5.1.06

Pennys Wochenrückblick Folge 29: Heute entführen wir Charles Darwin

616….616…..Hallo? Sechs Eins Sechs….was denn…keine Reaktion?
SECHS EINS SECHS.
Da müssen einem doch die Knie schlottern und kleine Angstperlen auf der Stirn stehen bei der mehrfachen Nennung dieser drei Zahlen.
Dies ist nämlich offiziell die Zahl des Teufels und nicht wie alle dachten, die 666….oder 4711….oder 08/15.
Ein Schreibfehler wars, so wie damals beim Spinat, der ja angeblich immer genug Eisen für nen ganzen Stahlträger hatte, wo man sich aber auch mit dem Komma ein bisschen vertan hatte.
Ein Übersetzungsfehler also. Tragisch, aber nun nicht mehr zu ändern.
All die bösen Opel und Golffahrer, die die 666 auf dem Nummernschild als Zeichen eines feurigen Gaßfusses und einer aggressiven Grundeinstellung gewählt haben, verwandeln sich mit einem Schlag in puschlige Sonntagsfahrer und können die schwarzen Folien von den Seitenfenstern wieder abreissen.
Übersetzungsfehler aus der Bibel kommen im Allgemeinen bestimmt nicht gut an und rufen die Zweifler auf, aus ihrem Winterschlaf zu erwachen und unangenehme Fragen zu stellen.
War das vielleicht gar kein Apfel damals bei Adam und Eva? Wars vielleicht ne Apfelsine? Oder eine Ananas? Und wenn ja, wie haben die die geschält?
Haben sie die Ananas der Schlange auf den Kopf gehauen?
Mit all diesen Fragen machte sich der Autor von Pennys Wochenrückblicke auf zu Intelligent Design, momentan die angesagteste Firma, was die Herstellung von erdähnlichen Inhalten angeht.
Ich sprach mit einem der Chefdesigner, P. Trus über sein etwas zerrüttetes Verhältnis zu Charles Darwin und seiner Evolutionstheorie.

