Pennys Wochenrückblick Folge 26: wonach muss Toilettenpapier eigentlich riechen, damit man Weihnachten nicht vergisst?
Der heilige Abend nähert sich mit leisen Schritten und vielen wird nicht wohl dabei. Es ist schon ulkig, jedes Jahr im Dezember bekommen die Menschen beim Blick auf den Kalender das, was Verwalter privater Insolvenzen „Verdrängungsgedanken“ nennen.
So wie säumige Schuldner plötzlich keine Briefe mehr öffnen, nicht mehr in den Briefkasten schauen, ja, sogar den Namen des Postboten vergessen, genauso schauen Weihnachtsprobanden im Dezember einfach nicht mehr auf den Kalender.
Sie setzt ein: die große Bescherungs-Vergeßlichkeit.
Man irrt umher, geht mal hierhin, mal dort hin, macht dieses oder auch mal jenes und irgendwas sitzt einem da im Nacken, wie eine kleine Zecke, die ein bisschen nagt, man merkt es, aber man kann es nicht weg machen.
Bis die menschliche Pupille am 23. Dezember auf den Kalender guckt und man aus dem komatösen Schlaf erwacht
„Grundgütiger, die Geschenke!“
Nun setzt dezente Hektik ein, man nimmt Anlauf und springt in seine Schuhe, fährt mit 150 Sachen in Richtung Innenstadt, die in einer dreiviertel Stunde die Schotten dicht macht.
Dort angekommen und nach Präsenten suchend bekommen die Leute so einen weit aufgerissenen, leicht irren Blick. Da haben wir sie. Geschenkezombies.
Wie normale Zombies, nur viel schneller und mit jeder Menge bunter Tüten an den ausgestreckten Armen.
Man muss es aber auch mal mit anderen Augen sehen und einen kleinen Eimer Verständnis aufbringen, denn: Weihnachten kommt ha dieses Jahr wieder völlig überraschend und unerwartet.
Man schlendert durch die Gassen und denkt an nix böses und plötzlich springt ein Gauner aus einer schummrigen Ecke hervor und brüllt:
„Am 24.12. ist es soweit!“
Ein Schock!
Aber zu dem Zeitpunkt hatte man ja auch schon aufgehört auf den Kalender zu gucken, also ist das normal.
Jetzt muss man sich erstmal beruhigen, also eilt man in das nächste Geschäft und kauft eine Ruhe spendende Kerze und die bitte möglichst mit einem deutschen Docht.
So was gibt es jetzt nämlich auch, Kerzen mit deutschen Dochten.
Da muss viel Wert drauf gelegt werden, weil Dochte aus anderen Ländern vermutlich nicht so feuerempfänglich sind. Eventuell brennen sie auch gar nicht. Und dann würde man zu Hause stehen, sich den Daumen wund zündeln beim Versuch, eine Kerze mit bolivianischem Docht zu erleuchten.
Deutsche Dochte werden in fussballfeldergroßen Hightech-Fabriken von modernsten Maschinen gefertigt. In diesen gigantischen Fabriken fährt vermutlich ein gut bezahlter Vorarbeiter in einem kleinen Dienst-Smart durch die Hallen und parkt hin und wieder an einer der überdimensionalen Dochtmaschinen, um sie murmelnd zu überprüfen.
Dochte aus südamerikanischen Ländern werden natürlich nicht so gefertigt, dort werden in brütender Hitze kleine Kinder in Höhlen gesperrt und dann wird auf Teufel komm raus gedochtet.
Man erkennt hier zweierlei: Auf der einen Seite rettet man mit dem Kauf von deutschen Wachserzeugnissen jede Menge Arbeitsplätze (also einen…den vom Vorarbeiter) und auf der anderen Seite hab ich von der Dochtherstellung nicht viel Ahnung.
Wie auch immer, hat man es geschafft, so ein beruhigendes Licht zum Leuchten zu bringen, gilt es, Weihnachten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und den halben Tag „Denk dran, am 24. ist es so weit“ zu raunen.
Natürlich reicht das nicht aus, einfach irgendwas raunen, das hat noch keinen zum Baum der Erkenntnis gebracht.
Man braucht einen Knoten im Taschentuch, eine kleine Gedächtnisstütze.
