Pennys Wochenrückblick Folge 56: Kopfstöße, Glatzenrammer und andere schöne Synonyme!
Seit dieser Woche ist Vorsicht geboten.
Wenn man sich nämlich, ohne es eigentlich so richtig böse zu meinen, von seinem Gesprächspartner mit der an sich recht harmlosen Abschiedsfloskel „Ciao“ verabschiedet und das Gegenüber auch noch frenetischer Fan der deutschen Nationalmannschaft ist…ja dann ist das Risiko recht groß, dass man einen „Zidane“ bekommt.
In nach frischer Druckerschwärze stinkenden Synonymwörterbüchern wird man`s nachlesen können: „Zidane“ steht seit dieser Woche für fachmännische Solar-Plexus-Zertrümmerung unter Zuhilfenahme des eigenen Betonschädels.
Da konnten ja die Italiener Weltmeister werden wie sie wollten, das interessierte keine Socke, doch Zizous kurzfristige Metamorphose in einen Drei-Tonnen-Stier war in aller Munde.
Kurze Überlegungen meinerseits, dass der Herr Zidane sich nur die Schuhe zubinden wollte und der Herr Materazzi diesen Moment der Unaufmerksamkeit nutzte, um dem Franzosen seinen Brustkorb mit voller Wucht an den Kopf zu rammen, musste ich nach mehrfachem Betrachten der Zeitlupe wieder revidieren.
Keine haltbare Theorie, zu schade.
In den Tagen darauf bekam die ehrbare, aber leider selten beschäftigte Gilde internationaler Lippenleser-Experten (alle mit einem Diplom in Lippenleseristik) endlich mal wieder was zu tun. Da rauchten die Köpfe der Spezialisten, denn anders wollte sich das Geheimnis zunächst nicht entlocken lassen.
Was hat er nun geheimnisvolles gesagt?
Vielleicht war es ja ein harmloses „Du bist voll doof!“
Reicht das schon für einen freundschaftlichen Kopfstoß?
Vermutlich nicht.
Oder wie wäre es mit „Wasch dir doch mal die Haare“?
Auch nicht.
Vermutlich eher so was wie „Dein Opa hatte Geschlechtsverkehr mit meinem Goldfisch!“
Das ist schon mal ein „Nickerchen“ wert.
Nun, auf jeden Fall hatten wir es mit einer waschechten WM-Premiere zu tun, Vorhang auf für den ersten Italiener, der berechtigterweise nach einem Foul vor Schmerzen schreiend auf 2,8 cm langer Fifa Wiese lag.
Doch der Herr Materazzi hätte es eigentlich wissen müssen, schließlich war das nicht Zizous erster Kopfstoß.
Unaufmerksame Beobachter könnten bei genauerem Hinsehen auf Zidanes Tätigkeitenkarriere den Eindruck bekommen, dass der Franzose in seiner Jugend eine Ausbildung als Abrissbirne hinter sich gebracht hat:
„Hey Zizou, auf der Champs Elysees müssen wir wieder ein Stahlgebäude niederreißen!“
„No problem“, hin zur Elysees, Hut ab, Ruuuuumms und schon schwebte über Paris eine schicke Staubwolke.
Ach.
Guck mal.
Hier neben mir liegt noch ein Stutzen-Spickzettel von Torwarttrainer Köpke, ein Zettel der bei einem möglichen Elfmeterschießen gegen Frankreich zum Einsatz gekommen wäre:
„Jens, wenn der Glatzkopp schießt, vorher irgendwas gegen den dritten Vetter seiner Tante sagen, möglichst unter Einbeziehung des Bauernhofes seines Onkels, der in einem kleinen Vorort von Paris verweilt! Und nich auf Deutsch!“
Den Zettel vertick ich erst mal bei Ebay und mach ne Kreuzfahrt.
Auch interessant gewesen wäre eine nicht freundschaftliche Begegnung zwischen Zidane und unserem Edeltorwartreservisten Olli Kahn. Ein falsches Wort hier, ein heranstürmender Zizou dort und unter Garantie hätte man den Atompilz aus dem All sehen können.
