8.7.07

Pennys Wochenrückblick Folge 105: Putzteufelskreise, Propers Meister und Willi Wischmop!



True Friends will always be there...








Das Model Naomi Campbell soll einmal gesagt haben, im Putzen finde sie Trost.
Das glaube ich sehr gerne, denn wenn sie ihre bestimmt recht teuren Schränke wienert und bohnert, kann sie keine Mobilfunkgeräte an Bedienstetenköpfe schmeißen. Es ist also – und das hatte man vermutlich vergessen zu erwähnen – mehr der Trost, nicht vor Gericht erscheinen zu müssen.
Wer putzt, sündigt nicht.
Nein, wer putzt, möge sich freuen und Besinnlichkeit erleben. Das ist nämlich der neueste Trend aus den Staaten. Modeerscheinungen solcher Natur wie auch in der letzten Woche das-Füße abendschuhkompatibel-zurecht-raspeln kommen seltsamerweise nie aus Simbabwe oder Guatemala, eventuell liegt es daran, dass man dort Wichtigeres zu tun hat.
Die Schweizer Ethnologin Katharina Zaugg erklärt uns aber die Sache.
Sie schreibt, dass das „Putzen dem Tanzen gleicht, was die Gestaltung der Bewegung betrifft.“
Jede Frau, die schon einmal mit einer ollen zerschrubbten Zahnbürste in der Duschkabine stand, um mit dem Feuchtigkeitsschimmel ein Tänzchen aufzuführen, wird das sicherlich bestätigen können. Fehlt ja nur noch die Diskokugel am Brausekopf.
Hat man die Kabine blankgeschrubbt und ist noch fit für weitere Tänze, lässt sich mit dem Staubsauger bestimmt ein prima Wiener-Walzer aufführen und wer sich nur genügend Lappen an den Torso tackert, der kann stagedivend durch den Flur springen.
Doch Frau Zaugg geht noch weiter: Putzgeräte und die zu reinigenden Gegenstände sollen als Freunde angesehen werden. Das ist zu begrüßen, denn wer sonst einen unzuverlässigen Bekanntenhaufen sein Eigen zu nennen in der Not ist, der wird froh sein über Stewart, den Staubsauger, Willi den Wischmob und Karl, den Kalkreiniger. Mit diesem Freundeskreis im Rücken darf man aber nun nicht über die abzustaubenden Sachen herfallen wie eine Straßengang über einen armen Schlucker, nein nichtmechanisch und liebevoll gilt es Plunder abzuwischen. Sonst – sagt Frau Zaugg – schlägt der auf die Gegenstände ausgeübte Druck voll auf die Gelenke zurück. Badewannen werden nämlich rau, wenn man auf ihnen zu feste herumscheuert oder sie mit fiesen Reinigungsmitteln behandelt. Und dann hat man beim nächsten Mal wieder mehr zu schrubben. Ein Putzteufelskreis.
Man sieht, so ein Waschzuber lässt sich nicht alles gefallen.
Die Lösung lautet hier: Putzpartys. Wie in den USA bereits Gang und Gäbe (wie gesagt: in Guatemala hat man andere Dinge zu tun) treffen sich Freundinnen bei einer Freundin, um dort wie ein Derwisch durch die Bude zu wirbeln. Nach dem Essen könnte man ja noch einen Ausflug machen, auch wenn Frau Zaugg verschweigt, wohin. Etwa in den Meister Proper Freizeitpark?
Es ist aber auch zum Heulen, da hat sich unser blauer Planet gerade von nicht gezählten Tupper- und Dessouspartys erholt, graben die einfach nen neuen Grund aus, um sich zusammenzurotten. Bei der männlichen Schar löst ein solches Treffen vermutlich direkt den Fluchtinstinkt aus. Mit anderen Worten, man bestellt in der nächsten Kneipe einen Krug Hochprozentiges und hofft mit gefalteten Händen auf der Theke, dass der Albtraum vorbei ist, wenn man spätnachts durch die Eingangstür taumelt.
Auch Bücher gibt es schon zu diesem illustren Thema mit tollen Tipps.
Essig hilft als Kalkreiniger, mit Cola reinigt man den Abfluss. Gute Hausfrauen wüssten das bereits, aber was machen die Schlechten? Experimentieren mit Fanta Lemon herum und versuchen mit Hilfe von Red Bull die Spinnenweben von der hohen Zimmerdecke zu entfernen?

Doch jetzt mal ehrlich: Wie viel Freude kann das Putzen nun wirklich bereiten? Kann man es wirklich unter „Besinnlichkeit“ abheften, wenn wir die von Fliegenkot verunstalteten Lampenschalen durchkärchern müssen? Erleben wir einen Schwall voller Freude, wenn wir uns mit Mundschutz und Handschuhen dem Kühlschrank nähern, um die nasenscheidewändezersetzende grüne Butter herauszuschweißen? Kann es nichts Schöneres geben, als mit der kleineren Version von Tarantula den Endkampf ums traute Heim im Wohnzimmer aufzuführen? Auch wenn man Ferdi, die Fliegenklatsche auf seiner Seite hat? Doch ich habe keine Chance gegen Frau Zaugg, weil sie das Totschlagargument aus dem Wischhut zaubert: Putzen ist nicht nur besinnlich, sondern hält fit. Beim Abwaschen trainiert man die Bauchmuskulatur, wer beim Bügeln mit den Füssen wippt, kräftigt die Waden.
Na vielen Dank auch.
Wird dies mit Engagement betrieben, wird es für viele Frauen dann bald kein Problem mehr sein, den Schlafzimmerschrank hochzuheben, damit Stewart dort mal durchsaugt. So wird aus einer Frau mit Wischmop ein ganzer Trupp zum Wisch-Mob. Kommen dann die Männer aus der Kneipe nach Haus, folgt der schädelspaltende Schlag mit der Teflonpfanne, immerhin werden die dann wieder in einer keimfreien Umgebung wach. Mit der Alleinherrschaft im Haus ist es aber dann leider vorbei.
Super, Frau Zaugg.
Ich geh erst mal was abstauben, ich muss ja gerüstet sein.


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5 Comments:

Anonymous Anonymous said...

0 Kommentare? So gehts ja nicht. Dann mal los: Schöner WoRü... ich hab das Gefühl du stehst nicht so auf putzen, kann das sein? :o)

13/7/07 10:16  
Anonymous Anonymous said...

Thanks for article!

17/8/07 22:17  
Anonymous Anonymous said...

Thanks for interesting article.

18/8/07 08:33  
Anonymous Anonymous said...

Glad to read articles like this. Thanks to author!

28/8/07 16:01  
Anonymous Anonymous said...

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9/9/07 21:09  

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