Pennys Wochenrückblick Folge 59: Blut im Pipi, grosse Brüste und als Erster im Ziel
Man weiß nie, wo es begonnen hat.
Vielleicht in der Schule?
Bescheißen mit nem Spickzettel im Etui, klein gekritzelte Formeln auf kariertem Papier?
Gut, das haben so einige gemacht.
Aber eventuell war es bei Jan Ulrich und Konsorten damals einfach extremer. Vielleicht hatten die schon Dehydrochlormethyltesosteron im Trinkpäckchen.
Und dann in der Sportstunde nen Dunking ausm Stand. Im vierten Schuljahr.
Was die Chinesen können, können schließlich auch alle andere, Doping an sich ist – das wird keiner bestreiten – ziemlich globalisiert. Warum einer dopt, da kann man nur dunkel spekulieren, gibt ja Leute, die sind nicht mal Spitzensportler, die gehen nur in den Muckitempel und futtern trotzdem anabole Steroide.
Der gute Eindruck auf Frauen kann da nicht der Antrieb sein, denn die hinzugewonnene Muskelmasse wird meist mit dem Verlust der männlichen Stimme und der Hodengröße erkauft. Manchmal bekommt man auch ne weibliche Brust und es gibt Deutschlandweit vielleicht nur zwei bis fünf Frauen, die an derartigen Männern Interesse haben.
Aber im Leistungssport an sich, wenn die Kamera draufhält, wenn das Interview mit dem Fernsehen wartet und man das eigene Trikot gern auf der Titelseite der Zeitung haben möchte, ist die Versuchung schon groß, sich so ein Testosteron-Pflaster in den Schritt zu klemmen.
Besonders schlimm scheint das ja beim Radrennen zu sein, für den Zuschauer strunzlangweiliges in die Pedalemoshen, bergauf und bergab durch die französische Provinz, das scheint nicht spektakulär genug zu sein. Damit also die Tour de Dope nicht 5 Monate dauert, werden die Fahrer voll gepumpt, so kommt man schneller den Berg hinauf und ins gelbe Trikot hinein. So weit so gut.
Der Jan Ulrich aber, der will nie gedopt haben. Der pocht auf die Unschuldsvermutung wie der Katholik auf die Bibel. Er habe schließlich nie was genommen oder bekommen, also braucht er auch nicht seine Unschuld beweisen. Da es aber leider trotzdem einige erdrückende Beweise gibt, wirkt das ein bisschen bockig. Aber so ist er, der Jan. Schon immer ein bisschen bockig gewesen. Hatte sich vor jeder Tour geweigert, den Speck wegzudiäten und nicht mit nassen Haaren vor die Tür zu gehen. So war er dann zum Start des Radrennens selten bei Sinnen, weil auf dem Sattel zu dick und am Lenker ständig erkältet.
Da kommt man auch mit Stützrädern nicht mehr weiter, da wurde vermutlich gedopt.
Auch beim Boxen wird geschummelt. Im Gegensatz zur von Walt Disney Comics landläufig geprägten Meinung näht sich der Boxer allerdings keinen Amboss in den Handschuh, nein auch hier wird Muskelmasse aufgebaut, bis der Kämpfer platzt und wenn das nicht reicht, werden die Boxhandschuhe vor dem Kampf wie früher in der Palmolive Werbung in Chloroform eingeweicht. Pflegt die Fäuste schon beim Betäuben.
Von der Leichtathletik fang ich hier gar nicht erst an. Möchte gar nicht wissen, wann denn nun der letzte Läuferrekord gebrochen wurde, ohne dass der Sieger voll war wie ne Reiseapotheke.
Was nun aber tun? Gegen alle möglichen Hinweise darauf, dass die Nebenwirkungen des Dopings nun nicht gerade von appetitlicher Natur sind, erweisen sich Sportler als ziemlich resistent. Und da die Hintergründe so einfach zu durchleuchten sind, wie das deutsche Krankenkassen-Wesen, ist wohl auch hier keine Besserung zu erwarten.
Man müsste da revolutionäre Wege gehen. Bei der Tour de France würde das dann so aussehen, dass nicht der erste Fahrer das gelbe Trikot bekommt, sondern der letzte. Das ist nur mit dem dummen Umstand verbunden, dass beim Start alle stehen bleiben. Wahrscheinlich gibt’s dann immer noch einige unverbesserliche Fahrer, die Schlafmittel einschmeißen.