P. nnywise: Hallo Herr Trus, darf ich sie fragen, wie das Wetter heute wird?
P. Trus: Ach hören sie doch auf mit diesem Unsinn, sie wissen doch, dass das Wetter längst aus meiner Abteilung ausgelagert wurde. Allein die Windmaschinen, die wir letztes Jahr in Amerika eingesetzt haben, müssen von mindestens 28 Leuten gleichzeitig bedient werden. Ich bin jetzt mehr der Koordinator im Hintergrund, was solche Dinge angeht.
P. nnywise: Also war 2005 ein gutes Jahr, was die Windmaschinenauslastung anging?
P.Trus: Das könnte man so sagen, ja.
P. nnywise: Nun, wie sie sicherlich wissen, tobt auf der Erde momentan ein Kampf erster Güte zwischen den Anhängern und Fans von Intelligent Design und den Befürwortern der Darwinistischen Evolutionslehre. Für ein erstes kurzes Statement wäre ich ihnen durchaus dankbar.
P.Trus: Nun, es ist ganz klar zu erkennen, dass nach der Umbenennung unserer Firma ein Boom durch die Erdbevölkerung ging. Mit „Himmel AG“ oder „Firmamentengesellschaft mit garantiert unbeschränkter Haftung“ konnten die Leute wohl wenig anfangen, also haben wir ein paar unserer Marketingstrategen auf eine ruhige Wolke geschickt, wo sie an einem Flipchart einen neuen Namen ausbaldowerten.
P. Nnywise: Und ihnen ist sofort „Intelligent Design“ eingefallen?
P. Trus: Aber nein, zuerst machten wieder die Schlagwörter „Gottes kleiner Trödelladen“ und „Holy Ghost Inc.“ die Runde, aber ich habe denen gesagt, dass sie von dieser Wolke nicht eher wieder runterkommen, bis sie etwas brauchbares vorzeigen können.
P. Nnywise: Können sie uns denn mal die Arbeitsweise von Intelligent Design genauer erläutern?
P.Trus: Gern, schön dass sie fragen… also erstmal haben wir viele verschiedene Abteilungen, in denen Dinge…designt werden, Jim Frost zum Beispiel ist unser Snow Chief Assistant, er sitzt in einem Raum, mit Untertasse, Schere und Din A 4 Blättern bewaffnet und designt Schneeflocken….Drei Milliarden schafft er schon.
P.Nnywise: Hui, das ist aber eine beachtliche Leistung für ein ganzes Jahr, wenn man vor allen bedenkt, dass sie alle unterschiedlich aussehen müssen.
P.Trus: Ähm, das ist seine Tagesleistung…
P.Nnywise: Oh…..
P.Trus: Nun und drei Abteilungen daneben haben wir den Band-Designer, der so manch illustre Musikgruppe zusammengestellt hat, der letzte musste allerdings entlassen werden, da er…
P.Nnywise: …Tokio Hotel aus einem Lehmklumpen gebastelt hat?
P.Trus: …richtig….woher wissen sie das denn?
P.Nnywise: Ach….nur so ne Vermutung.
P.Trus: Auf jeden Fall wird das nicht noch einmal passieren, schreiben sie das in ihren Rückblick, ja? Wie auch immer, in einem anderen Wolkenblock sitzen ein paar Mitarbeiter, die Beschwerde-Emails bearbeiten.
P.Nnywise: Wow, der Himmel hat eine Emailadresse? Wie lautet sie?
P.Trus: Hümmelhülf@Engel-online.de Das komische ist aber, es kommen keine Emails an, seltsam.
P.Nnywise: Das hab ich mir schon gedacht, deswegen hab ich ein paar Briefe und Faxe mitgebracht, die ich ihnen gern vorlesen würde. Hier haben wir zum Beispiel eine Mail von einem Gerhard S., der fragt, warum er sich einen neuen Job suchen musste…
P.Trus: Nun, wir designen nur den Körper, was die Leute daraus machen, ist ihre Sache…aber das mit den grauen Haaren liesse sich hier mit nem dreidimensionalen fluxkompensatorischen Erdenbearbeiter ratzfatz ändern.
P.Nnywise: gut…nehmen sie rot…dann haben wir hier noch eine Anfrage vom kleinen Nils, ob der Intelligent Design nicht Paris Hilton schlauer machen könne.
P.Trus: Unmöglich, da eine Fehlkonstruktion….es war derselbe Designer, der Tokio Hotel gemacht hat…allerdings hat er damals noch in der Abteilung „extravagante Schlampen mit Hirn“ gearbeitet….absolut unfähig dieser Kerl.
P.Nnywise: Herr Trus, Intelligent Design arbeitet nicht perfekt, vieles liegt im Argen auf der Erde…was halten sie denn von – auch intern platzierten – Vorschlägen, eine Koalition mit den Roten einzugehen?
P.Trus: Mit dem Teufel? Um Himmels willen, sind sie wahnsinnig? Wir müssten Ställe für die Apokalypsenpferde errichten und an die Börse gehen…und dann hätten wir auch noch alle Rechtsschleicher von den Autobahnen hier rumrennen….das geht nicht.
P.Nnywise: gut, war ja auch nur ein Vorschlag, kommen wir nun zum letzten Thema, Charles Darwin. Gerüchten zufolge wird er irgendwo im Firmengebäude eingesperrt und gefoltert, weil er diese Lügen über ihre Firma verbreitet.
P.Trus: ach was, wir haben keine Ahnung, wo Darwin steckt, ob er tot ist oder ob er weiterhin seine Jünger anstiftet, seine unsinnigen Theorien zu verbreiten. Wir foltern und fotografieren auch niemanden, falls sie darauf hinauswollen.
P.Nnywise: mitnichten, ich habe nur noch eine letzte Frage: wenn Intelligent Design in der Lage ist, die Dinge auf der Erde so weitreichend zu ändern, wie konnte es dann überhaupt dazu kommen, dass jemand wie Charles Darwin geboren wird?
P.Trus: ….

