2.6.06

Pennys Wochenrückblick 50: Bayerische Zungen und andere pelzige Probleme!

Es ist immer wieder schön zu beobachten, wie gewisse Menschen ihr überaus reichlich vorhandenes Talent ausleben, andere mit ihrem Dasein oder Äußerungen verbaler Art auf`s heftigste zu amüsieren.
Edmund Stoiber gehört zu diesen „gewissen Menschen“ dazu, wenn er nicht sogar ihr König ist. Unangefochten.
Aber mal langsam und von vorne: Vor nicht einmal zwei Wochen schlug sie mit aller Härte brutalster Gewalt zu…darf ich vorstellen…Mutter Natur!
Mutter Natur, sowieso von Haus aus ziemlich launisch, wenn es um arschkalte Temperaturen und spontan entfachte Hurrikans in the USA geht, dachte sich im Stillen wohl, dass es mal wieder Zeit wäre den Deutschen zu zeigen, wo der grüne Daumen hängt.
Lass ich nen Vulkan ausbrechen? Oder nen Monsunregen niederprasseln?
Ach was, dachte MN sich, ich lass einfach mal nen Bären frei.
Und schon hatten wir, wichtigere Themen waren wohl gerade nicht greifbar, ein dickes Thema auf den Titelseiten. BÄR IN DEUTSCHLAND, welch ein Skandal.
Dank mangelnder technischer Koordination seitens der Bundesregierung und somit nicht vorhandener Bärensupermärkte im Einzugsgebiet von Meister Petz sah dieser sich genötigt – ob aus Hunger oder Spaß an der Freud, keiner weiß es – ein paar süße wollige Schäfchen in einen dicken Blutklumpen zu transferieren. Schrecklich.
Eben noch Mäh – dann schon Bäh, so kann’s gehen, wenn bei Mutter Natur „Barmherzigkeit“ ausfällt.

Alle Augen waren nach Süden (alternativ auf die BILD) gerichtet.
Sogleich bildeten sich zwei Meinungs-Fronten heraus und keine davon sparte mit Abwesenheit von Intelligenz. Die eine forderte eine direkte Hinrichtung des Bären, ganz ohne Haftbefehl und Prozess und so.
Wenn Mutter Natur so eine blöde Kuh ist, dann muss man ja zumindest mit der Waffe antworten dürfen. Hohle Einstellung, wenn man mich fragt, vielleicht war der Teddy ja auch gänzlich unschuldig am Schafstod und nur auf der Durchreise. Nicht auszuschließen, dass die Schafe sich einfach nur gestritten und gekloppt haben. Wer will das schon noch so genau nachvollziehen, Schafe haben genug Anhaltspunkte, um sich ordentlich zu zoffen, „Hey, das hier ist mein Rasen!“ oder „Meine Wolle ist ja wohl eindeutig weißer!“ und schon geht bei den Viechern der Punk ab.
Die andere Meinungsfront war gegen eine generelle Erschießung des Tieres, was an sich löblich ist, aber bleibt der Eindruck, dass solche Leute auch eine ganze Bärenhorde in ihrer Innenstadt akzeptieren und lieber auf dem Land einkaufen gehen würden, bevor sie den Mund aufmachen und sich über zu viel lebendes Fell in ihrer City beschweren.

Dem Bär war es egal, nach der mutmaßlichen Tötung der Schafe hatte er wohl nicht vor, sich zu stellen und verschwand flugs wieder im dichten Dickicht der Wälder und Felder.
Jeder Bundesbürger hätte nun wieder ruhig schlafen können, von Flensburg bis in den Breisgau hätten die Leute sich abends die Zähne geputzt und beim zu Bett gehen „Puh, da bin ich ja noch mal mit dem Schrecken davon gekommen, was wäre bloß passiert, hätte der Bär im Supermarkt hinter mir gestanden?“ gedacht.
Doch das konnte man nicht zulassen, ER kam, ER hatte seinen großen Auftritt, nachdem sein Leben von großen Auftritten in letzter Zeit dezent gemieden wurde.
Edmund Stoibär gab eine Pressekonferenz, wie sie die Welt (zum Glück) noch nie gesehen hat…und hoffentlich nie wieder sehen muss.

Alles begann ganz harmlos, Edmund Stoiber freue sich natürlich, dass es in Bayern wieder einen Bären gebe, juchuuu und yippi-Ayeeeh, kaum jemand in Bayern wusste bisher so recht, wie die Lebensfreude im Alltag zu steigern war, da kommt so ein Zottel, dem man eh nie begegnet gerade recht.
Doch schon im nächsten Stoibersatz schlug die Stimmung um, es sei nun so, dass der Normalbär nie, aber auch niemals seinen Wald verlässt und höchstens ein bis zwei Schafe im Jahr reißt.
Da geht’s schon los mit den Umgereimtheiten, da Schafe nur selten durch den Wald rennen, MUSS der Normalbär diesen zwangsläufig verlassen, um die von Edmund ermittelte Schaf-Reiss-Quote von zwei Wollehaufen pro Kalenderjahr zu erfüllen.
Wie mans also macht, macht mans falsch, das gilt für Tiere wohl genauso.
Mit der Freude war es nun vorbei, denn die Schafreissquotenlatte wurde von unserem Teddy locker gerissen und man zählte schnell mehr als zehn hin und hergerissene.
Da sinkt der Normalbär in der Achtung der politischen Kaste und steigt gleichzeitig von Normalbär auf…nich lachen jetzt…Problembär.
Problembären verhalten sich prinzipiell asozialer als der gepflegte Normalbär, wer so ein richtig prolliger Problemteddy sein will, der hat das Fell in den Kniekehlen, zeigt Uhus im Wald die Mittelkralle und blökt ein bäriges Schimpfwort nach dem anderen ins Dickicht und schon ist man bei Edmund unten durch.
Saltis voller Freude kann der Bär schlagen, dass Herr Beckstein mittlerweile in der Bundespolitik angekommen ist, wer weiss, was für ein brutales Videospiel als Verantwortung für die ungeheure Raserei des Bären hätte herhalten müssen. Swen Bomwollen? Und zack, aufn Index, da macht der Beckstein keine Gefangenen.

