Pennys Wochenrückblick Folge 89: Pimper-Future...wie lochen wir in Zukunft ein?

Sex in der Zukunft: Auch auf aphrosierende Nahrungsmittel wird man nicht verzichten müssen, auch wenn sie aufgrund der Klimakatastrophe vielleicht etwas...kleiner ausfallen.
Es geht gar nicht anders, es muss so sein.
Zwei Arten von Wissenschaftlern scheint es zu geben auf unserem bunten Erdball.
Beide bereiten sich über viele Jahre hinweg auf das Wissenschaftlerdasein vor, man geht im ungewaschenen Kittel ins Bett, verschüttet hochexplosive und blubbernde Flüssigkeiten, wo man geht und steht und verwirrt Mitmenschen, die in normalen Berufen tätig sind, mit allerlei mystischen Formeln.
Dies machen sie so lange, bis sie zu vollwertigen Akademikern herangereift sind und in ihrem Beruf arbeiten können. Von da an geht man auch meist nicht mehr im Kittel ins Bett und es wird geforscht und gelehrt, bis die Haare grau werden.
Nun muss es in diesem Zeitraum einen uns nicht näher bekannten Moment geben, an dem ein Anteil der Professoren sich dazu entschließt, der Wissenschaft seriös zu dienen und wertvolles Gedankengut intelligenzfördernd zu verbreiten, während der andere Teil dazu übergeht, sich weiterhin als „Wissenschaftler“ zu bezeichnen, ansonsten aber von diesem Tag an den Hirnbetrieb auf „dauerbekloppt“ stellt.
Mit anderen Worten, es gibt Gelehrte, die uns auf interessante und anschauliche Weise erklären können, warum so ein Apfel wann und wie schnell von einem Ast Richtung Boden purzelt, während der dauerbekloppte Teil uns erklärt, warum es Menschen gibt, die diese Äpfel aufheben, daraus Mus machen und sich mit der Pampe am gesamten Körper unter wohligen Seufzer einreiben.
Warum solcherlei Tatbestände überhaupt untersucht werden müssen, bedarf weiterhin einer vernünftigen Erklärung, viele könnten vielleicht auch ohne diesen Input fröhlich in den Tag hinein leben, auch ohne den genauen Grund zu kennen, warum sich mancher mit Lebensmittel einschmiert.
Aber gut, der Mensch an sich ist weitestgehend aufgeklärt über alles und jeden, Kontinente sind entdeckt, Inseln wurden bereist und auf chemischer, physikalischer und astronomischer Ebene sind keine bahnbrechenden Erkenntnisse mehr zu erwarten. Vielleicht ist es den Spaß-Wissenschaftlern auch schlicht zuviel Aufwand, den genauen Ablauf eines Teilchenbeschleunigers zu studieren und weichen deshalb auf sinnfreie Themen aus.
Das Thema „Sex“ ist da ein recht gefundenes Fressen, weil die Vorlieben der Menschen so schön unterschiedlich sind, lässt sich da prima eine ganze Menge Unfug verzapfen.
In dieser Woche hat sich eine Gruppe dieser besonderen Sorte von Forschern zusammengefunden und über das Sexualverhalten in der Zukunft sinniert, vermutlich in einer Spelunke nach drei Flaschen Johnny Walker. Normalerweise werden in solchen Studien immer Zeitpunkte genannt, die sich noch weit in der Zukunft befinden, z.B. das Jahr 2350. Das ist taktisch recht klug, weil da kaum noch einer nachvollziehen wird, ob die drei Spelunken-Besucher aus 2007 sich geirrt haben oder nicht. Da wir aber eh nicht genau wissen, ob wir 2350 aufgrund abgeschmolzener Polkappen höchstens noch Geschlechtsverkehr unter Wasser haben werden, wird man auch im Lager der unseriösen Wissenschaftler ein Stück weit realistischer und gibt vorsichtshalber das Jahr 2020 für konkrete Vorstellungen im horizontalen Bereich an. Das ist ja quasi schon nächste Woche Mittwoch.
Nun, was erwartet uns im Jahr 2020?
Reiche können sich zusätzliche Geschlechtsorgane einbauen lassen (nachgezüchtet per Gentechnik) – für noch mehr Befriedigung.
Jaha, das wird ein Spaß.
Wissen heute viele noch nicht genau, wie sie mit dem einen Geschlechtsteil umgehen, welches sie am Leibe tragen, dürfte das Hinzukommen zusätzlicher Organe zur Libidobefriedigung die Menschheit im Jahre 2020 vollends ins Chaos stürzen.
Wo genau nun diese zusätzlichen Freudenspender angebracht werden sollen, lassen die Wissenschaftler vorsichtshalber mal offen, es heißt ja auch „über die Zukunft sinnieren“ und das hat nur selten was mit klaren Aussagen und Fakten zu tun.
