Pennys Wochenrückblick Folge 125: terrorisierende Todes-Türen und andere gefährliche Eingänge!

Schaut harmlos aus, ich weiß. Aber wer Leib und Leben nicht riskieren mag, fasst so was am besten gar nicht erst an.
Türen.
Sie werden immer noch unterschätzt. Denn Türen verletzen, quälen, können töten.
Wer meint, dass sie auch ihr Gutes haben, weil sie die einzig unüberwindbare Schwelle zwischen den GEZ-Schleimis und dem eigenen Recht auf freies Fernsehen bilden, hat es noch nicht mit einer richtig fiesen Tür zu tun bekommen. Der Vorteil der Abschließbarkeit die eigene Behausung betreffend ist nämlich rasch aufgezehrt, wenn man sich mit Tatütata in die nächste Zusammenflickerei begeben muss, wo Röntgenbilder erstellt, Reflexe geprüft und Knochen gerichtet werden.
Auch muss ich schon sagen, dass ich sie nicht richtig ernst genommen habe, die gefährlichen Pforten.
Das schlimmste, was mir eine Tür bis zum heutigen Tage angetan hat war zuzufallen. Höhnisches Gelächter erklang aus dem Pressholz, als wollte sie sagen:
„Na, Blitzbirne? Steckt jetzt wirklich noch der Schlüssel, Blitzbirne? Ha!“
Dass Türen apokalyptische Allianzen mit Schlüsseldiensten eingegangen sind, muss ich es erwähnen?
Aber gut, was soll ich sagen, siebzehn gefühlte Stunden später und um hunderte Euro beraubt durfte ich wieder in meine Wohnung stolpern. Warum der Schlüsseldienstmensch mir nur dümmlich hinterher geschaut hat, als ich ihn ultimativ dazu aufforderte, die Provision für die Tür gleich hier zu lassen, weiß er wohl nur selbst. Hält mich wohl für blöde.
Doch so fängt es immer an. Der Eingang versperrt, der eigenen Behausung beraubt. Viele fiese Türen setzen noch einen drauf und warten auf Momente, in denen ihre Zuzieher mit besoffenem Kopf halbnackt auf dem Flur stehen, bevor sie letztlich zufallen.
Es ist ein schleichender Prozess, man bemerkt es kaum. Es folgt die Komplizenschaft der Tür mit dem Türrahmen, ein äußerst fieser Zeitgenosse. Wer einmal unachtsam in die scheinbar nur für den Zweck von mittleren bis schweren Fingerfrakturen in die Tür verbaute Schlossfalle gegriffen hat, nur weil er eilig von einem Raum in den nächsten wechseln wollte, der kann ein Klagelied davon jodeln. Was nützt auch schon eine Schlossfalle, wenn Türen zufallen und den Besitzer aussperren, wann sie es wollen? So bekommt das eigene biologische Greifwerkzeug eine völlig neue Kolorierung, aber wollte man das?
Bis dahin glaubte ich bequem an Zufälle, ließ mich nicht beirren, mutmaßte, Türen seien von Grund auf gut, nur manchen würde vielleicht die Sinnlosigkeit des Alltags, das stumpfe Wiederholen ein und derselben Tätigkeit, Tag für Tag, Jahr für Jahr, dieses enervierende „Bitte komm doch rein, bitte geh doch raus“ an die Substanz gehen. Doch weil in der letzten Woche eine Freundin beinahe umgekommen wäre bei dem Versuch, eine bis zu diesem Tage unauffällige Badezimmerzufuhr zu öffnen, muss ich meine Meinung ändern.
Sicher, sicher es war eine Zusammenarbeit verschiedener bösartiger Gegenstände, eine gewaltbereite Allianz aus „rutschigen Fliesen“, „weichen Socken“ und eben jener Tür, die für Prellungen an Brustbein und Knien sowie Klagelieder sondergleichen sorgte.
Doch wurde die Tür bestraft?
Vor ein ordentliches Gericht gezerrt?
Ausgehängt und aufgehängt?
