Pennys Wochenrückblick Folge 61: entlarvendes Bildmaterial, singende Luder, Toastbrot!
Heute beginne ich mit einem Zitat.
Die Schönheit sei, so Franz Grillparzer – seines Zeichens österreichischer Dichter und schon ein paar Tage tot – „Die vollkommene Übereinstimmung des Sinnlichen mit dem Geistigen.“
Nun, seinen eigenen Namen kann er damals nicht gemeint haben, geistig sagt der eventuell was aus, aber heißt man Grillparzer, vergeht einem schnell die Sinnlichkeit.
Natürlich ist damit der Anfang dieses Textes bereits vollkommen versaut, denn wer den Wortschwall berühmter Leute niederschreibt, der weist nicht vorher explizit darauf hin, da geht das Beschwingte flöten und verschwindet flugs im Lokus der Rhetorik. Tja, Pech gehabt.
Aber verwenden möchte ich das Zitat dann doch. Die Nachkommenschaft aus dem Hause Grillparzer möge mir diese miese Einleitung verzeihen.
Denn mit der Sinnlichkeit und dem Geist dahinter ist das tatsächlich so eine Sache und nachzuschlagen sind solche Zusammenhänge in diversen Fachzeitschriften, die sich fast ausschließlich mit Prominenten beschäftigen.
Wer nun aber denkt, dass hier das „Goldene Blatt“ eine Vormachtstellung einnimmt mit gar exklusiven Themen wie „hat der oberste Fürst von Monaco eigentlich wirklich ein Potenzproblem oder ist eventuell doch die Badehose nur zu eng.“, den muss ich bitter enttäuschen, den Chartgipfel druckergeschwärzter Schwachsinnigkeiten nimmt ein ganz anderes Blatt ein und zwar die Zeitschrift mit dem wohlklingenden Namen „Intouch“.
Dies spricht man ja nun wie „Inntatsch“ aus und das ist auch das weltweit anerkannte Geräusch für einen nassen Papierklumpen, welcher in nicht mit Mülleimertüten befüllten Mülleimern landet.
Inntatsch.
Kann das ein Zufall sein?
Chefredi Marc Werthmann und seine schreibende Crew vollbringen jeden Monat das ziemlich schicke Kunststück, prominente Menschen derart dumm dastehen zu lassen, dass das goldene Blatt dagegen so ein bisschen wie ne seriöse Zeitschrift aussieht.
Andere Themen gibt es da nicht, da macht man sich keine Hoffnung, keine Witze-Sparte, keine Kontaktanzeigen, nicht mal ein Sudoku-Rätsel verirrt sich in die unendlichen triefenden Seiten der „Inntatsch“.
Es geht wirklich nur um Berühmtheiten und schon auf Seite 1 denkt man, man wäre nicht nur im falschen Film, sondern auch im falschen Kino der falschen Stadt gelandet:
„Können Nicole Ritchie und Paris Hilton je wieder Freunde werden?“ bekommt man da als Frage mit Voting-Ergebnis präsentiert, 39 % sagen ja, 61 % meinen eher nein und 100 % Penny fragt sich, ob hier nicht schon 1000 % Blödsinn erreicht ist.
Denn ernsthaft: wen juckts? Auch nur ansatzweise? Aber zu Frau Hilton kommen wir noch.
Doch zunächst blättert der Wochenrückblicks-Masochist im Dienste der Schwachsinnigkeit weiter vor auf Seite 14 und muss dort lesen, dass Angelina Jolie zu Hause ausgezogen ist, während Brad Pitt im Casino Knete verzockt.
Schon in diesem Artikel erkennt man die Affinität der Inntatsch zur Liebe zum Detail.
Denn die Berichte werden von hübschen Fotos begleitet, die dann auch seitens der Zeitschrift recht eindrucksvoll, weil so weis- und wahrsagerisch kommentiert werden. So kann man auf einem Bild Angelina Jolie erspähen, die im Auto sitzt, ein nun nicht allzu außergewöhnlicher Akt des Menschen im Tagesverlauf, ich könnte ein paar Tausend Leute aufzählen, die so was machen, Auto fahren. Frau Jolie befindet sich nämlich auf diesem Foto angeblich auf dem Weg ins Manchester Hotel und manchmal breche sie einfach aus, auch diesmal? Fragt zumindest Inntatsch. Wie die das so schön hinbekommen haben, derartige Rückschlüsse aus einem Foto zu ziehen, auf dem eine Frau einfach nur in ihrem Auto sitzt, will man ja gar nicht erfahren. Doch auch von Brad gibt es Abzüge, wie er an einem Blackjacktisch sitzt, aber das sollte man auch erwarten dürfen, wenn er schon gerade Oceans 13 abdreht.
