Pennys Wochenrückblick Folge 132: von anarchischen Pflanzen und Panda-Popo-Pein!
neuer Stoff für hartgesottene Verschwörungstheoretiker. Spricht man "Maps" von Google Maps rückwärts aus, erhält man das Wort "Spam". Und wer "Spam" bei Google Maps eingibt, der findet diesen Ort in: Peru.
Wird also von hier die ganze seltsame elektronische Post verschickt?
Vor nicht allzu langer Zeit begegnete mir ein Artikel auf Spiegel.de, in dem der Autor berichtete, wie schnell die Erde sich veränderte, wenn die Menschheit von heute auf morgen einfach verschwinden würde.
Den Text nur überfliegend stellte sich heraus, dass die Pflanzenwelt recht schnell die Hoheit über Strassen und Häuser zurückgewinnen würde.
Vor lauter Efeu und Unkraut wäre bald kein Haus mehr zu sehen, kein Bürgersteig mehr begehbar, auf keiner Strasse könnte ein Auto mehr fahren, ohne dass es Holterdipolter macht, während man über die Wurzeln hinweghoppelt.
Spielt ja auch letztlich keine Rolle, es sind ja auch keine Autos mehr da.
Wobei: Das Holterdipolter auf Deutschlands Teerplatten haben wir ja heute bereits, vielen Dank nochmal an Petrus für 17 Milliarden Tonnen Schnee im letzten Winter.
Es zeigt sich also: Wir alle sind dem Verfall ausgesetzt, nicht nur wir selbst, nein auch um uns herum verrotten die Dinge, wenn man nicht ständig aufpasst, reinigt, asphaltiert und gegensteuert.
Tun wir es nicht, kommen sie: Die Pflanzen.
Aus einst geordneten Alleen würden Dschungelabschnitte werden, in denen Palmen flanieren und Kokosnüsse unkoordiniert vor sich hinrollen.
Irgendeine eingebildete und hochgewachsene Sonnenblume würde sich als Königin aufspielen, bis sie von einer Allianz rebellischer Hortensien und aufgeregter Rhododondren niedergemacht wird.
Vögel würden diese Welt mit ihrem Kot bedecken, und niemand käme, um ihn zu entfernen, der einzige Trost: beschweren wird sich auch keiner.
Doch was wäre nun, wenn ein einziger Mensch überbliebe?
Ein Held im Blaumann, der sich der Flora und Fauna entgegenstellte? Würde er sich verkriechen und flüchten vor der Übermacht der Hortensien und Palmen?
Nein, er würde in einen Baumarkt einbrechen, irgendwas klauen, was einen Stecker hat (20 % Rabatt spielen keine Rolle mehr) und dann würde aufgeräumt werden, so lang bis die letzte Tulpe wieder in Reih und Glied mit den anderen Tulpen stünde und bis Kokosnüsse aufhören, frech durch die Strassen zu rollen.
Nun, so ein Mensch bin ich.
Über 730 Tage verwaiste Internetseite www.pennys-wochenrueckblicke.blogspot.com haben Ihre Spuren hinterlassen und zwar im Kommentarbereich.
Dort schreiben mir mittlerweile recht illustre Gäste efeuartig ausbreitend blumige Sentenzen.
Erfreute ich mich zunächst kurz an der Tatsache, dass meine Texte nun auch im englischsprachigen Ausland zahlreich gelesen werden, stellte sich kurz darauf die Ernüchterung ein, denn dem "Good Blog, keep on working" folgte nicht selten ein Link zu einer Seite, auf der ich geraspelte Hämorroidenklümpchen von Pandabären bestellen konnte, um meine Atemwege freizupusten.
Ich versuchte da natürlich einen Zusammenhang zu erkennen, als gutgläubiger Naivblogger schaut man ja erstmal, ob nicht eventuell ein akuter Textbezug vorhanden ist. Doch nein, über Pandabärenhämorroiden hatte ich noch nie etwas geschrieben, mir käme ja nicht mal in den Sinn, dass die schwarzweissen Knuddelviecher überhaupt blutige Hintern bekommen, futtern sie doch Grünzeug tagaus und tagein und das unterstützt doch die Bewegung im Darm.
Nach dem 50. Kommentar ala "I like your Page very much" gefolgt von Links zu Seiten, auf denen ich derartigen Unfug bestellen konnte, trat ein Muster zutage. Der Pandabärenhämorroidenklümpchenverkäufer muss seine Freunde angerufen und ihnen mitgeteilt haben, dass "der Penny die Kommentare nicht löscht. Kommt, wir nehmen seine Seite einfach als Plattform und müllen sie weiter zu."
Tja und so war das einzige was in 24 Monaten auf Pennys Wochenrückblicke wuchs der Spamhaufen im Commentbereich.
Man kann hier schön erkennen, was aus den Dingen wird, wenn man sich nicht richtig kümmert und mit der Pflege aufhört.