Nein, die Socken, die konnte man verbrennen und die rutschige Fliese konnte stumpf geschrubbt werden, doch dieses unscheinbare Stück Holz blieb wo es war, um auf sein nächstes Opfer zu lauern.
Plötzlich waren die Zeichen überall sichtbar. Wie lang schon gab es Falltüren, die Assassinen unter den Eingängen? Gemeine Tötungswerkzeuge, die ihren Opfern den Weg bereiteten zu Stacheldraht und Schlangengruben. Und wie viele Menschen haben schon ihre körperliche Unversehrtheit in Drehtüren verloren? Existieren in einem geheimen Keller in der Tundra Dokumente, auf denen verzeichnet ist, dass jährlich mehr Menschen in Drehtüren als in Flugzeugen umkommen? Wie viele arme Zeitgenossen haben die Schiebetüren bereits auf Ihrem Gewissen, wie hoch ist die Opferzahl bei elektrisch schließenden Garagentoren?
Wie oft machte es in der Geschichte der Menschheit schon KRAKRACH-KNACKS, das international anerkannte Geräusch von brechenden Zehen, weil man sich in der richtigen Reihenfolge bei der Durchschreitung einer Tür nur eines Moments nicht mehr gewiss war?
Wie viele Wohnportale hielten nicht einmal 30 Sekunden stand, wenn es darum ging, einen auf die schnöden Habseligkeiten absehenden Dieb von der eigenen Bude fernzuhalten. Als wenn sie sagen wollten: „Komm doch rein, räum alles raus, mein Besitzer ist eh ein Arsch, wie lang bin ich bitte schon nicht mehr geölt worden?“
Früher, in der lauschigen Eigentumshöhle, gab es so einen Unfug nicht. Da konnten die bösen Säbelzahntiger reinschneien in die eigene Behausung, wie es ihnen beliebte. Das hatte auch Vorteile: Der Tod kam schnell, man musste sich nicht lang mit nervigen Kratzgeräuschen oder energischem Klopfen belasten.
Wie sind also die Türen auf die Erde gekommen? Handelt es sich um die außerirdische Rasse, die Fox Mulder so lang gesucht hat? Die Tarnung wäre perfekt. Man kann es sich ausmalen:
Cleopatra, des Lebens und Badens in Milch überdrüssig wird zum letzten Gang in die Pyramide vorbereitet, die Schätze, die im Jenseits für Abwechslung sorgen sollen, werden in die dreieckige Behausung geschleppt und noch während die Ägypter krampfhaft darüber sinnieren, wie man den funkelnden Plunder vor Langfingern schützt, fällt mir nichts dir nichts eine Tür vom Himmel, um staubaufwirbelnd ein unmoralisches Angebot zu unterbreiten.
„Ich bin die Lösung für eure Probleme“, scheint sie zu flüstern.
„Och, das ist ja toll“, raunen die Ägypter und statt sich weiter ordentlich Gedanken über die Verschließbarkeit von Pyramiden auf nichtaußerirdische Weise zu machen, lassen sie die Türen in die Welt schwappen. Mit bakterienverseuchten Türklinken. Mit quietschenden Angeln, die kleine dumme Mädchen in Horrorfilmen nicht weglaufen, sondern neugierig den Raum mit dem kleine-dumme-Mädchen-fressenden Monster betreten lassen.
Der Ausgang ist vorhersehbar:
Es mag nur noch ein paar Jahre, vielleicht auch nur noch ein paar Tage dauern, dann werden sich die Türen selbst aus den Angeln heben. Und dann haben wir ein echtes Problem. Man wird sagen, dass man es schon immer hätte wissen müssen, die blaugefärbten und angeschwollenen Knie der Freundin hätten eine deutliche Warnung sein sollen.
Doch dann ist es zu spät.
Dann sind wir alle verloren


1 Comments:
Hey, hey, 1000 Gummipunkte für alles... Guter Rückblick, super Trailer und das "neue" Layout (man merkt, war länger nicht hier *schäm*) ist auch viiiiiiel besser und angenehmer für die Augen ;-)
Und den unverschämten Kommentar aus Rückblick 124 über bestimmte Musikrichtungen verzeih ich Dir ausnahmsweise nochmal :-)
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