Aber gut, ich will da nicht rechthaberisch wirken, die Damen und Herren von der Presse wissen es vermutlich viel besser.
In diesem Stil geht’s leider Gottes weiter, auf Seite 30 wird – wie so häufig in derlei Schundheften – das Leben von Frauen wieder nur darauf reduziert, was die Waage gerade so anzeigt, natürlich wieder am Promi, der im Diät-Drama steckt.
Kirstie Alley und Cameron Diaz, einst fett, dann wieder dünn, nun wieder fett und auch gern mal umgekehrt. Promigirls sind übrigens grundsätzlich dick wie Mülltonnen oder aber dünn wie Mikadostäbchen, dazwischen gibt es nicht viel zu berichten. Ist doch klar, der Fotograf, der mit Fotos von normal proportionierten Schauspielerinnen und Sängerinnen im Sinne der Ehrlichkeit und im Auftrag der Normalität um die Ecke gebogen kommt, dem wirft der Chefredakteur die Kündigung vor die Füße! Was soll so ein Mann auch mit normalen Fotos?
Wer es wissen will: Mariah Careys Bauch wölbt sich über ihren Hosenbund. Dafür wird auch extra rangezoomt bei „Inntatsch“. Wobei das Foto auch nach siebzehnmaligem Hinschauen eigentlich nur einen flachen Carey-Torso präsentiert und langsam ernsthafte Zweifel an der optischen Gesundheit „Inntatsch“-er Bildkommentatoren empor kriechen.
Aber immerhin haben sie eine blühende Fantasie
Denn glaubt man der Inntatsch, so ist die heile Welt von Scientologe Tom Cruise und Katie Holmes ebenfalls nicht mehr das gespiegelte vom Ei. Auch dafür werden wieder zwei Fotos präsentiert, eines, auf dem Katie einen konzentrierten Gesichtsausdruck aufsetzt, welcher aber laut Zeitschrift „erschöpft“ und „traurig“ wirkt.
Das andere Foto aber – und jetzt wird’s interessant – präsentiert uns eine Luftaufnahme, auf der unscharf zu beobachten ist, wie Katie Holmes aus dem Fenster schaut, was vom Spannungsgrad also ungefähr auf einer Stufe mit „Angelina Jolie sitzt im Auto, Wahnsinn!“steht .
Aber auch hier knüppelt der Bildunterschriftenerfinder los:
„Mit starrer Miene steht Katie am Fenster der Beverly-Hills-Villa. Rechts hinter ihr scheint Suri zu liegen. Katie beachtet das Baby nicht."
Zunächst sei die Anmerkung gestattet, das Mienen auf Fotos generell von Starre sind, schließlich gibt’s noch keine bewegten Fotos und so kommt Gesichtern jeglicher Art auf Bildern das Bewegungsmoment abhanden. Und tatsächlich: Katie schaut aus dem Fenster und nicht auf den Schreihals.
Wenn man natürlich nicht 24 Stunden auf seinen Teppichrutscher glotzt, dann ist es schon recht schwer, eine glückliche Mutter zu sein, Blicke aus verglasten Gebäudelöchern lenken da nur ab. Aber sie tut es trotzdem, geht den rebellischen Weg, besitzt die unglaubliche Frechheit, einfach so mir nichts Dir nichts in die Botanik zu blicken.
Was mag sie da gedacht haben? Vielleicht etwas wie „leckerer Gärtner!“ oder „wir müssen uns was einfallen lassen, wie wir die Ferngesprächskosten in den Griff bekommen, wenn wir vom Ostflügel zum Westflügel unserer Villa telefonieren!“
Da hält sich die Inntatsch diskret zurück, kommt nicht mit Vermutungen, sinnlose Gedankenleserei möchte man sich anscheinend nicht vorwerfen lassen.
Das geht den Rest der Zeitschrift so weiter. Wem stehen einzelne Stoffetzen besser? Wie viel Party ist zu viel Party? Glatt oder lockig? Warum sind alle Serienstars brünett? Alles furchtbar wichtige Fragen, deren Antworten keinen Aufschub dulden.
Natürlich regiert auch in diesem Blättchen die promigste aller Promis, Paris Hilton. Die zeigt in der Augustausgabe ihre Wohnung von innen, alles in wunderbar hellen Farben, alles schrecklich Party-inkompatible. Wenn da die Freundschaft zum Grillen kommt, geht’s bestimmt in die Garage.
