachen, ist natürlich erst mal abwegig, man kann mit seinem Husten ganze Autobahnabschnitte teeren, zur Besinnung kommt man erst, wenn man die dunklen Flecken auf dem Röntgenbild erspäht.
Dann meldet sich die Hirnanhangdrüse und schüttet Gerechtigkeits-Endorphine aus und schon hockt man zusammen mit Phillip Morris im Gerichtssaal und hustet besonders kröckselnd im Zeugenstand.
Meldungen, dass ein vor eine Hauswand gelaufener und dadurch schwerst Verletzter die Herstellerfirma der in der Mauer verbauten Ziegelsteine vor den Richter zerrt, existieren zwar noch nicht, würden uns aber wohl nur ein müdes Schulterzucken entlocken.
Bisher konnte man davon ausgehen, dass es sich bei all der Klagerei um ein rein amerikanisches Problem handelt. Aber das dachte man von George W. Bush auch.
Klagen gegen Großbäckereien, dass sich auf den Brötchen nicht die gewünschte Menge Sesam befindet und man sich dadurch in einer instabilen Gemütslage sieht, kommen hierzulande über keine Gerichtstürschwelle.
Lediglich ein mutiger Anwalt – der es eigentlich hätte besser wissen müssen – wagte es, als Diabetiker gegen die Hersteller von Snickers und Coca-Cola aufzubegehren.
Auch hier hätte man mit einem Mindestmaß an Intelligenz wissen können, dass schokocremige Erdnussriegel nicht in der Gemüseabteilung feilgeboten werden und Coca-Brause keiner französischen Mineralwasserquelle entspringt, doch ist’s ein leichtes für Kluge Menschen, sich dumm zu stellen als das umgekehrt der Fall ist.
Die Snickers-Klage fand auf jeden Fall keinen Richter, der sich mit einem solchen Schnickschnack befassen wollte, also wurde der kleine Hammer geschwungen und die Sitzung für beendet erklopft.
Warum man ordentlichen Richtern in jedem Land dieser Welt so einen kleinen lächerlichen Holzhammer in die Hände der Rechtsloyalität drückt, bleibt wohl ein ewig gehütetes Staatsgeheimnis.
Man sollte doch meinen, wenn so ein ehrenwerter Herr seinen Worten Nachdruck verleihen möchte, sollte er die Möglichkeit haben, dies mit einem recht großen Hammer aus Titanstahl zu tun, der auch richtig doll Lärm macht und Funken sprüht, wenn man damit auf den Tisch kloppt.
Flammeneffekte wären auch nicht schlecht.
Aber mit so nem Hämmerchen halbenergisch auf den Tisch zu klackern, das löst doch bei labilen Menschen höchstens den Wunsch aus, eine Walnuss darunter zu legen.
Vielleicht ist es aber auch schade, dass eine derartige Klage-Kultur in Deutschland nicht existiert. Wäre doch toll, lauter Leute die Vögelverkäufer aus Zoohandlungen vor den Kadi zerren, weil sie Panikanfälle bei jeder Erkältung bekommen.
Da hätten selbst die Schöffen endlich mal wieder nen Grund zum Lachen.
Auch Verteidiger und Staatsanwälte könnten wieder originelle Plädoyers halten, ich sehe sie vor mir, Männer in schicken schwarzen Roben, die eine Hand zum Himmel geneigt (der natürlich wegen der Gerichtsdecke nicht sichtbar ist, aber die Absicht zählt) und dann hauen sie es raus, voller Elan:
„Hier, meine sehr verehrten Damen und Herren, sehen sie ein Opfer, ja ein Opfer nicht nur der Gesellschaft im allgemeinen sondern auch der digitalen Welt im Besonderen, nur langsam wird die Hörfähigkeit meines Mandanten wiederkehren und von bleibenden Schäden will ich hier gar nicht erst anfangen, Euer Ehren und deswegen verklagen wir den Möchtegern-Superstar Tobias Regner auf dreihundert Trilliarden….“
Naja…man kann nicht alles haben.
Aber eventuell besteht noch Hoffnung auf derartige Prozesse in unserem Land.
In Großbritannien ist man schon ein Stück weit offener für derartige Sachverhalte.
Dort musste eine Lehrerin jahrelang – und jetzt kommt’s – auf einem Bürostuhl sitzen, der Flatulenzgeräusche von sich gibt.
Umtausch ausgeschlossen.
Das hat die gute so dermaßen fertig gemacht, dass sie wegen Mobbing vor Gericht zog und nun die für durch Furz-Sessel verursachte psychische Defekte angemessene Entschädigungssumme von 1,45 Millionen Pfund verlangt.
Nicht, dass wir uns jetzt falsch verstehen, es geht hier nicht um sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz durch den Cordjackentragenden Schuldirektor und nein, es hat auch niemand den vollgesogenen Tafelschwamm in Miss Storers Handtasche versteckt, es geht wirklich nur um einen Sessel, der Pffffrb macht, wenn man sich darauf setzt.
Nun sollte man den erschwerenden Umstand nicht außer acht lassen, dass Miss Storer mehrmals einen neuen Sessel verlangt, leider aber im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen keinen neuen bekommen hat.
Also mal abgesehen davon, dass so manch einer GELD für eine pupende Sitzgelegenheit ausgeben würde, einfach, weil’s n netter Partygag ist und nicht mal stinkt:
Warum um alles in der Welt hat Miss Store sich nicht einfach einen Sessel mit Manieren gekauft? Und war die seelische Belastung wirklich so unerhört?
Selbst Schüler, die an der Trantütenklippe entlang stolpern und jeden Moment Gefahr laufen in einen Ozean aus purer Stupidität hinabzustürzen, müssten eigentlich nach dem achten geruchslosen Pups von Miss Storer begreifen, dass der Stuhl die Schuld hat.
Also wozu die ganze Aufregung.
Was also, wenn sie damit durchkommt und all das Geld auf ihr Konto überwiesen wird?
Richtet sie dann ihr Haus mit Möbelstücken ein, die garantiert und unter keinen Umständen auch nur irgendein Geräusch von sich geben?
Was würde ich nicht für ein rülpsendes Nachttischchen an Euros hinblättern und die gute Dame will komplett darauf verzichten?
Mensch, wir haben uns früher die Yps Hefte zu hunderten gekauft, nur wegen dem schicken Furzkissen und wir haben es doch alle eingesetzt, ohne dass hinterher einer der Veräppelten sofort zum Psychiater musste (nur die, bei denen wir noch Marmelade ins Kissen gefüllt haben, waren nah daran, auszuflippen).
Pure Geldgeilheit möchte man der Dame ja jetzt nicht unterstellen, man ist sich da ganz sicher und hat ein gutes Gespür, wenn die Herren Rektoren ihr Toupet in Demut senken und der Dame einen Holzstuhl in roter Schleife daherstellen, dann wird sie jauchzend zurückkommen, die Klageschrift zerfetzend wird sie sich in die Arme ihrer Schüler schmeißen und mit dem Kollegium Wodka trinken, bis alle glücklich unter dem Tisch liegen.
Prost!


4 Comments:
Das bin ich jetzt wirklich!
Weiter so sagt minimi ;)
Thanks for article!
Thanks for interesting article.
Excellent website. Good work. Very useful. I will bookmark!
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