Scheinbar aber gehen die Spaßkekse davon aus, dass auch in Zukunft reiche Menschen sich mit all dem Geld und all den Drogen derart langweilen, dass nur der Sex ihr Leben bereichern möge und schon hat man an der Hüfte einen zweiten Penis und kann quasi im Vorbeigehen die reichen Frauen begatten, die am Handgelenk eine Zweit-Vagina ihr Eigen nennen dürfen, das wird klasse.
Da die Schere zwischen Arm und Reich sich bis 2020 vermutlich nicht nur vollständig geöffnet hat, sondern bestimmt längst auseinander gebrochen ist, wird das Prekariat natürlich weiterhin nur mit einem Geschlechtsteil die Freuden des Lebens genießen können.
Da macht man sich ja auch nichts vor, allzu viele Varianten beim Sex gibt’s eh nicht, da ist der Trend zur Zweitgebärmutter schon der letzte Schrei während unterdessen in den ärmeren Teilen der Bevölkerung der dicke Frust Einzug hält. Eine Schlagzeile aus der Zukunft? Aber bitte:
„Theodora Friedheim’s Antrag auf eine zweite Scheide wurde vor dem europäischen Gerichtshof abgelehnt!“ Sie klagt: „Ich hab doch sonst keine Freude mehr im Leben!“
Natürlich ist es da bis zum exzentrischen Milliardär, der acht Phallusse, sechs Brüste und eine finnisch singende Vagina sein Eigen nennt und die armen Eingeschlechtler verachtet, nicht mehr weit.
Doch wollen wir das?
Reiche Menschen, bei denen alle 10 Quadratzentimeter die Gefahr besteht, dass sie Körperflüssigkeiten auf dem Gehsteig hinterlassen? Finden wir so was nicht ein bisschen eklig? Komische Zukunft.
Ins Gehirn werden Orgasmuschips eingepflanzt. Mit ihnen kann man sexuelle Erfahrungen direkt ins Hirn laden.
Soso. Ins Hirn einpflanzen.
Man verbessere mich zügig, wenn ich mich irre, doch in den allermeisten Fällen wird der menschliche Schädel nur dann geöffnet, wenn im Oberstübchen die Schaltkreise durcheinander geraten sind oder ein sonst wie geartetes gesundheitliches Problem besteht. Und das ist auch gut so, denn das Aufsägen der menschlichen Schädeldecke verursacht eine von vielen Putzfrauenvereinigungen heute schon nicht mehr tolerierte Sauerei, da matscht man nicht mal einfach nur aus Spaß dran rum. Mal abgesehen davon, dass die eigene Frisur immer besser aussieht als eine Fleischmütze nebst zusammengenähter Kreissägenwunde.
Doch soll man die Leidensfähigkeit des Homo Sapiens nicht unterschätzen, schon heute gibt es Menschen genug, die sich für ein minimal besseres Aussehen unter Vollnarkose die Nase durchknüppeln oder sich mit einem harpunenartigen Gestänge im Bauch herumwühlen lassen, da ist es bis zur Implementierung von Orgasmus-Chips im Oberstübchen nicht weit weg.
Dann stecken sich die frisch Operierten nen USB 3.0 Stecker in den Gehörgang und laden sich aus dem Internet „harter Sex im Opel Corsa / Rückbank“ oder „Selbstbefriedigung auf der Spitze des Eiffelturms im tiefen Winter“ runter und wenn sie nicht aufpassen, fangen sie sich einen Virus ein.
Da steht dann plötzlich Alice Schwarzer vor einem und verlangt im barschen Tonfall, dass man die eigenen Kniestrümpfe ist. Ist es soweit gekommen, kann man sein Gehirn erstmal zur Defragmentierung in der Werkstatt abgeben, bevor man wieder in der Lage ist, eine Scheibe Toast mit Butter zu bestreichen. Enden wird es damit, dass man sich ne Firewall in den Schädel mauern lässt, damit Alice draußen bleibt.
Danach sollte es aber auch wieder mit dem Orgasmus klappen. Für Frauen muss es aber weiterhin irgendwo auf Ellbogenhöhe einen Knopf geben, mit dem man den Chip-Höhepunkt vortäuscht, sonst hat man(n) in Zukunft ja gar nichts mehr, worüber er nachdenken muss.
Nun, sexuelle Erfahrungen aus dem Internet runterladen, hört sich generell klasse an, aber die Schädel der zukünftig Geilen werden geschlossen bleiben.
Warum?
Mensch, ich hab doch letzte Woche das Internet gelöscht.
Schwangerschaften sind auch für Männer möglich. Chirurgen setzen die fehlenden Organe (Gebärmutter) in die Bauchhöhle ein.
Kennen Sie das? Geschäftsmodelle, die nicht viel Sinn machen, hinter denen zwar eine recht grandiose Idee steht, die aber entweder schlampig umgesetzt oder komplett falsch geplant wurde, so dass dem millionenschweren Aufwand hinterher nur ein lausiger Cent-Ertrag gegenübersteht? Gescheiterte Kreativität auf höchstem Niveau? All die Krötentunnel, die unter Autobahnen hindurch laufen, mögen als schwach leuchtendes Beispiel mahnen.