Aber was lästere ich hier überhaupt rum? Paris ist ja jetzt ein bisschen in. Vor wenigen Wochen war das freilich noch anders, da wurde man nicht müde zu betonen, dass Frau Hilton die Intelligenz von angebrochenem Toastbrot besäße. Was nicht sehr nett gegenüber dem Toastbrot war. Die Frau schlitterte ja auch von einem Fettnapf in den nächsten und ließ nur wenige Gelegenheiten aus, die Toastbrottheorie immer wieder aufs Neue zu belegen.
Doch jetzt ist die Braut in den Charts, mit nem Reggae-Song. Und plötzlich verlautet man landauf und landab: “Guck mal…die ist ja gar nicht so doof, die kann ja doch was!“
Da möchte man direkt in die nächste Druckerei rennen und nen dicken Karton Armutszeugnisse bestellen.
Ist es also nun bereits so weit, dass wir eine Tonne Schwachsinn ignorieren, wenn 200 Gramm Talent dazukommt? Ein Haufen Elefantenkot riecht doch auch noch nicht toll, nur weil wir ein Gänseblümchen oben drauf legen, oder?
Und wenn man noch bedenkt, dass da wohl ein bisschen mit dem Computer nachgeholfen wurde, kann man ihr die Fähigkeit des Singens gleich wieder absprechen. Lässt man sich dann von nem Wickelbär die Hucke vollhauen und die Frisur zerstrubbeln, weiß man sofort: “Ach, das ist die Paris Hilton, wie ich sie aus den Medien kenne!“
So sollte es laufen.
Und damit wäre auch des Herrn Grillparzers Zitat belegt, Schönheit, das ist die Vereinigung des sinnlichen mit dem Geistigen. So einfach lässt die Welt sich manchmal erklären:
Paris Hilton – nicht schön.
Seltendämliche Bildunterschriften in der Inntatsch – nicht schön.
Pennys Wochenrückblick für diese Woche zu Ende – nicht schön.
Ich geh mir jetzt mal ein Toast machen.
Bis nächsten Freitag.
Die Schönheit sei, so Franz Grillparzer – seines Zeichens österreichischer Dichter und schon ein paar Tage tot – „Die vollkommene Übereinstimmung des Sinnlichen mit dem Geistigen.“
Nun, seinen eigenen Namen kann er damals nicht gemeint haben, geistig sagt der eventuell was aus, aber heißt man Grillparzer, vergeht einem schnell die Sinnlichkeit.
Natürlich ist damit der Anfang dieses Textes bereits vollkommen versaut, denn wer den Wortschwall berühmter Leute niederschreibt, der weist nicht vorher explizit darauf hin, da geht das Beschwingte flöten und verschwindet flugs im Lokus der Rhetorik. Tja, Pech gehabt.
Aber verwenden möchte ich das Zitat dann doch. Die Nachkommenschaft aus dem Hause Grillparzer möge mir diese miese Einleitung verzeihen.
Denn mit der Sinnlichkeit und dem Geist dahinter ist das tatsächlich so eine Sache und nachzuschlagen sind solche Zusammenhänge in diversen Fachzeitschriften, die sich fast ausschließlich mit Prominenten beschäftigen.
Wer nun aber denkt, dass hier das „Goldene Blatt“ eine Vormachtstellung einnimmt mit gar exklusiven Themen wie „hat der oberste Fürst von Monaco eigentlich wirklich ein Potenzproblem oder ist eventuell doch die Badehose nur zu eng.“, den muss ich bitter enttäuschen, den Chartgipfel druckergeschwärzter Schwachsinnigkeiten nimmt ein ganz anderes Blatt ein und zwar die Zeitschrift mit dem wohlklingenden Namen „Intouch“.
Dies spricht man ja nun wie „Inntatsch“ aus und das ist auch das weltweit anerkannte Geräusch für einen nassen Papierklumpen, welcher in nicht mit Mülleimertüten befüllten Mülleimern landet.
Inntatsch.
Kann das ein Zufall sein?
Chefredi Marc Werthmann und seine schreibende Crew vollbringen jeden Monat das ziemlich schicke Kunststück, prominente Menschen derart dumm dastehen zu lassen, dass das goldene Blatt dagegen so ein bisschen wie ne seriöse Zeitschrift aussieht.
Andere Themen gibt es da nicht, da macht man sich keine Hoffnung, keine Witze-Sparte, keine Kontaktanzeigen, nicht mal ein Sudoku-Rätsel verirrt sich in die unendlichen triefenden Seiten der „Inntatsch“.