Auf jeden Fall hat der Materazzi tatsächlich was über Zidanes Familie gesagt und zwar
folgenden Satz:
„Hey Zizou, deine Mutter und deine Schwester und du, ihr könnt doch mal nach dem Finale zum Kaffee vorbeikommen, ich hab auch Puffreis, meine Frau macht Euch Spinat, und ich schenke Euch für das nette Finale ein paar meiner schönsten Uhren!“
Klingt ja jetzt eigentlich nicht schlimm, aber aufgrund leichter Übersetzungsprobleme kam beim Franzosen nur folgende Wortfetzen an:
„Mutter…Schwester…Puff…Spinner…Huren!“
Blöd gelaufen.
Aber auch all das juckt uns nicht mehr, denn Jürgen Klinsmann ist…Taschentücher raus jetzt…zurückgetreten.
Dass uns das alle traurig macht ist schon ein bisschen verständlich, weniger verständlich sind aber so manche Reaktionen auf den Rücktritt und auf die damit verbundenen Konsequenzen.
So meint irgendein hohes Tier von Eintracht Frankfurt sich folgend äußern zu müssen:
„Klinsmann liebt den Fußball nicht genug, wenn er jetzt kneift.“
Diese Aussage zeigt, dass gewisse Menschen es immer noch nicht verstanden haben.
Als Fußballtrainer der Nationalmannschaft gibt es nämlich nur zwei Möglichkeiten: entweder man scheidet frühzeitig aus und wird mit Schimpf und Schande aus dem Land gejagt oder man wird gefälligst Weltmeister. Viel Platz für Zwischennuancen ist da nicht.
Dritter werden, ein ganzes Land trotz dieser Tatsache in Extase zu versetzen und sich danach wieder der Familie widmen und eine schöne Erinnerung mitnehmen, das gefällt dem leistungsorientierten hohen Tier von Eintracht Frankfurt so gar nicht. Nebenbei bemerkt: wäre man in der Vorrunde ausgeschieden und hätte Stümperfußball gezeigt, hätte man dann nicht auf jeden Fall behauptet, dass Herr Klinsmann den Fußball über alles liebt, gerade weil er zurücktritt?
Wie auch immer, es zeigte sich, dass auch 82 Millionen (abzüglich der paar Tausend, die bei der WM unterm Stein geschlafen haben) es nicht schaffen, den Klinsi zum Bleiben zu überreden. Das verdient ja auch irgendwie Respekt.
Und jetzt machts der Jogi.
Sofort wurden die typischen deutschen Reflexe ausgepackt. Es wurde gemutmaßt und gegrübelt. Kann der als eher gemütlich geltende Jogi Löw dem exstatisch über die Seintenlinie hüpfenden Nationalflummi Klinsmann überhaupt das Wasser reichen? Ist der auch so schrecklich vollgepumpt mit grenzenslosem Optimismus, wie unser Bäckers-Sohn?
Ach ich kann sie schon vor mir sehen, die dicke BILD Schlagzeile:
„Jogi Löw grinst weniger als Klinsi. Schneidet ihm der DFB jetzt die Ohren ab?“
Tja, wer im Kreis lachen muss, um im Bundestrainerteam sein zu dürfen, der hat gute Chancen, wenn er Jürgen Klopp heißt.
Der soll ja auch ins Boot genommen werden.
Aber ich wage mal die These, wenn der DFB einen Werbevertrag mit Gillette abschließt, dass der Herr Mayer-Vortrinker dann vor Klopp steht, Rasierschaum und Klinge hochhält und ihm so andeutet, dass jetzt eine Stilveränderung ansteht und der Dreitagebart leider weg muss.
Ich sag mal: Das wird eine herrliche EM Quali.
Und dann auch noch ohne Maradona.
Sauber.
