Pennys Wochenrückblick Folge 84: Kuhflatulenz und der Stand-By-Schalter...heeeal the wooooorld...

So wird unsere Erde in ein paar Millionen Jahren aussehen...natürlich ohne das Boot mit den Menschen da...
Relativität kann etwas Schreckliches sein.
Zeit ist relativ, das wissen wir.
Werfen wir also erst Mal einen Blick nach vorn, nach ganz weit vorn.
In einigen Jährchen, es werden Milliarden sein, da geht es mit unserem Planeten zu Ende und zwar unausweichlich. Das liegt daran, dass die gute alte Sonne noch mal richtig ins Scheinen kommt (doppelt so hell), bevor sie letztendlich komplett verglüht. Dass man da als Mensch auf dem Erdtrabanten nix mehr zu lachen hat, liegt daran, dass wir zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr da sein werden, um dem globalen Game Over beizuwohnen. Schon lange vor dem Ende sagt die letzte Tulpe „Goodbye“ und aus majestätischen Ozeanen werden geknechtete Pfützchen. Kein idealer Lebensort für Homo Sapiens.
Die Aussichten sind also alles andere als rosig, weil auch die Rosen verschwinden.
Alles halt.
Ich glaube, gelesen zu haben, dass die Sonne erkaltet und dann auf die Erde stürzt. Aber ich weiß es nicht genau, vielleicht stürzt auch die Erde auf die Sonne oder sonst wo hin. Ist ja auch egal, Zeitzeugen gibt’s ja dann nicht und selbst wenn, hätten sie nicht viel Gelegenheit, es jemandem weiterzuerzählen.
Es gibt allerdings auch Schreckensszenarien, die die nahe Zukunft betreffen.
So warnten und tönten die Wissenschaftler und grün Angehauchten schon vor Jahren vor dem drohenden Klimakollaps. Sie füllten ihre Weissagungskugeln mit gar gruseligem, von Sylt vernichtenden Fluten wardie Rede, von Eisbären, die nur noch mit einem Bein auf einer schmelzenden Scholle balancieren, von Versteppungen, also Boden auf dem nix mehr wächst, sondern auf dem sich nur ein lustiges Mosaikbild in Form von Rissen bildet. So was kann ja schon Angst machen. Sylt weggespült? Dann müssten die Prominenten umziehen ins Inland mitsamt ihrer Champagnergläser müsste man provinziell werden und sich in einer Scheune bei Perleberg im Heu zuprosten.
Als aber die Wissenschaftler erklärten, dass das alles in drei- bis vierhundert Jahren passieren würde, wurden Atemstöße der Erleichterung in die Umwelt abgegeben, gefolgt von einem
„Ach so ist das!“
Das Häuschen auf Sylt war also nicht in Gefahr und der Ferrari musste nicht eingetauscht werden gegen ein schniekes Luftkissenboot. Landauf und landab Erleichterung also. Man konnte noch ein bisschen so weitermachen und nur die Urururururenkel würden die Auswirkungen spüren. Da die aber einen weder kennen, noch die eigene Beerdigung bezahlen, kümmert’s einen nicht. Ist ja nicht bös gemeint, aber mein Urururururopa hat es damals ja auch nicht gejuckt, ob er mit der Hexenverbrennung auf dem Marktplatz ein Verbrechen an der Natur begeht, welches sich auf meinen heutigen Gemütszustand auswirken könnte, also bitte.
Nun, seit letzter Woche sind wir schlauer.
Es heißt nun nicht mehr „Ach so ist das!“ oder „Na, da haben wir ja noch ein bisschen Zeit!“
Nein, es heißt
„Huch!“
Denn die ‚Schockstudie’ der UNO verheißt nichts Gutes für Luftverpester.
Dort ist die Rede davon, dass nun doch die Erde früher kaputtgeht. Nicht erst in 300 Jahren, nein noch dieses Jahrhundert geht hier klimatechnisch richtig der Punk ab. Eisbären balancieren auf kleinen Schollen, auf Sylt prostet man sich im Taucheranzug…na, Sie wissen schon.
Kaum war der Bericht erschienen, hatte ich das untrügliche Gefühl, nicht mehr auf demselben Planeten zu leben.
Man konnte hinschauen wo man wollte, überall breitete sie sich aus:
Umweltpanik.
Unsere Kanzlerin bewies hervorragende Kenntnisse im Bereich der Chronometer, indem sie resümierte, dass es 5 vor 12 sei.
Klasse.
Klingt so bedeutend.
So symbolisch, so…apokalyptisch.
Blöd nur, dass dieses „Kurz vor Nesquick“-Gequatsche schon in den achtziger Jahren von Wissenschaftlern benutzt wurde, um den Menschen unmissverständlich klar zu machen, dass man jetzt mal was ändern muss. Spitzfindige Zeitgenossen werden anmerken, dass es ja nun die ganze Zeit 5 vor 12 sei und sich somit nichts geändert hätte, ergo gar kein Handlungsbedarf besteht. Klugscheißer dieser Fraktion werden allerdings nicht gehört, weil wir schwer beschäftigt sind.
Wir müssen Zeitung lesen, Fernsehen gucken, Mitmenschen fragen. Wir kann ich die Erde noch retten?
Das hat sich vor drei Wochen noch keiner gefragt.
Und selbst wenn, man hätte geantwortet:
Ich? Was kann ich denn schon für unseren blauen Planeten tun?
Ich bin doch nur ein kleines Licht.
Doch nun geschieht es Schlag auf Schlag.
Wir holen keine Brötchen mehr mit dem Touareg beim Bäcker ums Eck.
