20.5.11

Pennys-Pausen-Plauderei Folge 6: GEZ vs. DSDS vs. FIWV (Fähnchen-im-Wind-Verhalten)


 Will er uns was vorsingen oder Gebühren eintreiben? Naja, die Grenzen sind fließend...


Oh bitte, man erzähle mir nichts über Meinungsbildung.
Entweder man ist selbstbewusst genug, um sich eine eigene zu bilden oder man nimmt einfach eine vorgefertigte Alternativ-Auffassung aus Funk, Fernsehen oder Printmedien.
Aber reden wir doch mal über Meinungsbehaltung.
Eigentlich waren die Fronten doch stets klar, die GEZ die ist doof und DSDS? Eigentlich noch viel dümmer. Gerne auch umgekehrt.

Die GEZ wird in diesem Lande gehasst wie der Teufel, die Gesundheitsreform und Spülmaschinentabs, bei denen der dicke Knopf in der Mitte rauskullert, noch bevor das Ding in der Steckdosentellerwäscherei landet. Nur, wer mal Besuch von einem hatte, der grinsend an der Türschwelle 'Schon GEZahlt?' fragt, weiß, wie schnell sich ein Maximum an Aggression im menschlichen Körper aufbauen kann.
Nicht wenige wählen die Apokalypse, wenn sie auf der Strasse befragt werden, ob sie lieber der staatlichen Wegelagerei ein Zeltlager der Toleranz aufschlagen oder ob es nicht doch eher der Weltuntergang sein soll.

Und DSDS?
Nun, diese Sendung unterscheidet sich grundsätzlich von einem Verkehrsunfall, bei dem man im Vorbeifahren hinschaut, denn: bei Karambolagen im Strassengetümmel setzt man sich eben NICHT mit Salzstangen und Coke davor und lacht sich kaputt, wenn die Schwerstverletzten abtransportiert werden.
Nichts anderes ist DSDS.
Menschen, die in den ersten zwei Dritteln der Staffel singen können, werden vom Zuschauer mit wischenden Handbewegungen fortgejagt und es folgt der Schlachtruf
"Gebt uns mehr von den eigetretenen Kellerfenstergesichtern, die die Animationsabteilung von RTL einen halben Nachmittag beschäftigen und bitte, bitte gebt uns die Pups- und Rülpsgeräusche mit oben drauf." 
Wochen später ist der Spuk vorbei und Marco Schreyl hat durch Pseudospannungspausen das Leben eines jeden Kandidaten um ca. zweieinhalb Stunden verschwendend gekürzt.
Am Ende steht ein armer Depp auf der Bühne als Sieger, der - haha - für gefühlte dreieinhalb Tage vom Thron der Charts schauen kann, während man bei RTL schon neue Animationseffekte im Animationseffektesupermarkt einkauft.

Soweit eigentlich alles klar oder?
Bis auf die Sesselpupser, die ihr Prepaidguthaben aufbrauchen, weil sie der Meinung sind, mit ihrem SMS-Abstimmverhalten einer großen demokratischen Masse anzugehören, die endlich auch mal was entscheiden darf, ist man sich als Mitglied im Club der Meinungsbildung einig:

GEZ und DSDS....dickes Fail!

Aber im Club der Meinungsbehalter....tja, da wippt man mit dem Fuß und weiß nicht so recht.
Denn die dreibuchstabige Eintreibebehörde kollidierte gestern mit der vierbuchstabigen Minnesängersuchmaschine.
Herr Bohlen war empört, dass die auf Platz 1 und 2 stehenden Gewinner von DSDS nicht in den öffentlich-rechtlichen Radios gespielt werden.
So gar nicht, angeblich.
Weder bei Einslive, noch bei Jump, noch sonst wo. Man vermutete neidisches Konkurrenzgehabe auf Seiten der GEZ-Heinis, während diese sich keiner Schuld bewußt waren.
Und was machen die Meinungsbehalter aus dem deutschen Volk?
Statt genüsslich drüber hinwegzusehen und milde zu lächeln, während der Kingkong der Fernsehunterhaltung sich mit dem Godzilla der Behörden um die Wette kloppt, wurden Meinungen UMgebildet.

Ganz plötzlich gab es welche die gesagt haben, dass es so aber nicht gehe, auch wenn der Bohlen nur Schrott produziere, so müsse dieser Schrott nun mal auch im Radio gespielt werden, wenn der kommerzielle Charterfolg da sei.
Ja und umgekehrt fanden sich plötzlich viele Menschen, die der GEZ dankend und ordenumhängend gern die Hand geschüttelt hätten, dass man sich gegen den Dumpfbackenmechanismus verwehrt und stattdessen weiterhin anständige Musik im Radio spiele.

Beide Sichtweisen sind schlimmer als die betreffenden Institutionen, denn wo kommen wir hin, wenn der GEZ-Mann nun nicht mehr im Keller gefoltert, sondern auf Sachertorte und Latte-Machiato eingeladen wird und wo landen wir bloß, wenn der Intelligenz zugesagte Menschen plötzlich ernsthaft meinen dürfen, dass singende Hirsehirne nur deswegen im Radio zu spielen seien, damit die GEZ auch ja ihren von niemandem aufgetragenen Rundfunkstaatsvertrag auch demokratisch erfülle?

Ich sehe da keinen Ausweg aus dieser vermaledeiten Schlamasselpatsche ausser man folgt meinem Vorschlag: Der Sieger von DSDS wird volle vier Wochen in allen öffentlich-rechtlichen Radios rauf und runtergenudelt und wenn der Bohlen-Barde dadurch dreieinhalb Tage länger in den Charts thront, bitte schön. Im Gegenzug muss dieser dann nach seiner aktiven Zeit bei Deutschland sucht den Superstar klinkenputzend die Fernsehgebühren eintreiben. Nicht auswendig gelernte Texte und eine Stimme zum davonlaufen werden sich letztlich als wesentlich türöffnender erweisen, als jeder noch so kruppgehärtete Stahlkappenschuh.

In diesem Sinne

Euer Penny


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