Wenn man sich nämlich, ohne es eigentlich so richtig böse zu meinen, von seinem Gesprächspartner mit der an sich recht harmlosen Abschiedsfloskel „Ciao“ verabschiedet und das Gegenüber auch noch frenetischer Fan der deutschen Nationalmannschaft ist…ja dann ist das Risiko recht groß, dass man einen „Zidane“ bekommt.
In nach frischer Druckerschwärze stinkenden Synonymwörterbüchern wird man`s nachlesen können: „Zidane“ steht seit dieser Woche für fachmännische Solar-Plexus-Zertrümmerung unter Zuhilfenahme des eigenen Betonschädels.
Da konnten ja die Italiener Weltmeister werden wie sie wollten, das interessierte keine Socke, doch Zizous kurzfristige Metamorphose in einen Drei-Tonnen-Stier war in aller Munde.
Kurze Überlegungen meinerseits, dass der Herr Zidane sich nur die Schuhe zubinden wollte und der Herr Materazzi diesen Moment der Unaufmerksamkeit nutzte, um dem Franzosen seinen Brustkorb mit voller Wucht an den Kopf zu rammen, musste ich nach mehrfachem Betrachten der Zeitlupe wieder revidieren.
Keine haltbare Theorie, zu schade.
In den Tagen darauf bekam die ehrbare, aber leider selten beschäftigte Gilde internationaler Lippenleser-Experten (alle mit einem Diplom in Lippenleseristik) endlich mal wieder was zu tun. Da rauchten die Köpfe der Spezialisten, denn anders wollte sich das Geheimnis zunächst nicht entlocken lassen.
Was hat er nun geheimnisvolles gesagt?
Vielleicht war es ja ein harmloses „Du bist voll doof!“
Reicht das schon für einen freundschaftlichen Kopfstoß?
Vermutlich nicht.
Oder wie wäre es mit „Wasch dir doch mal die Haare“?
Auch nicht.
Vermutlich eher so was wie „Dein Opa hatte Geschlechtsverkehr mit meinem Goldfisch!“
Das ist schon mal ein „Nickerchen“ wert.
Nun, auf jeden Fall hatten wir es mit einer waschechten WM-Premiere zu tun, Vorhang auf für den ersten Italiener, der berechtigterweise nach einem Foul vor Schmerzen schreiend auf 2,8 cm langer Fifa Wiese lag.
Doch der Herr Materazzi hätte es eigentlich wissen müssen, schließlich war das nicht Zizous erster Kopfstoß.
Unaufmerksame Beobachter könnten bei genauerem Hinsehen auf Zidanes Tätigkeitenkarriere den Eindruck bekommen, dass der Franzose in seiner Jugend eine Ausbildung als Abrissbirne hinter sich gebracht hat:
„Hey Zizou, auf der Champs Elysees müssen wir wieder ein Stahlgebäude niederreißen!“
„No problem“, hin zur Elysees, Hut ab, Ruuuuumms und schon schwebte über Paris eine schicke Staubwolke.
Ach.
Guck mal.
Hier neben mir liegt noch ein Stutzen-Spickzettel von Torwarttrainer Köpke, ein Zettel der bei einem möglichen Elfmeterschießen gegen Frankreich zum Einsatz gekommen wäre:
„Jens, wenn der Glatzkopp schießt, vorher irgendwas gegen den dritten Vetter seiner Tante sagen, möglichst unter Einbeziehung des Bauernhofes seines Onkels, der in einem kleinen Vorort von Paris verweilt! Und nich auf Deutsch!“
Den Zettel vertick ich erst mal bei Ebay und mach ne Kreuzfahrt.
Auch interessant gewesen wäre eine nicht freundschaftliche Begegnung zwischen Zidane und unserem Edeltorwartreservisten Olli Kahn. Ein falsches Wort hier, ein heranstürmender Zizou dort und unter Garantie hätte man den Atompilz aus dem All sehen können.