Wir hängen unsere S/M Unterwäsche auf den Balkon zum Trocknen, statt sie umweltschädlich und verschämt im Trockner zu verstecken.
Wir hören auf, exotische Früchte zu essen, weil die ja irgendein Laster luftverpestend nach Deutschland fahren muss.
Wir fliegen nicht mehr nach Malle, sondern saufen unseren Sangria in Kalle’s Kneipe.
Und wir hören endlich auf, die Geräte auf Stand-By eingeschaltet zu lassen, auch wenn wir noch so viel Romantik in die Dunkelheit leuchtende rote Punkte hineininterpretieren.
Es wäre schon interessant zu wissen, um wie viel später auf der Erde die Trompeten Jericho’s ertönen, wenn wir mit diesem Stand-By Unsinn aufhören. Vielleicht nach statt vor der Mittagspause, man ist sich da in Fachkreisen nicht ganz einig.
Stattdessen sollten wir in größeren Dimensionen denken. Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass 60 % der weltweiten Steuerliteratur in deutscher Sprache verfasst wird. Ein toller Ansatz. Da hier eine Menge Papier für gebraucht und so manche Tanne abgeholzt wird, ist revolutionäres Denken vonnöten. Statt also weiterhin die Eichen umzukloppen und daraus Papier zu machen, werden wir von nun an die Bäume stehen lassen und darin kleine Kassettenrekorder implementieren. Wer dann, schlendernd und spazierend, das dringende Bedürfnis verspürt, Details zum Feuerschutzsteuergesetz in Erfahrung zu bringen, der schwingt seinen grünen Po zum nächsten Stamm und drückt auf "Play".
Auch auf die BILD könnten wir verzichten, wenn wir die Auswahl haben zwischen Berichten über das neue Buch von Sonya Kraus oder einem schönen Wald, dürfte die Wahl nicht schwer fallen. Allerdings würden dann auch die Umwelttipps der BILD wegfallen.
Und die Befragung der Promis, was diese für die Umwelt tun.
So gibt Sylive van der Vaart, Frau des Hamburger Fussballprofis an, dass sie biologisch abbaubare Verpackungen beim Einkauf in den Wagen legt, ihr Mann auf den nicht gerade spritsparenden BMW M5 aber nicht verzichten könne. Man müsste ganz schön viele Grüne-Punkt-Verpackungen kaufen, um den BMW wieder auszugleichen, aber gut.
Auch der Rest der Promigilde wird nicht müde zu betonen, dass man zwar einen Mercedes fahre, dafür aber auch immer schön die Stand-By Schalter auf „Aus“ stellt, um unseren Planeten der Rettung anheim zu führen.
Der Trend wird aber umkehren.
Das Szenario: eine Diskothek irgendwo in Deutschland. Hiltrud, kaufmännische Fachangestellte und gerade leicht angeschwipst hat die Auswahl zwischen zwei adretten Herren, von denen sie nach draussen begleitet wird. Sie will sehen, wer welches Auto fährt.
Günther fährt einen Bugatti-Sportwagen mit siebentausend PS und 25 Zoll Reifen, der röhrt wie ein Hirsch beim multiplen Orgasmus. Der Jim aber fährt einen sparsamen 3 L Lupo in schickem Eiweiss-Weiss.
Noch vor 3 Wochen wäre der Fall ja klar gewesen, Hiltrud und Günther hätten die Laken faltig gekuschelt und der Jim wäre in seinem 3 L Lupo allein nach Haus gezuckelt.
Da aber der Jim mit seinem treuen Gefährt ein potenzieller Weltenretter ist und bei allen Haushaltsgeräten den Stecker zieht (eine Weiterentwicklung zum Standby-Schalter), ist er der einzige, der Hiltruds Kinder zeugen darf.
Natürlich darf man auch gern mich fragen, was ich so zur Umweltrettung beizutragen habe.
Ganz einfach, wenn ich diesen Text hier fertig geschrieben habe, werde ich mich dick und muckelig anziehen und auf benachbarten Weiden wiederkäuende Kühe erschießen. Denn Kühe furzen, dabei entweicht Methangas und das macht auch die Umwelt kaputt. So kann ich mich nach getaner Arbeit in mein Auto schwingen, wieder nach Hause rasen und mit gutem Gewissen den Mixer anstellen. Und den PC. Und den Fernseher. Und das Radio. Und...
Abonniert den Wochenrückblicks-Newsletter, damit ihr wisst, wann der neue Rückblick erscheint und wie lang unsere Erde noch zu leben hat. Schickt eine Email an pennysworue@gmx.de.

Jaja, ich weiß genau, was ihr denkt. So kann ja wohl kein Weltenvernichter aussehen. Lasst Euch nicht einlullen. Esst und erschiesst sie, wo ihr nur könnt. Sie FUR-ZEN.


3 Comments:
Nachdem Nr. 83 nicht so gut war, hast Du Dich bei Nr. 84 selbst übertroffen. Sehr gut ! Ich vergebe hiermit *****.
Ich wollte nur mal anmerken, dass Kühe angeblich 60 % der Umweltverschmutzung ausmachen (hab ich im Radio gehört und dat muss ja stimmen).
Also ist es gar nicht schlimm, wenn du mal den Standby-Schalter nicht ausmachst und das kommt ja oft genug vor *duck*. Hauptsache du erschiesst genügend furzende Kühe (auch die, die nur wie Kühe aussehen)! =)
öhm... penny?? "Esst und erschiesst sie, wo ihr nur könnt." bist du dir bei der reihenfolge ganz sicher?!
Post a Comment
Subscribe to Post Comments [Atom]
<< Home