Bei der Leichtathletik und da im speziellen beim Hundert-Meter-Lauf müsste man ja andere Kaliber auffahren, nicht vorwärts und an die Stierrennen von Pamplona angelegt werden die Wettkämpfe ausgetragen, nein, rückwärts wird gelaufen. Gut, die 9,8 Sekunden als Weltrekordmarke müsste man ein klitzekleines bisschen nach oben korrigieren. Aber wenn man das dann noch auf den Hürdenlauf einführt, dann haben die Zuschauer auch mal wieder was zu lachen.
Beim Bowling muss man übrigens nichts ändern. Da nutzen anabole Steroide nichts, welchem Bowler gefällt schon eine kaputte Bahn und stehen gebliebene Pins? Eben.
Michael Ballack, unser verhinderter WM-Held (durfte ja keine Tore schießen, der Arme) ist ja nun auch gedopt. Aerodynamisches-Air-Head-Doping. Oder mit anderen Worten: Der is zum Friseur gegangen. Jetzt sind die Haare raspelkurz. Und Deutschland geschockt.
Hat man nämlich sonst keine Meinung über unsere Promis, lassen wir es an den Frisuren aus.
Jetzt ist die Tottifrisur halt ab, das mögen die in England so oder so nicht so gern, wenn da einer Spucke im Haar hat, da könnte man in der Premier League ja prima dran ziehen, also hat der Michi sich halt ein bisschen angepasst. Evolution nennt man so was auch.
Aber auch daran merkt man, dass die (hoffentlich drogenfreie) WM schon wieder raus ist aus den Köpfen: Man kann sich schon wieder über Äußerlichkeiten aufregen. Noch vor drei Wochen, in der Post-WM-Euphorie, da hätte sich die gesamte Nationalmannschaft inklusive Trainerstab Strumpfhosen über die Köpfe ziehen können, kritische Stimmen hätte man totgebrüllt mit einem: „SAMMA, DAS SIN` UNSRE JUNGS. DIE KÖNN TRAGEN WAT SE WOLLN! UND NU LASS MICH MA MEINE FAHNE WEITERSCHWENKEN!“
Ja ja, die Zeiten ändern sich. Wäre aber auch blöd gewesen, all diese euphorische Gefühlsduselei, da wird man ja auf Dauer bekloppt im Kopp. Deswegen ist es nur nett und billig, dass uns da die ganzen Dopingsünder wieder auf den (Koks)-Teppich zurückholen.
Was bleibt übrig? Ach ja, der Jan, also der Ulrich, der will nächstes Jahr dann doch noch mal wiederkommen und die Tour gewinnen. Das hat man in den letzten Jahren schon häufiger gehört, das ist das Fahrradpendant zu Bayern München, nur mit dem Unterschied, dass die fast jedes Jahr abräumen.
Meine Prognose lautet da anders: Jan Ulrich darf (nach erfolgreicher Entziehungskur) auf nem stabilen Drahtesel Henry Maske im Januar auf seinem Gepäckträger in den Ring fahren.
Man muss auch mal bescheiden sein.
Klingeling.
So, an dieser Stelle verabschiede ich mich jetzt für 10 Tage in den Urlaub nach Gran Canaria, Neid braucht da nicht aufkommen, Sonnenbrände, Kakerlaken und Engländer werden vermutlich meine Wegbegleiter sein, aber wenn ich Glück habe, entgehe ich zwei von diesen drei Dingen und dann wird’s n schöner Urlaub.
Nächste Woche fällt der Rückblick also ausnahmsweise mal aus, ob es dann im Gegenzug zwei Wochenrückblicke am 18.8.06 gibt, hängt natürlich auch von den Nachrichten ab, die in dieser Zeit so durch die Zeitungen flimmern.
So long, have a nice time.
Penny
Vielleicht in der Schule?
Bescheißen mit nem Spickzettel im Etui, klein gekritzelte Formeln auf kariertem Papier?
Gut, das haben so einige gemacht.
Aber eventuell war es bei Jan Ulrich und Konsorten damals einfach extremer. Vielleicht hatten die schon Dehydrochlormethyltesosteron im Trinkpäckchen.
Und dann in der Sportstunde nen Dunking ausm Stand. Im vierten Schuljahr.