Leider haben rektale Pandaprobleme nur einen recht kurzen Unterhaltungswert, aber hört der Spam auf meiner Seite auf? Nein, ca. 17 Trilliarden Spammails werden jeden Tag von PC 'A' zu Laptop 'B' verschickt. Ein findiger Wissenschaftler, der Spammails in Teer verwandeln könnte, würde all unsere Strassenprobleme lösen, doch passieren tut's ja nich.
Und was das so für Mails sind, herrlich:
Ein Blick in meinen Postkasten offenbart mir die Email eines gewissen Herrn Amoke, der mich mit einem außergewöhnlichen Notfall konfrontiert.
Dummerweise ist ein dem Herrn Amoke bekannter Herr Ogulagogu irgendwo auf dem afrikanischen Kontinent eine Dachbodentreppe hinuntergefallen, was zu seinem Ableben führte. Noch dummererweise hat Herr Ogulagogu ein nicht unbeträchtliches Vermögen auf seinen Konten herumliegen, ca. 17 Millionen plus minus 500.000, man weiss es halt nicht genau, der Rest des Geldes liegt vermutlich auf dem Dachboden, von dem er hinabstürzte.
Aus irgendeinem nicht genauer benannten Grund muss nun ausgerechnet ich armer Wochenrückblicksschreiber meinen Namen und meine vollständige Adresse UND meine Bankdaten angeben, damit die 17 Millionen Euro und der Dachbodeninhalt auch gerecht auf alle in Deutschland lebenden Nachkommen des Herrn Ogulagogu verteilt werden. Für - ich zitiere - "die Mühe, der sie sich aussetzen tun, werden ihnen wir ein Geld überweisen auf ihre angegebene Konto in der Höhe von 50.000 Euro nach Auszahlung an Erben Ogulagogus direkt."
Die Glaubwürdigkeit solcherlei Emails leidet bedauerlicherweise stark darunter, dass ich noch 25 andere Emails wöchentlich bekomme, in denen aus Herr Ogulagogu Herr Balabay, Frau Schulgaru oder eine siamesische Katze wird und die Dachbodentreppe sich in eine Felsspalte, einen brennenden Bus oder eine Gasexplosion verwandelt.
Früher wäre man ja froh gewesen über einen reichen Erbonkel aus den Staaten, aber nun hat man siebzehn Erbonkel und Tanten auf dem afrikanischen Kontinent, das nenne ich monetäre Evolution.
Die Euphorie über den plötzlichen Reichtum wird aber noch gesteigert, denn schon auf der nächsten auch durchaus seriös ausschauenden Internetseite bin ich plötzlich und unerwartet der 999.999ste Besucher und habe nun mit einem einzigen Klick die Chance, ein zur Zeit begehrtes Gadget zu gewinnen. Auch hier kann man seine Freude nicht fassen. Musste man sich noch vor zwei Jahrzehnten mit einem lachhaften Frühstückskorb begnügen wenn man der einmillionste war, der mit dem Hüftknochen ein Supermarktdrehkreuz durchstieß, gewinnt man heute mit einem Klick ein iPad 2, einen Audi A3 oder ein Stückchen Neuseeland. Während man verwirrt sinniert, ob man zunächst die afrikanischen Emails beantwortet oder schnell der Millionenklicker wird, der man auch auf 18 anderen Seiten an diesem Tag werden kann - was für ein Glück - kann man sich ja ablenken mit einem flotten Spielchen am rechten oder linken Rand diverser anderer Internetseiten. Papier in den Müll bugsieren, Obama vs. Gaddafi, hau der Lena auf den Hut, egal was, auch hier wartet das Glück in Form von Gewinnen.
Aber jetzt mal ehrlich. Ich fall nicht drauf rein, genausowenig, wie ich den pseudohandschriftlichen Gewinnbenachrichtigungen aus dem Briefkasten einen Jota Glauben schenke. Oma Hilde aus der Strasse nebenan mag das anders sehen, frisch aus dem VHS-PC-Kurs "Wie beantworte ich eigentlich Emails?" wird die Hilde nach Afrika schreiben, dass sie gern die 50.000 Euro annimmt, der Verfasser aber ruhig 200-300 Euro für einen guten Deutschkurs abknapsen könne. Die Folgen der Beantwortung kann sich ja jeder selbst ausmalen. Wenn sich in Afrika die Meldung einer beantworteten Email herumspricht, stürzen spontan noch mehr Olugalogus in den Tod, werden von Schlangen gefressen, von Blitzen erschlagen, ersaufen im Andreasgraben.
Im Grunde schätze ich es so ein: Das doch recht verstopfte Internet würde auf Jahre frei bleiben, würde man es nur um all die Porno und Werbeseiten bereinigen. Und würden die Gewinnbenachrichtigungsfirmen auf die Gewinnbenachrichtigungen verzichten, hätten wir auch den einen oder anderen Baum mehr. Vielleicht ja sogar eine kleine Allee mit wilden Sonnenblumen, tanzenden Palmen, rollenden Kokosnüssen.
Da es nicht passiert, hol ich dann jetzt mal meine Spam-Löschkeule aus dem Baumarkt.
Pennys Wochenrückblicke

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