Also eilt man in den Supermarkt, an Kerzen mit nationalem Gefriemel vorbei und ab dafür ins Taschentuch-Reich.
Aber das kann auch nicht wirklich eine Lösung sein.
Natürlich, man kann sich zig Tempos kaufen, aber es gibt ja nicht nur Weihnachten, an das man sich erinnern muss. Der Erwin hat ja noch am 28.12. Geburtstag und dann kommt da noch das Weihnachtsessen mit der Firma…. Plötzlich hat man siebzig Taschentücher mit nem Knoten vor sich liegen und schon war es das mit der Hirnstütze.
Wer dann niesen muss, der kann erstmal ein Tuch entwirren und bis man damit fertig ist, hängt der Rotz auch schon an der Wand.
Also wieder in den Supermarkt, husch husch, man braucht etwas anderes zur Assoziation und da fällt es einem in die Hände:
Toilettenpapier mit Spekulatius-Geruch.
Das ist es.
Schöne Vorstellung: Auf dem Klo hocken, einen Haufen hinter die Hacken setzen, das Papier nehmen und in der spekulatiusgetränkten Luft beruhigt denken:
„Ach ja, bald is Heiligabend…hoffentlich bekomm ich das Klo bis dahin sauber!“
Natürlich schweigt der Hersteller sich aus, in was der Spekulatiusduft sich verwandelt, wenn das Papier wirklich zum Einsatz kommt.
Man will es eigentlich gar nicht wissen.
Kinder kann man natürlich beruhigt in die Nähe von derartigem Zeug lassen.
Es ist nicht zu befürchten, dass dieses plötzlich fahnengleich aus dem Blagenmunde hängt. Niemand, der bei Verstand ist, mag Spekulatius.
Denn der typische Beigeschmack dieses Gebäcks erinnert doch eher an verstaubte Butterkekse.
Trotzdem gibt es das Zeug schon seit Jahrhunderten…es verschwindet einfach nicht. Vielleicht steckt ja die Spekulatiusmafia dahinter.
Ich kann es deutlich vor mir sehen: Klischeebehaftete und muskelbepackte Männer in langen schwarzen Mänteln drohen kleinen Supermarktfilialleitern mächtig Prügel an, wenn sie das Spekulatius im Regal nicht an die vorderste Konsumentenfront schieben.
Spekulatius wird natürlich grundsätzlich in alten, mittelalterlich bemalten und muffigen Tüten feilgeboten, der Modernisierungswahn ist beim Spekulatius noch nicht angekommen, es ist noch nicht hip, noch nicht kultig.
Cabriofahren, ein Ellbogen hängt draussen, der warme Fahrtwind und dann ein Spekulatius? Nee, das passt irgendwie nich. Nachts in der Disse, ein nettes Gespräch zwischen zwei Geschlechtern, ein leckerer Caiphirinha mit zwei Strohalmen und dann holt der Mann einen Keks raus und streut ihrn krümelig über das Getränk? Das endet auch nicht in ner tollen Nacht.
Vermutlich müssen erst berühmte Filmschauspielerinnen in knappen Shorts mit Spekulatius in der Hand auf dem roten Teppich abgelichtet werden.
Dann geht’s aber richtig los, die lustige Backmischung bekommt eine neue Farbe (Türkis vielleicht?), in den Städten werden Speku-Automaten aufgestellt und jedes Wochenende werden coole Partys veranstalt, in denen es das Zeug in allen nur erdenklichen Variationen zu kaufen gibt (Pudding, Saft, intravenös, so was in der Art).
Dies gipfelt dann darin, dass 2 Musiker mit den Namen MC Speck featuring Lazius eine Hitsingle mit dem Namen „Kauf Dir nen Keks“ auf den Chartgipfel tragen.
So eine Entwicklung wäre doch zu begrüßen, man vergisst vor lauter Ekel-Gebäck alles um sich herum, nur an Weihnachten muss man ständig denken und endlich gibt’s dann auch pünktlich die Geschenke.
In diesem Sinne…ab in die Stadt.
So wie säumige Schuldner plötzlich keine Briefe mehr öffnen, nicht mehr in den Briefkasten schauen, ja, sogar den Namen des Postboten vergessen, genauso schauen Weihnachtsprobanden im Dezember einfach nicht mehr auf den Kalender.