Was die Chinesen können, können schließlich auch alle andere, Doping an sich ist – das wird keiner bestreiten – ziemlich globalisiert. Warum einer dopt, da kann man nur dunkel spekulieren, gibt ja Leute, die sind nicht mal Spitzensportler, die gehen nur in den Muckitempel und futtern trotzdem anabole Steroide.
Der gute Eindruck auf Frauen kann da nicht der Antrieb sein, denn die hinzugewonnene Muskelmasse wird meist mit dem Verlust der männlichen Stimme und der Hodengröße erkauft. Manchmal bekommt man auch ne weibliche Brust und es gibt Deutschlandweit vielleicht nur zwei bis fünf Frauen, die an derartigen Männern Interesse haben.
Aber im Leistungssport an sich, wenn die Kamera draufhält, wenn das Interview mit dem Fernsehen wartet und man das eigene Trikot gern auf der Titelseite der Zeitung haben möchte, ist die Versuchung schon groß, sich so ein Testosteron-Pflaster in den Schritt zu klemmen.
Besonders schlimm scheint das ja beim Radrennen zu sein, für den Zuschauer strunzlangweiliges in die Pedalemoshen, bergauf und bergab durch die französische Provinz, das scheint nicht spektakulär genug zu sein. Damit also die Tour de Dope nicht 5 Monate dauert, werden die Fahrer voll gepumpt, so kommt man schneller den Berg hinauf und ins gelbe Trikot hinein. So weit so gut.
Der Jan Ulrich aber, der will nie gedopt haben. Der pocht auf die Unschuldsvermutung wie der Katholik auf die Bibel. Er habe schließlich nie was genommen oder bekommen, also braucht er auch nicht seine Unschuld beweisen. Da es aber leider trotzdem einige erdrückende Beweise gibt, wirkt das ein bisschen bockig. Aber so ist er, der Jan. Schon immer ein bisschen bockig gewesen. Hatte sich vor jeder Tour geweigert, den Speck wegzudiäten und nicht mit nassen Haaren vor die Tür zu gehen. So war er dann zum Start des Radrennens selten bei Sinnen, weil auf dem Sattel zu dick und am Lenker ständig erkältet.
Da kommt man auch mit Stützrädern nicht mehr weiter, da wurde vermutlich gedopt.
Auch beim Boxen wird geschummelt. Im Gegensatz zur von Walt Disney Comics landläufig geprägten Meinung näht sich der Boxer allerdings keinen Amboss in den Handschuh, nein auch hier wird Muskelmasse aufgebaut, bis der Kämpfer platzt und wenn das nicht reicht, werden die Boxhandschuhe vor dem Kampf wie früher in der Palmolive Werbung in Chloroform eingeweicht. Pflegt die Fäuste schon beim Betäuben.
Von der Leichtathletik fang ich hier gar nicht erst an. Möchte gar nicht wissen, wann denn nun der letzte Läuferrekord gebrochen wurde, ohne dass der Sieger voll war wie ne Reiseapotheke.
Was nun aber tun? Gegen alle möglichen Hinweise darauf, dass die Nebenwirkungen des Dopings nun nicht gerade von appetitlicher Natur sind, erweisen sich Sportler als ziemlich resistent. Und da die Hintergründe so einfach zu durchleuchten sind, wie das deutsche Krankenkassen-Wesen, ist wohl auch hier keine Besserung zu erwarten.
Man müsste da revolutionäre Wege gehen. Bei der Tour de France würde das dann so aussehen, dass nicht der erste Fahrer das gelbe Trikot bekommt, sondern der letzte. Das ist nur mit dem dummen Umstand verbunden, dass beim Start alle stehen bleiben. Wahrscheinlich gibt’s dann immer noch einige unverbesserliche Fahrer, die Schlafmittel einschmeißen.
Bei der Leichtathletik und da im speziellen beim Hundert-Meter-Lauf müsste man ja andere Kaliber auffahren, nicht vorwärts und an die Stierrennen von Pamplona angelegt werden die Wettkämpfe ausgetragen, nein, rückwärts wird gelaufen. Gut, die 9,8 Sekunden als Weltrekordmarke müsste man ein klitzekleines bisschen nach oben korrigieren. Aber wenn man das dann noch auf den Hürdenlauf einführt, dann haben die Zuschauer auch mal wieder was zu lachen.
