19.5.06

Pennys Wochenrückblick Folge 48: Hofberichterstattung aus dem Land der Nichtigkeiten!

Willkommen in unserem schönen Freizeitpark der Nichtigkeiten, treten sie ruhig näher, es ist recht voll, denn wir haben heute den Krönung des König aller Nichtigkeiten auf dem Programm und ich kann Ihnen sagen: Er wird Krone und Reichsapfel zurecht tragen, wir schnitzen gerade noch an seinem Thron herum.

Jetzt fragt sich die lesende Wochenrückblicks-Schar natürlich, wer denn wohlgekrönter König der Nichtigkeiten sei, wir haben da nämlich schon eine recht große Palette anzubieten.
Dieter Bohlen könnte das Amt schon für sich beanspruchen, ich kenne niemanden in meinem näheren Dunstkreis, der nicht folgenden Satz vorbehaltlos unterschreiben würde:
„Dieter Bohlens Musik ist ein ganz ganz schlimmer Haufen Hühnerkotze!“
Und da könnte der Dieter nicht mal meckern, denn neben nicht belangvoller Musik sieht sich der Onkel D. auch noch dazu berufen, die Menschheit mit Zeichentrickfilmen und Musicals über sein Leben zu quälen und wer derart schrecklich mit dem Inhalt seines Daseins herumnerven muss, der brauch sich über unterschriebene Sätze Federvieh-Erbrochenes betreffend nicht zu wundern.
Keineswegs soll der Eindruck entstehen, der Dieter B. sei ein uninteressanter Zeitgenosse, dies keineswegs. Man sollte vielmehr das Talent bewundern und vergöttern, aus null Komma acht Gramm Unsinn eine ganze Tonne Gold zu machen.
Das würde schließlich jeder gern können.
Und genau deswegen wird Herr Bohlen nicht King Bohlen, er wird nicht König der Nichtigkeiten, dafür verdient er einfach zu viel Geld.

Ah, ich höre aus den Reihen des Publikums ein „Hier! Wir bitte!“
Na, wen haben wir denn da, wenn das mal nicht DAS Promipärchen Numero uno aus dem digitalen Äther ist.
„Hey Penny, mach uns zum Königspärchen und wir werden dieses Land regieren mit der harten Hand des Schwachsinns und dem unbarmherzigen Zepter der Dumpf-Dödelei.“
Und dies war meine Antwort:
„Nein ihr beiden, Prinz Foffel-Ferkel-Ferfried oder wie auch immer dein echter Name nun in den Irrenanstalten der Welt gerufen wird. Du und deine handgeschnitze Gsellpuppe kommt nicht auf den Thron!“
„Aber verdient hätten wir es schon.“
Dem stimme ich zu, trotzdem lass ich die beiden aus dem Freizeitpark der Nichtigkeiten entfernen.
Es ist schon richtig, Tatjana Gsell und ihr Schoß-Hof-Köter der Dreifaltigkeit, der Prinz, hätten passgenau auf dem Thron Platz nehmen können.
Doch es geht nicht. Ich kann über die beiden hier nix schreiben und der König der Nichtigkeiten hat durchaus eine passende Umschreibung seiner Vita verdient.
Deswegen geht’s nicht. Klar, man könnte mir jetzt an dieser Stelle mangelnden Recherchewillen in die Tasche schieben.
Aber ich muss es sagen wie es ist: ich hatte Angst und meine psychischen Grenzen winden sich wie Stacheldraht um mein geplagtes Hirn.
Normalerweise schau ich mir ja jeden Schund – also auch die Fernsehshow des vermeintlichen Adels - an, wenn es dem Rückblick in irgendeiner Form dienlich sein könnte, doch hier hab ich gesagt: Stop! Halt! Es reicht!

Gut, dass ich’s gelassen habe.
Denn wenn ich eines Tages vor dem jüngsten Gericht stehe, der himmlische Richter die lange Liste meiner guten Taten verliest und ich von drei netten weiblichen Engeln mich einem roten Teppich ins Paradies geleitet werde, dann würde irgendein fieser Verteidiger der Hölle aus dem Hintergrund sabbernd keifen:
“Herr Richter, ich hab hier was. Der Penny hat sich die Gsell-Foffi-Soap angeschaut. Er hat…ZEIT verschwendet!“
Es macht entsetzt „Ooooh“ und „Aaaaah“ im ganzen Himmel (Dolby Angel Surround…ziemlich beeindruckend) der rote Teppich wird unter meinen Füssen weggezogen und die drei netten weiblichen Engel, die mich geleiten sollte, kommen für einen Monat in Quarantäne. Der eben noch so nette Richter wird mit einem mal ein bisschen böse, benutzt irgendwelche nicht gerade netten Schimpfwörter und dann wärs das gewesen mit Bächen aus Honig.
Nein, die beiden sinds also auch nicht.
Doch da, höret, ein Raunen und Jubeln geht durch die pöbelnde Menge, sie fordert einen König und da drüben kommt er entlang getorkelt:

KÖNIG PETE DOHERTY DER 1.

Was?
Sie kennen Pete Doherty nicht?
Nun, dies ist hier die Krönung zum König der Nichtigkeiten, wenn mans von der Seite betrachtet, dann ist Pete Doherty der beste König, den man sich wünschen kann.
Oh, seht doch…der zukünftige Regent wankt ein bisschen und trägt etwas in der linken Hand. Eine komische dünne Palme mit Haaren oben dran.
Aber zurück zu unserem König.
Was macht ihn dazu, welche Qualitäten bringt er mit?
Zunächst spielt er in einer großartigen und tollen Band, die nur den blöden Nachteil hat, dass sie kein Mensch kennt und infolgedessen Pete und seine Mannen die einzigen sind, die sich großartig und toll finden.
Na, immerhin.
Trotzdem ist König Pete ständig in den Medien zu sehen und das hat zwei recht einfache Gründe.
Erstens: Er ist der Freund von Kate Moss
Zweitens: Er ist der Freund einer ganzen Menge Drogen.