Auf jeden Fall hat der Materazzi tatsächlich was über Zidanes Familie gesagt und zwar
folgenden Satz:
„Hey Zizou, deine Mutter und deine Schwester und du, ihr könnt doch mal nach dem Finale zum Kaffee vorbeikommen, ich hab auch Puffreis, meine Frau macht Euch Spinat, und ich schenke Euch für das nette Finale ein paar meiner schönsten Uhren!“
Klingt ja jetzt eigentlich nicht schlimm, aber aufgrund leichter Übersetzungsprobleme kam beim Franzosen nur folgende Wortfetzen an:
„Mutter…Schwester…Puff…Spinner…Huren!“
Blöd gelaufen.
Aber auch all das juckt uns nicht mehr, denn Jürgen Klinsmann ist…Taschentücher raus jetzt…zurückgetreten.
Dass uns das alle traurig macht ist schon ein bisschen verständlich, weniger verständlich sind aber so manche Reaktionen auf den Rücktritt und auf die damit verbundenen Konsequenzen.
So meint irgendein hohes Tier von Eintracht Frankfurt sich folgend äußern zu müssen:
„Klinsmann liebt den Fußball nicht genug, wenn er jetzt kneift.“
Diese Aussage zeigt, dass gewisse Menschen es immer noch nicht verstanden haben.
Als Fußballtrainer der Nationalmannschaft gibt es nämlich nur zwei Möglichkeiten: entweder man scheidet frühzeitig aus und wird mit Schimpf und Schande aus dem Land gejagt oder man wird gefälligst Weltmeister. Viel Platz für Zwischennuancen ist da nicht.
Dritter werden, ein ganzes Land trotz dieser Tatsache in Extase zu versetzen und sich danach wieder der Familie widmen und eine schöne Erinnerung mitnehmen, das gefällt dem leistungsorientierten hohen Tier von Eintracht Frankfurt so gar nicht. Nebenbei bemerkt: wäre man in der Vorrunde ausgeschieden und hätte Stümperfußball gezeigt, hätte man dann nicht auf jeden Fall behauptet, dass Herr Klinsmann den Fußball über alles liebt, gerade weil er zurücktritt?
Wie auch immer, es zeigte sich, dass auch 82 Millionen (abzüglich der paar Tausend, die bei der WM unterm Stein geschlafen haben) es nicht schaffen, den Klinsi zum Bleiben zu überreden. Das verdient ja auch irgendwie Respekt.
Und jetzt machts der Jogi.
Sofort wurden die typischen deutschen Reflexe ausgepackt. Es wurde gemutmaßt und gegrübelt. Kann der als eher gemütlich geltende Jogi Löw dem exstatisch über die Seintenlinie hüpfenden Nationalflummi Klinsmann überhaupt das Wasser reichen? Ist der auch so schrecklich vollgepumpt mit grenzenslosem Optimismus, wie unser Bäckers-Sohn?
Ach ich kann sie schon vor mir sehen, die dicke BILD Schlagzeile:
„Jogi Löw grinst weniger als Klinsi. Schneidet ihm der DFB jetzt die Ohren ab?“
Tja, wer im Kreis lachen muss, um im Bundestrainerteam sein zu dürfen, der hat gute Chancen, wenn er Jürgen Klopp heißt.
Der soll ja auch ins Boot genommen werden.
Aber ich wage mal die These, wenn der DFB einen Werbevertrag mit Gillette abschließt, dass der Herr Mayer-Vortrinker dann vor Klopp steht, Rasierschaum und Klinge hochhält und ihm so andeutet, dass jetzt eine Stilveränderung ansteht und der Dreitagebart leider weg muss.
Ich sag mal: Das wird eine herrliche EM Quali.
Und dann auch noch ohne Maradona.
Sauber.


4 Comments:
vielen Dank für das Lob, das ehrt :D
Supi !
M.
unterhaltsam !!!!
Zum Fall Zidane gehören auch noch die unschönen Verhaltensweisen
von Materazzi
http://11m.de/m#__video_4,5min
6reetings
voll nicht lustig... naja
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