Beim Bowling muss man übrigens nichts ändern. Da nutzen anabole Steroide nichts, welchem Bowler gefällt schon eine kaputte Bahn und stehen gebliebene Pins? Eben.
Michael Ballack, unser verhinderter WM-Held (durfte ja keine Tore schießen, der Arme) ist ja nun auch gedopt. Aerodynamisches-Air-Head-Doping. Oder mit anderen Worten: Der is zum Friseur gegangen. Jetzt sind die Haare raspelkurz. Und Deutschland geschockt.
Hat man nämlich sonst keine Meinung über unsere Promis, lassen wir es an den Frisuren aus.
Jetzt ist die Tottifrisur halt ab, das mögen die in England so oder so nicht so gern, wenn da einer Spucke im Haar hat, da könnte man in der Premier League ja prima dran ziehen, also hat der Michi sich halt ein bisschen angepasst. Evolution nennt man so was auch.
Aber auch daran merkt man, dass die (hoffentlich drogenfreie) WM schon wieder raus ist aus den Köpfen: Man kann sich schon wieder über Äußerlichkeiten aufregen. Noch vor drei Wochen, in der Post-WM-Euphorie, da hätte sich die gesamte Nationalmannschaft inklusive Trainerstab Strumpfhosen über die Köpfe ziehen können, kritische Stimmen hätte man totgebrüllt mit einem: „SAMMA, DAS SIN` UNSRE JUNGS. DIE KÖNN TRAGEN WAT SE WOLLN! UND NU LASS MICH MA MEINE FAHNE WEITERSCHWENKEN!“
Ja ja, die Zeiten ändern sich. Wäre aber auch blöd gewesen, all diese euphorische Gefühlsduselei, da wird man ja auf Dauer bekloppt im Kopp. Deswegen ist es nur nett und billig, dass uns da die ganzen Dopingsünder wieder auf den (Koks)-Teppich zurückholen.
Was bleibt übrig? Ach ja, der Jan, also der Ulrich, der will nächstes Jahr dann doch noch mal wiederkommen und die Tour gewinnen. Das hat man in den letzten Jahren schon häufiger gehört, das ist das Fahrradpendant zu Bayern München, nur mit dem Unterschied, dass die fast jedes Jahr abräumen.
Meine Prognose lautet da anders: Jan Ulrich darf (nach erfolgreicher Entziehungskur) auf nem stabilen Drahtesel Henry Maske im Januar auf seinem Gepäckträger in den Ring fahren.
Man muss auch mal bescheiden sein.
Klingeling.
So, an dieser Stelle verabschiede ich mich jetzt für 10 Tage in den Urlaub nach Gran Canaria, Neid braucht da nicht aufkommen, Sonnenbrände, Kakerlaken und Engländer werden vermutlich meine Wegbegleiter sein, aber wenn ich Glück habe, entgehe ich zwei von diesen drei Dingen und dann wird’s n schöner Urlaub.
Nächste Woche fällt der Rückblick also ausnahmsweise mal aus, ob es dann im Gegenzug zwei Wochenrückblicke am 18.8.06 gibt, hängt natürlich auch von den Nachrichten ab, die in dieser Zeit so durch die Zeitungen flimmern.
So long, have a nice time.
Penny


9 Comments:
hach, das war wieder schön und hat mir meinen freitagmorgen versüsst.
angenehmen urlaub!
dass sich radfahrer pflaster auf den sack kleben hat doch lediglich den hintergrund, dass diese schmalen radsattel sonst so schmerzen. dass auf den pflastern noch was anderes drauf is, können die radprofis doch gar nicht mal erahnen ;)
wie immer klasse geschrieben... was mach ich nur nächsten freitag... hm... wohl das archiv durchforsten...
angenehmen urlaub hoffentlich ohne engländer, kakerlaken und sonnenbrand ;)
Ich denke mal, daß in den nächsten zwei Wochen viel passieren wird. Erstens beginnt die Bundesliga wieder und dann darf man mal verspannt sein, wie es mit Olli und Verena weitergeht oder auch nicht (ich sage nur, der Grieche).
Ansonsten hat mich Dein Bericht wieder sehr erheitert. Er wird mir am nächsten Freitag fehlen. Aber auch Schreiberlinge müssen mal Urlaub machen. In diesem Sinne: Ganz viel Spaß !!!!!!!!!
M.
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