Sie setzt ein: die große Bescherungs-Vergeßlichkeit.
Man irrt umher, geht mal hierhin, mal dort hin, macht dieses oder auch mal jenes und irgendwas sitzt einem da im Nacken, wie eine kleine Zecke, die ein bisschen nagt, man merkt es, aber man kann es nicht weg machen.
Bis die menschliche Pupille am 23. Dezember auf den Kalender guckt und man aus dem komatösen Schlaf erwacht
„Grundgütiger, die Geschenke!“
Nun setzt dezente Hektik ein, man nimmt Anlauf und springt in seine Schuhe, fährt mit 150 Sachen in Richtung Innenstadt, die in einer dreiviertel Stunde die Schotten dicht macht.
Dort angekommen und nach Präsenten suchend bekommen die Leute so einen weit aufgerissenen, leicht irren Blick. Da haben wir sie. Geschenkezombies.
Wie normale Zombies, nur viel schneller und mit jeder Menge bunter Tüten an den ausgestreckten Armen.
Man muss es aber auch mal mit anderen Augen sehen und einen kleinen Eimer Verständnis aufbringen, denn: Weihnachten kommt ha dieses Jahr wieder völlig überraschend und unerwartet.
Man schlendert durch die Gassen und denkt an nix böses und plötzlich springt ein Gauner aus einer schummrigen Ecke hervor und brüllt:
„Am 24.12. ist es soweit!“
Ein Schock!
Aber zu dem Zeitpunkt hatte man ja auch schon aufgehört auf den Kalender zu gucken, also ist das normal.
Jetzt muss man sich erstmal beruhigen, also eilt man in das nächste Geschäft und kauft eine Ruhe spendende Kerze und die bitte möglichst mit einem deutschen Docht.
So was gibt es jetzt nämlich auch, Kerzen mit deutschen Dochten.
Da muss viel Wert drauf gelegt werden, weil Dochte aus anderen Ländern vermutlich nicht so feuerempfänglich sind. Eventuell brennen sie auch gar nicht. Und dann würde man zu Hause stehen, sich den Daumen wund zündeln beim Versuch, eine Kerze mit bolivianischem Docht zu erleuchten.
Deutsche Dochte werden in fussballfeldergroßen Hightech-Fabriken von modernsten Maschinen gefertigt. In diesen gigantischen Fabriken fährt vermutlich ein gut bezahlter Vorarbeiter in einem kleinen Dienst-Smart durch die Hallen und parkt hin und wieder an einer der überdimensionalen Dochtmaschinen, um sie murmelnd zu überprüfen.
Dochte aus südamerikanischen Ländern werden natürlich nicht so gefertigt, dort werden in brütender Hitze kleine Kinder in Höhlen gesperrt und dann wird auf Teufel komm raus gedochtet.
Man erkennt hier zweierlei: Auf der einen Seite rettet man mit dem Kauf von deutschen Wachserzeugnissen jede Menge Arbeitsplätze (also einen…den vom Vorarbeiter) und auf der anderen Seite hab ich von der Dochtherstellung nicht viel Ahnung.
Wie auch immer, hat man es geschafft, so ein beruhigendes Licht zum Leuchten zu bringen, gilt es, Weihnachten nicht in Vergessenheit geraten zu lassen und den halben Tag „Denk dran, am 24. ist es so weit“ zu raunen.
Natürlich reicht das nicht aus, einfach irgendwas raunen, das hat noch keinen zum Baum der Erkenntnis gebracht.
Man braucht einen Knoten im Taschentuch, eine kleine Gedächtnisstütze.
Also eilt man in den Supermarkt, an Kerzen mit nationalem Gefriemel vorbei und ab dafür ins Taschentuch-Reich.
Aber das kann auch nicht wirklich eine Lösung sein.
Natürlich, man kann sich zig Tempos kaufen, aber es gibt ja nicht nur Weihnachten, an das man sich erinnern muss. Der Erwin hat ja noch am 28.12. Geburtstag und dann kommt da noch das Weihnachtsessen mit der Firma…. Plötzlich hat man siebzig Taschentücher mit nem Knoten vor sich liegen und schon war es das mit der Hirnstütze.