Es geht wirklich nur um Berühmtheiten und schon auf Seite 1 denkt man, man wäre nicht nur im falschen Film, sondern auch im falschen Kino der falschen Stadt gelandet:
„Können Nicole Ritchie und Paris Hilton je wieder Freunde werden?“ bekommt man da als Frage mit Voting-Ergebnis präsentiert, 39 % sagen ja, 61 % meinen eher nein und 100 % Penny fragt sich, ob hier nicht schon 1000 % Blödsinn erreicht ist.
Denn ernsthaft: wen juckts? Auch nur ansatzweise? Aber zu Frau Hilton kommen wir noch.
Doch zunächst blättert der Wochenrückblicks-Masochist im Dienste der Schwachsinnigkeit weiter vor auf Seite 14 und muss dort lesen, dass Angelina Jolie zu Hause ausgezogen ist, während Brad Pitt im Casino Knete verzockt.
Schon in diesem Artikel erkennt man die Affinität der Inntatsch zur Liebe zum Detail.
Denn die Berichte werden von hübschen Fotos begleitet, die dann auch seitens der Zeitschrift recht eindrucksvoll, weil so weis- und wahrsagerisch kommentiert werden. So kann man auf einem Bild Angelina Jolie erspähen, die im Auto sitzt, ein nun nicht allzu außergewöhnlicher Akt des Menschen im Tagesverlauf, ich könnte ein paar Tausend Leute aufzählen, die so was machen, Auto fahren. Frau Jolie befindet sich nämlich auf diesem Foto angeblich auf dem Weg ins Manchester Hotel und manchmal breche sie einfach aus, auch diesmal? Fragt zumindest Inntatsch. Wie die das so schön hinbekommen haben, derartige Rückschlüsse aus einem Foto zu ziehen, auf dem eine Frau einfach nur in ihrem Auto sitzt, will man ja gar nicht erfahren. Doch auch von Brad gibt es Abzüge, wie er an einem Blackjacktisch sitzt, aber das sollte man auch erwarten dürfen, wenn er schon gerade Oceans 13 abdreht.
Aber gut, ich will da nicht rechthaberisch wirken, die Damen und Herren von der Presse wissen es vermutlich viel besser.
In diesem Stil geht’s leider Gottes weiter, auf Seite 30 wird – wie so häufig in derlei Schundheften – das Leben von Frauen wieder nur darauf reduziert, was die Waage gerade so anzeigt, natürlich wieder am Promi, der im Diät-Drama steckt.
Kirstie Alley und Cameron Diaz, einst fett, dann wieder dünn, nun wieder fett und auch gern mal umgekehrt. Promigirls sind übrigens grundsätzlich dick wie Mülltonnen oder aber dünn wie Mikadostäbchen, dazwischen gibt es nicht viel zu berichten. Ist doch klar, der Fotograf, der mit Fotos von normal proportionierten Schauspielerinnen und Sängerinnen im Sinne der Ehrlichkeit und im Auftrag der Normalität um die Ecke gebogen kommt, dem wirft der Chefredakteur die Kündigung vor die Füße! Was soll so ein Mann auch mit normalen Fotos?
Wer es wissen will: Mariah Careys Bauch wölbt sich über ihren Hosenbund. Dafür wird auch extra rangezoomt bei „Inntatsch“. Wobei das Foto auch nach siebzehnmaligem Hinschauen eigentlich nur einen flachen Carey-Torso präsentiert und langsam ernsthafte Zweifel an der optischen Gesundheit „Inntatsch“-er Bildkommentatoren empor kriechen.
Aber immerhin haben sie eine blühende Fantasie
Denn glaubt man der Inntatsch, so ist die heile Welt von Scientologe Tom Cruise und Katie Holmes ebenfalls nicht mehr das gespiegelte vom Ei. Auch dafür werden wieder zwei Fotos präsentiert, eines, auf dem Katie einen konzentrierten Gesichtsausdruck aufsetzt, welcher aber laut Zeitschrift „erschöpft“ und „traurig“ wirkt.
Das andere Foto aber – und jetzt wird’s interessant – präsentiert uns eine Luftaufnahme, auf der unscharf zu beobachten ist, wie Katie Holmes aus dem Fenster schaut, was vom Spannungsgrad also ungefähr auf einer Stufe mit „Angelina Jolie sitzt im Auto, Wahnsinn!“steht .
Aber auch hier knüppelt der Bildunterschriftenerfinder los:
„Mit starrer Miene steht Katie am Fenster der Beverly-Hills-Villa. Rechts hinter ihr scheint Suri zu liegen. Katie beachtet das Baby nicht."