Und genauso eine miese Geschäftsidee ist es, Männern die Schwangerschaft zu ermöglichen. Schon heute ist der „schwangere Mann“ eine aussterbende Rasse und das, wo es ihn nie gegeben hat. Frauen reiben sich die Schläfen blutig, wenn sie an gebärende Kerle denken, gibt es doch in ihren Augen heute schon lediglich Exemplare, die bei Schnupfen Schreikrämpfe bekommen und dem Tod ernsthaft ins Auge blicken. Die genervte Damenwelt holt dann den Argumente-Zylinder hervor um das Schwangerschaftskaninchen daraus hervorzuzaubern, um es dem Mann stinkend unter die triefende Nase zu reiben:
„Ihr könntet niemals Kinder austragen, elendig krepieren würdet ihr schon nach der ersten Wehe“, keifen sie uns entgegen.
Dieser Vergleich ist lästig, weil nicht zutreffend. Klar würden wir Männer die Schmerzen einer Schwangerschaft ganz locker wegstecken, das Problem würde eher darin bestehen, dass wir nach der Niederkunft nicht mehr wüssten, wo wir das Kind hingelegt haben.
Aber ganz ehrlich: Mit einer eingesetzten Gebärmutter dürfte es nicht getan sein. Niedrig bis gegen Null tendierend ist die Zahl der Männer, die mit dem Wunsch durch die Gegend torkeln, ein Kind selbst zur Welt bringen zu dürfen, da fehlt einfach das genetisch veranlagte Interesse. Wir sind ja auch ganz anders programmiert, auf Krawall gebürstet. Würde ein Fötus im Männerbauch die Frechheit besitzen, gegen den Innenbauch des Austragenden zu treten, würde bei diesem sofort der Wettbewerbsreflex ausgelöst werden und zurückschlagen. Missbrauch im Vaterleib würde die Anklage lauten und schon säße man im Bau.
Auch der Genuss von Sahne-Essiggurken, das Tragen von niederkunftskompatibler Alltagskleidung sowie das angestrengte Hände-in-die-Hüfte-stemmen dürfte sich für die meisten Männer einfach nicht geziemen.
Zudem ist es fraglich, wie da der Akt der Befruchtung vonstatten gehen soll. 2020 wird die Menschheit wohl kaum schon so weit sein, Eizellen in des fruchtbaren Mannes frisch eingepflanzte Gebärmutter hineinzubeamen, auf dass der Sproß im Bierbauch gedeihen möge.
Wie soll das also funktionieren? Durch Selbstbesudelung? Und wer macht das hinterher sauber? Daran sieht man schon, dass der Geschlechterkampf in 2020 unvermindert fortgesetzt wird, da können wir Männer hundert Mal Kinder bekommen.
Wichtig ist es und höllisch aufpassen muss man, dass die Garde der politischen Entscheidungsträger in unserem Land von derlei in rauchgeschwängerten Saufspelunken erdachten Zukunftsvisionen nichts mitbekommt. Da nämlich hier und da im Bundestag mal Unsinn ins Mikro gebrabbelt wird, ist es bis zur Forderung, man möge doch die Idee der schwangeren Männer in die Tat umsetzen und so den demografischen Problemen des Landes begegnen, nur noch ein kleiner Schritt.
Im Endeffekt wird alles auf folgendes hinauslaufen:
Wenn der durch den Lottojackpot spontan und furchtbar reich gewordenen Klaus-Dieter Krawutzke in der Innenstadt im Jahr 2020 beim Herrenausstatter steht, mehrere Geschlechtsteile dekadent von seinem Körper herabbaumeln und den Verkaufsparkettboden des Herrenausstatters versaut, weil Krawutzke gerade im Hirn den neuesten Download „Rodeo mit der Lederpeitsche“ abruft und sein noch ungeborener Stammhalter seinem Vater die Fusseln aus dem Bauchnabel tritt, wenn all dies passiert:
Braucht Herr Krawutzke einen findigen Verkäufer, der ihm einen passenden Anzug raussucht.
Bevor ihr Euch jetzt aus ein paar Kilo Mett und einem Hümmelchen eine Gebärmutter baut, abonniert doch lieber den Rückblick als Newsletter und schreibt eine Email an pennysworue@gmx.de


13 Comments:
Ist ganz gut geschrieben
Penny du hast in dem Abschnitt mit Alice Schwarzer nen Rechtschreibfehler.Man "ist" nicht seine eigene Socke.
MFG
GRaven
Aber hallo...
Also nach wie vor mal wieder Unterhaltung erster Klasse... Es bleibt dabei, auch wenn ich gaaaaanz lange nichts von mir hab hören lassen ;-)
Liebe Grüße vom Caroguruh
@GRaven: Danke für den Hinweis, werde es ausbessern :)
@Caroguruh: Freu mich schon, dass wir uns am Wochenende sehen, danke fürs Lob :D Und ich hab mich schliesslich auch nicht gemeldet ;)
tja, wie gut, dass ich schon 56 bin ... :)
liebe grüsse aus herne ...
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