Wer dann niesen muss, der kann erstmal ein Tuch entwirren und bis man damit fertig ist, hängt der Rotz auch schon an der Wand.
Also wieder in den Supermarkt, husch husch, man braucht etwas anderes zur Assoziation und da fällt es einem in die Hände:
Toilettenpapier mit Spekulatius-Geruch.
Das ist es.
Schöne Vorstellung: Auf dem Klo hocken, einen Haufen hinter die Hacken setzen, das Papier nehmen und in der spekulatiusgetränkten Luft beruhigt denken:
„Ach ja, bald is Heiligabend…hoffentlich bekomm ich das Klo bis dahin sauber!“
Natürlich schweigt der Hersteller sich aus, in was der Spekulatiusduft sich verwandelt, wenn das Papier wirklich zum Einsatz kommt.
Man will es eigentlich gar nicht wissen.
Kinder kann man natürlich beruhigt in die Nähe von derartigem Zeug lassen.
Es ist nicht zu befürchten, dass dieses plötzlich fahnengleich aus dem Blagenmunde hängt. Niemand, der bei Verstand ist, mag Spekulatius.
Denn der typische Beigeschmack dieses Gebäcks erinnert doch eher an verstaubte Butterkekse.
Trotzdem gibt es das Zeug schon seit Jahrhunderten…es verschwindet einfach nicht. Vielleicht steckt ja die Spekulatiusmafia dahinter.
Ich kann es deutlich vor mir sehen: Klischeebehaftete und muskelbepackte Männer in langen schwarzen Mänteln drohen kleinen Supermarktfilialleitern mächtig Prügel an, wenn sie das Spekulatius im Regal nicht an die vorderste Konsumentenfront schieben.
Spekulatius wird natürlich grundsätzlich in alten, mittelalterlich bemalten und muffigen Tüten feilgeboten, der Modernisierungswahn ist beim Spekulatius noch nicht angekommen, es ist noch nicht hip, noch nicht kultig.
Cabriofahren, ein Ellbogen hängt draussen, der warme Fahrtwind und dann ein Spekulatius? Nee, das passt irgendwie nich. Nachts in der Disse, ein nettes Gespräch zwischen zwei Geschlechtern, ein leckerer Caiphirinha mit zwei Strohalmen und dann holt der Mann einen Keks raus und streut ihrn krümelig über das Getränk? Das endet auch nicht in ner tollen Nacht.
Vermutlich müssen erst berühmte Filmschauspielerinnen in knappen Shorts mit Spekulatius in der Hand auf dem roten Teppich abgelichtet werden.
Dann geht’s aber richtig los, die lustige Backmischung bekommt eine neue Farbe (Türkis vielleicht?), in den Städten werden Speku-Automaten aufgestellt und jedes Wochenende werden coole Partys veranstalt, in denen es das Zeug in allen nur erdenklichen Variationen zu kaufen gibt (Pudding, Saft, intravenös, so was in der Art).
Dies gipfelt dann darin, dass 2 Musiker mit den Namen MC Speck featuring Lazius eine Hitsingle mit dem Namen „Kauf Dir nen Keks“ auf den Chartgipfel tragen.
So eine Entwicklung wäre doch zu begrüßen, man vergisst vor lauter Ekel-Gebäck alles um sich herum, nur an Weihnachten muss man ständig denken und endlich gibt’s dann auch pünktlich die Geschenke.
In diesem Sinne…ab in die Stadt.


6 Comments:
Hoi Penny^^
Mal wieder supergenialer Wochenrückblick, besonders die Sache mit dem Spekulatiustoilettenpapier.
Auf jeden fall von mir "Thumbs up", mach weiter so und hör bloß nicht auf xD
Auf Bald
Runks
Ach ja ach ja die wunderschöne weichnachtszeit...
Eins A wochenrückblick, nun muss ich aber los Geschenke kaufen
P.S.: mach immer schön weiter so...
Ach ja ach ja die wunderschöne weichnachtszeit...
Eins A wochenrückblick, nun muss ich aber los Geschenke kaufen
P.S.: mach immer schön weiter so...
Great article! Thanks.
Thanks for interesting article.
Excellent website. Good work. Very useful. I will bookmark!
Post a Comment
Subscribe to Post Comments [Atom]
<< Home