19.8.07

Pennys Wochenrückblick Folge 110: @, Ädd, Edt, Aehtt! So viele Namen, die man nicht tragen will!



Früher, da war alles klar und deutlich, da benutzte man die oberste Zeichenreihe einer Tastatur dazu, um Schimpfwörter in Asterix-Comics zu zensieren. Heute sieht der Fall ein bisschen anders aus.




Natürlich, man kann seinen Kindern auch vernünftige Namen geben.
Oder einfach normale.
Wenn aber der einhundertmillionste Peter in diese Welt hineinglibbert, kann schon mal Langeweile aufkommen.
Ein chinesisches Ehepaar würde seinen Sohn gern „@“ nennen.
Da muss dann schon eine Menge Alltagstrott zusammenkommen, bevor man sich für so etwas entscheidet. Zumindest benötigt man rudimentäre Computerkenntnisse und eine Tastatur mindestens aus dem Internetzeitalter entspringend. Auch herrlich ist die Begründung für diese doch recht blumige Namenswahl:
„@“, also „Ätt“ würde so ähnlich klingen wie das chinesische Wort für Liebe.
So ähnlich? Um Himmels willen.
Warum nennen sie ihn nicht einfach „Ed“? Oder „Ted“?
Vermutlich möchte man sich abheben von der Masse. Bei fünfkommairgendwas Milliarden Menschen ist so ein Wunsch ja auch verständlich, aber auf den Rücken von Kindern? Wie soll das denn mal werden im Arbeitslager, wenn der oberste Sklaventreiber brüllt:

„@! Komm sofort hierher!“

Da ist die Verwirrung aber groß, wenn „@“, „Äht“, „Ädd“ und „Ehd“ sich gleichzeitig umdrehen und der oberste Sklaventreiber dann erst umständlich erklären muss, dass es sich um Internet-@ handelt.
Aber Hauptsache, alle klingen so ähnlich wie das Wort „Liebe“!
Haben die Zeitung einfach dabei geschrieben, ohne dass sie das richtige Wort aufgeschrieben haben. Ein Unding, wie soll man das denn jetzt überprüfen? Ich kenne keinen Chinesen, den ich fragen könnte. Vielleicht klingt „Ätt“ ja auch wie „Hundehaufen“, aber dann müsste man daraus schließen, dass die Eltern ihren „@“ nicht lieb haben und ihn dafür büßen lassen wollen, dass er als Betriebsunfall zur Welt kommt. Da hätte man durch Veränderungen eines einzigen Wortes das süffisante aus der Geschichte gekillt. Will man ja auch nicht.
Nun gut, wenn Mama und Papa nicht gerade „Van Schleck“ heißen, kann es eigentlich keinen vernünftigen Grund geben, seinen Sohn nach einem Computerzeichen zu benennen. Man könnte auch „%“, „&“ und „]“ nehmen, aber vermutlich nur die wenigsten möchten im mündigen Alter „eckige Klammer zu“ gerufen werden, das hätten selbst die Indianer nicht toleriert.
Das wäre es ja eigentlich schon gewesen mit der Nachricht. Aufregung will sich nicht einstellen. Haben halt zwei Leute ihrem Sohn nen bescheuerten Namen gegeben. Vermutlich wurde er auf einem umgefallenen Reissack gezeugt.
Weil das alleine noch keinen aus dem Sommerloch rauszieht, wird auf diversen Internetseiten nicht mit der Veröffentlichung von Listen gespart, die noch mehr bescheuerte Namen enthalten. Das wurde unbemerkt zur Landplage: Ein Ereignis mit Listen aufwerten. Fegt irgendwo ein Hurrikan durch, kommt der Fernsehsender-Praktikant vollgestaubt aus dem Archiv und präsentiert streberleichenhaft noch mehr Hurrikans, die man dem Zuschauer präsentieren könnte, damit man auch ja nicht vergisst, was Wind alles anrichten kann, wenn er sich nicht an Geschwindigkeitsbegrenzungen handelt.

Aus weniger erschreckenden und Todesopferbegleitenden Nachrichten macht man bei RTL dann sogar ne ganze Sendung, damit Sonja Zietlow keine Erdnussflips auf ihrer Couch knabbern muss und auch mal was zu tun hat. „Die Zehn“ heißt der Spaß. Die zehn berühmtesten Promis, die einmal im Vollsuff ihre Zahn- mit der Klobürste verwechselt haben.
So in etwa.
Gibt übrigens Menschen, die derart begeistert von Norwegen sind, dass sie ihrer Tochter den in skandinavischen Kreisen recht geläufigen Namen „Gurke“ verpasst haben. Wenn man dann mal auf eine deutsche Schule geht, bekommt man spätestens im Sexualkundeunterricht ein nerviges Problem mit vorwitzigen Mitschülern, kaum zu glauben, dass derartige Sadisten in unserer Mitte weilen und sich auch noch Eltern nennen dürfen. In den USA dagegen gibt es ein Kind, welches von seinen Eltern liebevoll „Abcd“ getauft wurde. Gut, wenn man nicht mehr Buchstaben kennt, macht so ein Name schon Sinn, denn als vollständiger Analphabet bliebe einem nichts anderes übrig, als seinem Kinde gar keinen Namen zu geben. Wäre doch auch mal ne Marktlücke. Kein Name, kein Taufwasser. Und als elterliche Autorität kann man schon gegenüber dem Kleinkind dick auftrumpfen:

„Ich hab zig Mal vom Balkon gerufen, dass du hochkommen sollst. Zur Strafe gehst du ohne Essen in dein Bett!“
„Du hast gerufen? Ich hab aber gar nichts gehört…“
„Ja, eben!“

Tja, daran erkennt man schon, dass Namen zwar Schall und Rauch sind, aber doch einen gewissen Zweck erfüllen in der Kommunikation untereinander.
Übrigens: Ich kann mir kaum denken, dass derart seltsame Namen einen erfolgreiche Vita versprechen, wenn ein gewöhnlicher Nachname hinzukommt.
Oder können Sie sich „Gurke Meier“ an der Spitze eines Weltkonzerns denken?
Nix für ungut, Gurke, aber mit so einem Namen ist eine Karriere im Gemüseimport/export-Business vorgezeichnet. Oder man geht nach Norwegen und lebt dort ein unauffälliges Leben neben all den anderen Gurke’s.
So, ich verabschie….
Was?
Wie „@“ hätte heißen sollen, wenn’s ein Mädchen geworden wäre?
Blöde Frage.

„@-na“ natürlich!

Noch mehr seltsame Namen? Wochenrückblicks-Newsletter abonnieren? Schreibt eine Mail an pennysworue@gmx.de

2 Comments:

Anonymous Anonymous said...

Wer weiß, warum ich Caro heiß....?!? Vielleicht wollten meine Eltern mit einem Vokal liebevoll vertuschen, daß ich im Auto gezeugt wurde :-( Ich mag nicht weiter drüber nachdenken...

Cooles Thema gewählt, war schon ohne WoRü reichlich amüsant!

20/8/07 01:10  
Anonymous Anonymous said...

Bei der @-erei muss man aber auch die chinesische Schrift bedenken. Für die ist das ja nur ein Zeichen wie jedes andere, während wir ein Alphabet haben, wo ein @ als Sonderzeichen ziemlich hervorsticht.

20/8/07 09:14  

Post a Comment

Subscribe to Post Comments [Atom]

<< Home