Hier endet das Interview abrupt, 2 sonnenbebrillte, recht kräftig aussehende Engel mit schwarzen Flügeln geleiten mich von der Interview-Wolke und schmeissen mich dem Erdboden entgegen.
Ganz schön nachtragend, der ehemalige Wetterknecht.

Zum Schluss noch Entführungen:
Sich entführen zu lassen, ist jetzt recht cool geworden.
Nach den Vorbildern Osthoffs und Chrobogs schmeissen sich Millionen Menschen in die Kofferräume ihrer Autos und lassen sich abgedunkelt durch die Gegend fahren, bis sie nicht mehr wissen, wo sie sind.
Die Benzinkosten für diese extravagante Tour muss der Entführte natürlich stets selber leisten, Spass gibt’s nun mal nicht umsonst.
Ist man dann am Entführungsort angekommen, geht es erstmal auf den lustigen Stuhl.
Nicht vorhandene Elektroschock-Maschinen werden durch abgetrennte Fönkabel und einen Bottich Wasser ersetzt. Für die Verhöre werden Halogenlampen aus dem Baumarkt besorgt. Für die Fernsehaufzeichnung benötigt man eine Videokamera, jede Menge Tüll und ein paar ulkige Parolen wie: Freiheit für Schlecker oder auch Stoiber muss in Bayern bleiben. Da kann man sich kreativ total ausleben.
Kehrt man dann als Entführungsopfer aus dem Schwarzwald zurück, muss man sich allerdings Gemecker von der Familie und der örtlichen Fachpresse schon gefallen lassen, wie man denn nur so dumm sein könnte, wenn einen junge und große Herren in einen Kofferraum bitten, dann müsste man doch bitte wissen, dass da was nicht stimmt.
Mit dem Pulli über der Nase antwortet man dann einfach, dass man wieder zurück in den Schwarzwald wolle und beobachtet die entrüsteten Reaktionen inklusive den „DAS BENZIN BEZAHLST DU ABER WIEDER SELBST“-Schrei.

In diesem Sinne.

3 Comments:

Anonymous Anonymous said...

Bin gerade mit Bügeln fertig und dachte mir, schau doch mal nach, ob der Wochenrückblick schon da ist. Prompt wurde mein Wunsch nach einem Lacher erfüllt. Einfach herrlich, wie Du die Sache auf den Punkt gebracht hast. Für Susanne Osthoff habe ich sowieso kein Verständnis mehr. Wenn ich Deutschland wäre, würde ich jeden Euro zurückverlangen, der dabei draufgegangen ist, sie zu befreien und das Geld denjenigen zukommen lassen, die es bitter benötigen, wie z.B. krebskranken Kindern, der Aidshilfe, armen Familien usw.. Am schlimmsten fand ich diese heuchlerische Mutter, die zu ihrer Tochter schon seit sieben Jahren keinen Kontakt mehr hat und jetzt so tut, als wäre ihre Tochter ihr ein und alles. Einfach geschmacklos. Außerdem bin ich der Meinung, dass man sich nicht permanent mit seiner schrecklichen Kindheit entschuldigen sollte; die hatten andere auch und erwarten nicht, daß die ganze Welt sie bedauert. Ich hoffe, dass sie in der Versenkung verschwindet und uns nicht weiter mit ihrer "Familientragödie" belästigt. In diesem Sinne freue ich mich wieder auf nächste Woche.
Deine M.

6/1/06 09:51  
Blogger MrPennywise said...

es gab 2-3 Wochenrückblicke, die mehr aufs GSPB bezogen waren...deswegen hab ich die nicht mit reingenommen ;)

7/1/06 15:23  
Anonymous Anonymous said...

Übrigens... Leute die Blasenbrey heissen fahren keinen Fiesta - zumindest ist mir aus meiner nahen und entfernteren Familie kein Ford-Fahrer bekannt ;-)

28/3/09 22:41  

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