Zunächst sei die Anmerkung gestattet, das Mienen auf Fotos generell von Starre sind, schließlich gibt’s noch keine bewegten Fotos und so kommt Gesichtern jeglicher Art auf Bildern das Bewegungsmoment abhanden. Und tatsächlich: Katie schaut aus dem Fenster und nicht auf den Schreihals.
Wenn man natürlich nicht 24 Stunden auf seinen Teppichrutscher glotzt, dann ist es schon recht schwer, eine glückliche Mutter zu sein, Blicke aus verglasten Gebäudelöchern lenken da nur ab. Aber sie tut es trotzdem, geht den rebellischen Weg, besitzt die unglaubliche Frechheit, einfach so mir nichts Dir nichts in die Botanik zu blicken.
Was mag sie da gedacht haben? Vielleicht etwas wie „leckerer Gärtner!“ oder „wir müssen uns was einfallen lassen, wie wir die Ferngesprächskosten in den Griff bekommen, wenn wir vom Ostflügel zum Westflügel unserer Villa telefonieren!“
Da hält sich die Inntatsch diskret zurück, kommt nicht mit Vermutungen, sinnlose Gedankenleserei möchte man sich anscheinend nicht vorwerfen lassen.
Das geht den Rest der Zeitschrift so weiter. Wem stehen einzelne Stoffetzen besser? Wie viel Party ist zu viel Party? Glatt oder lockig? Warum sind alle Serienstars brünett? Alles furchtbar wichtige Fragen, deren Antworten keinen Aufschub dulden.
Natürlich regiert auch in diesem Blättchen die promigste aller Promis, Paris Hilton. Die zeigt in der Augustausgabe ihre Wohnung von innen, alles in wunderbar hellen Farben, alles schrecklich Party-inkompatible. Wenn da die Freundschaft zum Grillen kommt, geht’s bestimmt in die Garage.
Aber was lästere ich hier überhaupt rum? Paris ist ja jetzt ein bisschen in. Vor wenigen Wochen war das freilich noch anders, da wurde man nicht müde zu betonen, dass Frau Hilton die Intelligenz von angebrochenem Toastbrot besäße. Was nicht sehr nett gegenüber dem Toastbrot war. Die Frau schlitterte ja auch von einem Fettnapf in den nächsten und ließ nur wenige Gelegenheiten aus, die Toastbrottheorie immer wieder aufs Neue zu belegen.
Doch jetzt ist die Braut in den Charts, mit nem Reggae-Song. Und plötzlich verlautet man landauf und landab: “Guck mal…die ist ja gar nicht so doof, die kann ja doch was!“
Da möchte man direkt in die nächste Druckerei rennen und nen dicken Karton Armutszeugnisse bestellen.
Ist es also nun bereits so weit, dass wir eine Tonne Schwachsinn ignorieren, wenn 200 Gramm Talent dazukommt? Ein Haufen Elefantenkot riecht doch auch noch nicht toll, nur weil wir ein Gänseblümchen oben drauf legen, oder?
Und wenn man noch bedenkt, dass da wohl ein bisschen mit dem Computer nachgeholfen wurde, kann man ihr die Fähigkeit des Singens gleich wieder absprechen. Lässt man sich dann von nem Wickelbär die Hucke vollhauen und die Frisur zerstrubbeln, weiß man sofort: “Ach, das ist die Paris Hilton, wie ich sie aus den Medien kenne!“
So sollte es laufen.
Und damit wäre auch des Herrn Grillparzers Zitat belegt, Schönheit, das ist die Vereinigung des sinnlichen mit dem Geistigen. So einfach lässt die Welt sich manchmal erklären:
Paris Hilton – nicht schön.
Seltendämliche Bildunterschriften in der Inntatsch – nicht schön.
Pennys Wochenrückblick für diese Woche zu Ende – nicht schön.
Ich geh mir jetzt mal ein Toast machen.
Bis nächsten Freitag.


10 Comments:
Wie immer hammer WR Penny :D
Du bist und bleibst der genialste Schreiber der "Intatsch" hrhr ;)
p.s.
Greetz Runks :D
Böse Zungen könnten behauptet: wer seinen Text mit einem Zitat eines anderen beginnt, hat selber nix zu sagen ^^
wie immer zum untern tisch rofln...
danke, dass du mein forum an deinen genialen gedanken teilhaben lässt! aus diesem grund hast du seit dieser woche auch deinen eigenen bereich bekommen!
ich freue mich auf noch viele, viele WR von dir!
lg, Sonnenvogel (GSSS)
Great article! Thanks.
Nice Blog!
Thanks for interesting article.
Thank You! Very interesting article. Do you can write anything else about it?
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