Zum Ende der Pressekonferenz stellte der Edmund noch Vermutungen ohne Ende auf, was denn zum Beispiel alles hätte passieren können, wenn jetzt Menschen dem Tier begegnet wären.
Ja hält der uns denn für blöd? Was wär da schon passiert, wenn der Xaver ihm begegnet?
"Bitte, Herr Bär, setzen sie sich doch hin, wie wäre es mit nem Kaffee?"
Nein, zum erbitterten Endkampf zwischen Mensch und Tier wäre es gekommen und ich übertreibe nicht, wenn ich mal behaupte, dass der Xaver besser ein paar Hühner in der Tasche haben sollte, die er dem Bären als Köder zuschmeissen könnte.
Nun muss der Bär gefangen oder getötet werden, sonst entwickelt sich das Vieh weiter, frisst McGyver-Kaugummis und bastelt sich nen Inspektor-Gadget-Umschnallpropeller.
Schon gäbe es einen Hubschraubär und dann hätten die Schafe echt nen Grund zur Heulerei…so ein Grizzly im Sturzflug, das findet kein Wiederkäuer zum Lachen.
Was wir also mit dem Zottel machen, wissen wir.
Doch was tun mit Edmund Stoiber?
Der Kerl ist mittlerweile fast 200 Jahre alt, verfügt also über ein gewisses Maß an gestapelter Lebenserfahrung und bekommt trotzdem keine zwei Sätze am Stück heraus, ohne dass er entweder vom Thema abschweift oder Zeitlücken mit geballten „Ääääähs“ füllt. Ein Albtraum für jeden Kommunikationswissenschaftler.
Bei Piet Klocke gehört das ja zum Showprogramm dazu, aber bei Edmund?
Und sollten ihm seine Berater nicht wichtige Themen auf den Pressekonferenzvorlesezettel schreiben, Themen bei denen er sich nicht vollkommen zum Affen macht?
Oder ist es vielleicht doch eher so, dass der Bär an sich einen Intimfeind des bayerischen Politkaspers darstellt?
Wurde Edmund in seiner Kindheit von seinem Teddy verkloppt und trägt dies als Trauma in seiner Anzugsjacke mit sich herum? Hat er vielleicht sogar deswegen darauf verzichtet, in die große Koalition zu gehen, weil in der Fahne der Hauptstadt welches Tier prangt?
Genau.
Vielleicht sollte Stoiber seinem Trauma begegnen, sich bis auf seine Unterhose ausziehen und mit Honig einreiben und sich stellen.
Bär vs Stoibär.
Schallt es also aus dem Wald heraus bis auf dem Feldweg „I zoags dir, Problämpelz, kommst zu mia, I moch di alle!“ dann sollte man betreten zu Boden schauen und einfach, einfach weitergehen.
Verstirbt der tierische Widersacher dann allerdings wenig später an einer Magenverstimmung, muss man aufpassen, dass man sich da keinen Bärtyrer schafft.
Sonst fordert das gemeine Volk Neuwahlen und am Ende sitzt Winnie Puh blöde lachend im Bundestag.
Will ja auch keiner.

9 Comments:

Anonymous Anonymous said...

Selten so gelacht. Wenn ich eine Note vergeben müsste: 1+++ !!!
Einfach schön.
Deine M.

2/6/06 09:16  
Anonymous Anonymous said...

einsame spitze, echt gut geworden:D

2/6/06 14:05  
Anonymous Anonymous said...

Gut das der Stoibär schon alt ist, wäre er noch in der Pubärtät würde er wohlmoglich selbst jagd machen. Mal wieder echt gut geworden.
Gruß Flash

5/6/06 20:49  
Anonymous Anonymous said...

ich schmeis mich weg!!
einfach nur super geschrieben.
danke, weiter so!
auf viele neue bloggs...
thx

10/6/06 01:06  
Anonymous Anonymous said...

Great article! Thanks.

18/8/07 07:13  
Anonymous Anonymous said...

Nice Blog!

18/8/07 13:15  
Anonymous Anonymous said...

Thank You! Very interesting article. Do you can write anything else about it?

28/8/07 14:17  
Anonymous Anonymous said...

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4/9/07 12:27  
Anonymous Anonymous said...

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10/9/07 02:51  

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