Das scheint für manch grenzdebilen Journalisten aber Grund genug zu sein, diesen armen ausgestoßenen Hofnarren mit Kamera und Schreibblock zu verfolgen, so lange, bis auch der letzte Seppel weiß, dass Pete Doherty der Freund von Kate Moss und einer ganzen Menge Drogen ist.
Hinzu kommt: der Kerl sieht aus wie ein depressiver Kaktus.
Auch wenn es sich für einen Mann nicht ziemt, über das Antlitz eines anderen Mannes ein adäquates Urteil zu finden, ich tu`s trotzdem:
Pete Doherty sieht so aus, wie Dieter Bohlen Songs sich anhören.
Ist es die angenehme Blässe, die mit den Pickeln an seinen Mundwinkeln konkurriert? Oder schrecken mich die ungewaschene Haare und der trübe Blick ab?
Pete Doherty ist einfach der hässlichste aller Hobbits, dem würde man Saurons Ring als letztes geben.
Doch kommen wir zu seinen den inneren Werten unseres grossen Königs im Land der Nichtigkeiten:
Koks, Hach und Heroin!
Angeblich hat der Kaktus/Hobbit schon so ziemlich alles ausprobiert, was es auszuprobieren gibt.
Wobei ich mich – da schweif ich jetzt mal ab – immer schon gefragt habe, warum Koks in Filmen von Spiegeln geschnupft wird. Damit`s nach mehr aussieht? Warum nicht mal den Standesdünkel Standesdünkel sein lassen und den Schnee von `ner ordentlich durchgespielten Tischtennisplecke wegschnupfen?
Ich sehe sie vor mir, Kate Moss und ihr Macker, meinetwegen auch noch der Immendorf, wie sie um den abgewetzten Tischtennis-Schläger eines Chinesen sitzen. Herr Immendorf sagt:
„Oh, das ist bestimmt der Tischtennisschläger von einem guten Chinesen, es wird mir eine Freude sein, mein Koks davon konsumieren.“
Und Pete Doherty nuschelt etwas wie: „Schat sä Fack app!“ und schnupft alles allein weg. Dann gibt er seiner geliebten Kate Mops einen Zungenkuss und Immendorf kann nur noch in nen Tischtennisball beissen.
Man sieht schon: Drogenpartys sind nur lustig, wenn man selbst nicht dran teilnimmt.
Unser König mag übrigens keine Öffentlichkeitsarbeit. Wann immer ein Reporter sich dazu berufen fühlt, die angefressenen Nasenschleimhäute unseres Königs mit seinem Teleobjektiv abzulichten, rastet er aus.
Dann wird die Kamera kaputtgekloppt und auf Rebell und Punk gemacht.
Das wirklich traurige an dieser Person ist ja die Tatsache, dass seine „Fans“ das auch noch toll finden. Meinte eine Dame noch jüngeren Alters bekleidet mit einem Hut für Damen älteren Semesters letztens bei RTL:
„Also der Doherty, ich find das irgendwie cool, was der macht…der macht, was er will!“
Tja, George Bush, Angela Merkel und der Papst machen auch, was sie wollen, trotzdem haben die drei nicht nur Freunde auf dieser Welt.

Auf jeden Fall muss sich der Herr Doherty dieses zickige Verhalten abgewöhnen, wenn er erstmal auf dem Thron der Nichtigkeiten Platz genommen und seine Palme mit Haaren in den Schirmständer gestellt hat.
Ah, da wankt er auch schon an uns vorbei, der König, welch Droge mag seine Adern durchfließen, wir wissen es nicht, aber die Hofberichterstatter von RTL-Exklusiv und der BILD Zeitung werden es schon morgen ganz genau wissen, da kann man sicher sein.
Da, ja, da nimmt er Platz auf dem Thron, herzlichen Glückwunsch, möge seine Regentschaft nicht allzu lang währen, es gibt noch so viele nichtige Menschen, die an deiner Statt dort sitzen wollen.
Während wir also auf die Suche nach dem nächsten König gehen, frage sich das Volk doch bitte in der Zwischenzeit, ob es nicht Zeit ist zu rebellieren gegen Berichte von drogenverzehrenden Möchtegernrockstars, die dünne Models vernaschen. Ob man nicht Papier, Druckerschwärze und Sendezeit besser nutzen kann, als darüber zu berichten, wie viel Euro sich ein Pete Doherty in Köln von zwei Fußgängern geliehen hat, damit er in einem Second Hand Laden Frauenklamotten kaufen kann, in denen er dann Abends seinen Auftritt gestaltet. Und ob es nicht an der Zeit ist aufzubegehren, gegen Pseudo-Adel-Sendungen und Musik-Casting-Shows, für dessen Protagonisten sich nach Ablauf der Show keine Menschenseele mehr den Dreck unterm kleinen Nagel wegmachen würde.

Irgendwas Interessanteres muss es doch da draußen geben…

1 Comments:

Anonymous Anonymous said...

Nett geschrieben, aber hast du schonmal Musik von Doherty gehört?

21/5/06 00:25  

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